This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project to make the world’s books discoverable online.
It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books are our gateways to {he past, representing a wealth of history, culture and knowledge that’s often difficult to discover.
Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book’s long journey from the publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken steps to prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying.
‘We also ask that you:
+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individual personal, non-commercial purposes.
and we request that you use these files for
+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google’s system: If you are conducting research on machine translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attribution The Google “watermark” you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can’t offer guidance on whether any specific use of any specific book is allowed. Please do not assume that a book’s appearance in Google Book Search means it can be used in any manner anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe.
About Google Book Search
Google’s mission is to organize the world’s information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers discover the world’s books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web alkttp: /7sooks. google. com/]
Über dieses Buch
Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde.
Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.
Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei — eine Erin- nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.
Nutzungsrichtlinien
Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen.
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:
+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.
+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen unter Umständen helfen.
+ Beibehaltung von Google-Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.
+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.
Über Google Buchsuche
Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter|'http: //books .google.comldurchsuchen.
GENERAL LIBRARY UNIVERSITY OF MICHIGAN.
THE Hagerman Collection
| OP BOOKB® RELATINEe To HISTORY AND POLITICAL SCIENCE
BOUYAHT wIıTn MONEYV PLAOSB DY
JAMES J. HAGERMAN OF CLASS OF ’61
Professor Charles Kendali Adams
iN TE VOAR
Pie Chroniken
der dentfhen Städte
vom 14. bis ind 16. Jahrhundert.
2... ww Zweinndzwanzigſter Band.
Auf Deranlaffung Seiner Majeftät des Königs von Bayern herausgegeben durch die hiftorifche Commiffton bei der Königlichen Akademie der Wiffenfchaften.
Leipzig Berlag von ©. Hirzel. 1892,
Ne Chroniken _.....
40331
WR wu ae Se
ter ſchpwäbiſchen Städte,
Augsburg.
Dritter Band.
Auf Deranlaffung Seiner Mlajeftät des Königs von Bayern herausgegeben durch die hiftorifche Commiſſion bei der
Königlichen Akademie der Wiffenfchaften.
—, ——— — — Leipzig Verlag von S. Hirzel. 1892.
Vorwort.
—
Die beiven früberen Bände ber Augsburger Chroniken find in ber Bearbeitung von Xerer und Frensdorff 1865 und 1866 er- ſchienen. Schon damals: ftellte Xerer auch die Texte nebft Hanbjchriften- befchreibung für den britten Band fertig, Frensdorff ſollte bie Hiftorifche Bearbeitung der Chronik des Hector Mülih übernehmen: Teinen befferen Händen konnte man fie anvertrauen, indeſſen fand er ſich jpäter jowohl durch fein Lehramt als Profeffor in Göttingen, wie durch andere ihm näher liegenbe litterarifche Arbeiten fortbauernd daran verhindert und fchließlich verzichtete er, wiewohl ungern, ganz darauf.
Es lag mir nun ob, einen andern Mitarbeiter für die Augsburger Chronilen zu gewinnen. Diefer fand fih in Dr. Friedrich Roth, zur Zeit T. Neallehrer in Dlünchen. Durch eine verbienftliche Schrift über Augsburgs NReformationsgefchichte (1881. München bei Adermann) hatte er firh bereits befannt gemacht. Er bat fich ver neuen Aufgabe mit Hingebendem Fleiße gewinmet, vie Hiftorifche Bearbeitung ber Chronik. des Hector Mülich, fowie der andern im vorliegenden Bande enthaltenen Stüde allein ausgeführt. Man wirb barin weber bie jorgfältige Ausnügung des Stabtarchivs in Augsburg, noch die Berück⸗ fichtigung ber zur Sache gehörigen Litteratur vermiffen. Manches Reue von vielfeitigem Intereſſe für bie Stabtgefchichte tft in dieſem Sommentar ans Licht gebracht. Im ver Einleitung zur Chronik des Hector Mülich ift über veren Verfaffer und Hiftorifchen Werth gehandelt und insbejonbere ihr Verhältniß zu ven früheren und ſpäteren Chroniken, tie fie fortſetzten oder benutten, bargelegt.
IV Borwort.
Sämmtliche Terte dieſes Bandes wurden, wie erwähnt, jchon von Prof. Lexer hergeftellt und find mit feiner Handſchriftenbeſchrei⸗ bung ohne Änderung zum Abbrud gekommen.
Eine beſondere Bewanbtniß bat e8 mit dem Anonymus am Ende des 15. Jahrhunderts, deſſen an fich werthlofe Compilation nur des- halb aufgenommen wurbe, weil bie jpäteren Chroniften fie zum Theil als Vorlage benutzt und ftellenweife ausgefchrieben haben, jo daß auf ſie bei deren in Ausficht ftehender Herausgabe Bezug genommen werden muß. Dr. Roth bat fich der undankbaren Mühe unterzogen, bie Quellen des Anonymus im einzelnen nachzuweifen unb bei jeber Stelle am Rande des Abdrucks zu citieren,
Gloſſar und Regifter des Bandes find gleichfalls ihm zu verdanken.
Erlangen, 1. Yebruar 1892.
Prof. Dr. Karl v. Hegel.
Der Unterzeichnete hat obigem Vorworte nur einige Worte bes Dantes für alle diejenigen anzufügen, welche feine Arbeit theils un- mittelbar, theils mittelbar in irgend einer Weife gefördert haben: vor allen dem Herausgeber, Herrn Profefjor von Hegel, für bie Leitung berfelben; dann den Herren Dr. A. Buff, Vorſtand des Stabtarchives in Augsburg, 8. Hirſchmann, Secretär daſelbſt; dem Herrn Biblio- tbefar der Augsburger Kreis- und Stabtbibliothef, dem Herrn Biblio⸗ thekar des biftorifchen Wereins für Schwaben und Neuburg, fowie den Beamten der k. Hof- und Staatsbibliothef in München für ihr allezeit freundliches und liberales Entgegenlommen.
Münden, im Februar 1892,
Fr. Roth.
Nachträge und Berichtigungen.
Es möge geftattet fein, bier zunächſt noch das Nöthigſte über bie Behandlung bes Tertes der Beilagen nachzutragen. Das aus dem Tournierbuch“ Marx Walther’s Deitgetheilte ift, da Hier das Original vorlag, ohne jede orthographifche Anderung aufgenommen; nur wurde bie Schreibweije „ey“, von dem auch worlommenben „tz“ häufig ſchwer zu unterfcheiven, confequent burchgeführt. Auch bie die Beilage III bilvenden Auszüge aus ben Baurechnungen, fowie bie fonftigen Schrift: ftüde verjelben find aus vemfelben Grunde buchitabengetreu mitgetheilt. Bei den übrigen Stüden wurden, Namen ausgenommen, bie gröbiten ortbographifchen Auswüchfe befeitigt, foweit dies ohne Schädigung ver harakteriftiichen Eigenthümlichkeiten geſchehen konnte; nur das am Scluffe der Beilage IV ftehende Schreiben des Rathes an ven Kaifer wurbe wieder unveränvert eingerüdt.
Berichtigungen.
©. XI, 4. 3. der Einl. iſt ſtatt zehn J. zu leſen zwanzig J. ©. 7,10 des Pfetners t. S. 8, A. 2 wird zu leſen fein Stephan IIL, der Enkel Ludwigs des Bayern. S. 11,11 Mendhingen flatt Merhingen. ©. 20,% nad Friedrich ein Komma. Ebenſo ©. 38,12 nad heiten. ©. 50, 4.4 Rainfail groß zu fchreiben. Ebenfo ©. 54,8 Kupferfhmid. ©. 55, Bar. 3. 3. 9 lied: der Marſchalk wurd fi jeiner ſterk gen ihm behelfen. ©. 73,11 ift an den Rand zu jeben O 322,3, S. 73 9.5 lied: 308 (Jobſt) Eramer ftatt Joſef. ©. 77,3 nad fieng ein Komma ©&.87 4.7 lies: im Sept. 1446. S. 88,9 lied: der alt bergog Ludwig von Bayren. ©. 89,0 nad) gewefen ein Komma. ©. 91,7: der ganze Abſatz follte in großen Lettern gedrudt fein. ©. 92,2 lied: des bapſts galen. ©. 94, A. 7 lied: Joh. der ältere flatt der jüngere Br. ©. 95,5 ift von vor den fletten zu ftreihen. Ebenſo ©. 99,8 das Wort annad hart. ©. 107, Bar. 3.3.21 nad flat ein Komma S. 121, A. 8 auf ©. 123 Col. 1, lied in 3. 19 von unten 1457, 3. 10 von unten: alsdann folte im; Col. ı. 5. 19 von unten BL. 1396. S. 130, A. 4 wäre nach Voigtel⸗Cohn,
vi Nachtraͤge und Berichtigungen.
Stammtafeln ftatt Katharina zu fegen Kunigunde. ©. 135, A. 5 lied: Moha- med ftatt Murad. ©.144, A. 7 lied nah Summe: es ftatt fie. S. 148, A. 3 lied Heinrich Erlb. ftatt Hand. ©. 150,19 lied: dem von Meng. ©. 162, Bar. 3. 3.3 fällt nad) verprunnen die Klammer weg. S. 171, A. 9 lied: ©. oben 147, A. 2. ©. 172, U. 2 lied: ©. 160,9. ©.189, A. 9 ift auf 8 (Hainhofen) und A. 8 auf 9 (hinter Radam) zu beziehen. ©. 206, A. 5 lied: Jacopo flatt Ric. ©. 220,5 ift am Rande 15 flatt 51 zu leſen. ©. 225, 9. 2 und 226, A.1 lies: Werdenberg flatt Werdenfeld. ©. 227, A. 5 lied: ampörte flatt empörten. ©. 238, A. 10 follte ed flatt Marcuffen (wie im Geſchenkverzeichniß fteht), heißen Johannſen. ©. 251, U. 3 ift hinter dem Namen Jos (Fobft) der Punkt zu tülgen, wie überall, wo er bei Diefem Namen vorkommt, 4. B.3M A. ©.253, X. 3 Payerne ftatt Payıne ©. 257, Bar. z. 3. 11 lied: Dep jars for oculy in der faſten — bie zu fant Ulrich, der hieß. Ebenda nah relfchaft sein Komma. ©. 271, 4. 6 bat zu beginnen mit den Worten: Die Wählerentfhieden fih am 21. März zc. ©. 282,80 wäre die Abkürzung vielleicht befier aufzielöfen geweien: salutem flatt salvum. 6.299, A. 2 lie Graf Eberhard flatt Herzog Eberh. S. 324,0 die fecret, die die ander wad. ©. 336,12 Hainrichen den Bachen. ©. 341, 9. 27 fehlt nah Das das Anführungszeihen. ©. 344, 9.1 lied: Ulentaler flatt Uten- taler. Ehbenda, U. 3 König Rudolf flatt Kaiſer R. ©. 367 if A. 1 zu tölgen. ©. 373, U. 4 Anton Hangenor flatt Hagenor. ©. 374, U. 1: Bl. 576 flatt 756, ©. 391,29 ift vor gefhrift einzufchalten die. ©. 401,4 aun flat ann. ©. 406,% nad ftangen ein Komma. Ebenfo ©. 412,31 nad ftundan. ©. 413,% bei flatt be. ©. 415,8 ift nach dem Worte Hauptanklagepunkt ein Semilolon zu fegen und dann einzuſchalten: die Schrift. ©. 419,8 Klenterthor groß zu ſchreiben. ©. 432 blieb die in 3. 14 gehörende A. weg: kies Heinrich flatt Sig⸗ mund.
— — — — —— — —
Inhaltsverzeichniß.
Seite Vorwortttttt . V V. Cyhronil des Hector Mülich 1348 1487. Einleitung. XI Handſchriftfeennn.. XLI Texrtt...... 1 I. Anhang: Schriftſtücke verſchiedenen gihelis ren 275 1. „Bewarungdbrief unſers herrn kaiſers (Friedrich III.) an herkog Ludwigen“
ad. Graz 13. Juli 161 2 2 2 on 280
2. Schreiben des Markgrafen Albreht von Brandenburg an den Rath der Stadt Augsburg dd. Ansbach 8.Dct. 1461 mit eingeſchloſſenem Schreiben des Kaifers Friedrich IEL an die Städte Augsburg, Nördlingen, Kempten, Donauwörth, Aalen, Bopfingen und Kaufbeuren dd. Leoben 25. Sept. 1461, betreffend den Reichskrieg gegen Herzog Ludwig von Bayem . . . 282 3. Schreiben ded Könige Georg (Podiebrad) von Böhmen vom 7. Dec. 1461: Berkündigung des MWaffenftillftandes zwifchen Herzog Ludwig einerfeits
und dem Kaifer und Markgrafen Albrecht andrerfeitd. -. . - - ... . 287
4. Zwei Auszüge aus Schreiben über das Erdbeben in Neapel im Dec. 1456: a) aus einem Briefe ded Pertucius Eonterino (11. Dec. 1456) . . . 289 b) aus einem Briefe des Herculed von Efte (7. Dec. 1456) . . . . . 290
5. Altenftüde betreffend den Zug gegen die Türken aus den Jahren 1454—56 : a) Borberathungen wegen der für den Türkenzug- zu treffenden Vor⸗
fehrungen und Mapregeln. . -- > 22 291 b) Weitere Borberathungen in diefem Betreffe, hauptfächlich wegen der -
Bewaffnung ded Kreuzheeres.. 8 293 e) Anordnungen ded Könige Ladielaud wegen bed zu erwartenden
Kreugbeerd . . 2 2 20er nen EEE 294
d) Anordnungen des Könige Ladislaus wegen des aufzubringenden ungarifchen Heeres und der Verpflegung der von auswärts kommen⸗ den Kreuzfahrerr.. 295 e) Schreiben des Könige Ladislaus an die geiftlichen und weltlichen Fürften dd. Ofen 7. April 1456 wegen feine? Zuges gegen die Türen 295
vm Inhaltsverzeichniß.
Seite 6. Zwei Schreiben die Fehde des San von Wittowitz mit Kaiſer Friedrich ILL. betreffend: a) Abjagebrief ded Jan von Wittowig an den Kaifer vom 24. April 1457 296 b) Schreiben des Kaiſers bezüglich der Erfteigung der Stadt Cilly dd. Obercilly 30. April 1457 . oe 2 2 2 2 een. 297 7. Schreiben des päpftlichen Protonotariud Stephan von Nardini und der übrigen „Zhädigungsleute” betreffd der „Ihädigung” zwifchen dem Mark⸗ grafen Albrecht von Brandenburg und dem Herzog Ludwig von Bayern
dd. Nũrnberg 9. Juli 1459 . . . N 2 I Een 298 8. Schreiben des Pfalzgrafen Friedrih an den Rath der Stadt Augsburg betreffd Auffündigung des Geleited dd. Heidelberg 24. Oct. 1467 . . . 299
9. Ehronikalifhe Aufzeichnungen über K. Heinrihe VII. Nachkommen, Karls IV. Leihenbegängniß, des nachmaligen Kaiſers Sigmund Berbin- dung mit Maria von Unnam . . 2 2 2 2 2 ern nen 300 10. Die Relation Enenkels über den Zug Friedrich III. nad) Stalien i im Jahre 1451—52 und deſſen Krönung in Rom dd. Rom 20. März 1452 . . . 307
II. Anhang: Zufäße von Demer, Walther und Rem...» 2 2. 202. . 329 Beilagen. I. Marr Walther's „Zoumierbuh”“ .. 379 II. Die Theilnahme Augsburgs an dem Feldzuge Kaifer Karls IV. gegen „die böſe Sefellfchaft" im Jahre 1365. - . 2 2 2 2 ren 396
III Zu dem Aufenthalte König Sigmundd in Augsburg im Sabre 1418, Kaifer Friedrich! im Fahre 1485 und den Reichdtagen in Augsburg im
Sabre 1473 und 17. u. oo rn. 402 VI. Zur Geſchichte des Bürgermeifterd Ulrich Schwarz. . . . 415 1. Der Proceß und die Hinrichtung ded Zunftmeifterd Georg Kurz. . 416 2. Der Proceß und die Hinrichtung der beiden Bittel. . . . ... 420 3. Der Proceß und die Hinrichtung des Bürgermeifterd Ulrich Shwarg 432 4. Anhang:
A. „Der Beräf Ulrich Schwarz’? . . - 2 22 nenn 438
B. Schreiben de? Rathes der Stadt Augsburg an den Kaifer dd. 22, April 1478, Ulrih Schwarz bett... . ... . 440
VI Anonyme Chronit. 991—1483,
Einleitung >: > 00 ne 445 Handfhriftenbefchreibung. - .. 452 Textt..... 453 Gloſſarr....... . 530 Perfonenverzeihniß - > > > > 0220 550
Drtsverzeihniß > > > >00 nn 573
V. "Shronik des Hector Mülid. 138 _1481-
Mit Zufäßen von Demer, Walther und Rem.
Ztadtetbroniten VXII. a
Einleitung.
—,— m
Die im vorliegenden Bande dargebotene Chronif Hector Mülichs bildet ein wichtiges Seitenftüd zu ber im vorhergehenden mitgetheilten des Burlard Zink. Der von den beiden Ehroniften behandelte Zeitraum ijt ber Hauptſache nach der gleiche, nur daß Mülich noch um zehn Jahre — bis zum Jahre 1348 — zurüdgreift und fein Werk um zwanzig Jahre — bis zum Jahre 1487 — weiter fortführt als Zink. Steht die Chronif Mülihs in formaler Beziehung hinter der Zinks zurüd, fo ift fie ‚ihr darin voraus, daß fie — in ihrer urfprünglichen Geſtalt oder in einer ibrer Ableitungen — berufen war, von fait allen jpäteren Chroniften 1 umd Gefchichtichreibern der ſtädtiſchen Gefchichte für das 15. Jahrhundert als Hauptquelle benügt zu werden. Nicht der letzte Grund dieſer Bevor⸗ zugung Mülichs durch die Späteren bürfte in deſſen Perfönlichkeit zu ſuchen fein. Er gehörte dem kaufmänniſchen Berufsftande an wie Zint?; während aber biefer, aus der Fremde kommend, erft durch Fleiß und Glũck fich emporzuarbeiten hatte und von Seite der Stabt nur in unter- geordneten Dienften verwendet wurbe, zeigt fih uns Mülich ale Spröß- ling einer feit langer Zeit in Augsburg anfäfftgen reichen Familie, bie wir im Nathe vertreten finden, in Verwandtſchaft mit ven anjehnlithiten Geichlechtern der Stadt, durch Verheirathung mit einer Patricierstochter als „Mebrer ver Gejellichaft“, Sahrzehnte lang als Mitglied des Rathes,
1. Bgl.St.-Ehron. IV, Einl. S. XLI; Chron. V, Einl. S.XI und in Beil. J zur auch die belannte Chron. des Achill. Chronik des Burkard Zink Beigebrachte. Birmin. Gaffer Täßtfih häufig auf Mülich Ks gründet fih zum Theil auf Zinks scer eine feiner Ableitungen zurückführen. Selbftbiographie, die das III. Buch feiner
2. ©. über defien äußere Lebensver- Chronitk bildet. baltnifle das von Frens dorff in St.
ar
Bi ra⸗
xu Einleitung.
in welchem er öfter einflußreiche Aemter, darunter das eines Baumeifters, bes höchiten nach dem Bürgermeifteramte, bekleidete.
.Leider find wir nicht in der Lage, von ber Perfönlichkeit unferes Chro- niften ein fo anjchauliches Bild entwerfen zu können, wie e8 Frens— borff bezüglich Burkard Zinks, ver fein Leben felbft befchrieben, zu thun vermochte, mas wir über Mülich aus feiner Chronik und ven ftäbtifchen Büchern entnehmen können, reicht lange nicht zu einer erſchöpfenden Dar- jtellung feiner äußeren Lebensverhältniffe und feiner geiftigen Inpivibuali-
tät aus.
Die Familie unferes Hector Mülich fcheint adeliger Abftammung
"gewefen.zu fein. Ein Berthold Mütlich ! kommt in ver Reihe ver „gefrönten Helme“ vor, welche vie Stadt Augsburg im Jahre 1365 dem Raifer Karl IV. gegen die „böfe Sefellichaft” zu Hilfe ſchickte?. Nach ver Auf- richtung des Zunftregimentes im Jahre 1368 finden wir Müliche unter ben Zünften. Ein Johann Mülich? ſaß öfter im Rathe und befleivete das einflußreiche Amt eines Baumeifterst. Er ift in ven Steuerbüchern ein- getragen unter ver Weberfchrift „vom Weberhaus” und war, nach ben Steuerfägen zu fchließen, ein wohlhabender Dann. Ex ſcheint am Schluß bes Jahres 1419 oder im. Anfang 1420 geftorben zu feine; wenigftens kommt fein Name in dem Steuerregifter von 1419 zum letten Male vor, während das von 1420 den Eintrag aufweift „Item bona alt Mülich“. Er hinterließ, wie aus ven Steuerbüchern weiter zu erſehen tft, zwei Söhne Dito? und Jörg. Von diefen beiden fommt für uns nur ber letztere, ber
1. Die Mieliche, Die in den Baurech⸗ . nungen als Kärmeru.f.w. vorlommen, ſcheinen mit der Familie unferes Mülich nicht in Zuſammenhang zu fliehen. 2. ©. das V He: ber „gefrönten Helme in Beil. I. _ 3. In der Augsb. Stabtbibl. befindet I ein in Braun, Notitia hist.-litt. d. V, ©. 68 Nr. TII angeführter ehe „Reginbaldi Möhner (Benedictiner be St. Uri) Genealogia familiarum Augustanarum“, der auch eine genen. logiſche Tabelle der Familie Mälich ent- hält. Möhner konnte über die letztere unterrichtet fein, ba fich gleichzeitig mit ihm ein Joannes Sacobus Mülich im Klofer befand. Nach den von Möhner gemachten Angaben, deren Richtigkeit frei lich nicht in allen Punkten controlirt werben kann, war Johann Mälih in zweiter Ehe vermählt mit Elifabeth be Kochner (ein Hans Kochner war Domherr
in Augsburg und Propſt bei St. Gertraud, ein Ulrich Kochner Domberrzu St.Morib) ; diefe Angabe wirb bertätigt Durch genea⸗ logiſche Einträge in dem Cod. germ. 342 der Hof und Stastsbibl. in München, in welden Hans Mülich in Verbindung mit mehreren Mitgliedern ter Familie Kochner aufgeflihrt und ein Heinrich Koch- ner von Bopfingen als „ber aller ſwecher und vater” bezeichnet wirb. J. e. fol. 85b. 38 Vgl. Mullich Bl. 196 und DI.
5. Er bezahlte 3. 8. im Jahre 1416 20 fl. Steuer. . 6. Die „Stenerbefchreibung” fand in Augsburg in der Regel um Mitte Oktober att
7. Nach dem Großvater benannt: nach dem Möhnerſchen Eoder waren bie Eltern Johann Mülichs Otto Mielih und Adel⸗ haid Röglin.
Einleitung. xıı
Bater umferes Ehroniften, in Betracht. Diefer war in erfter Ehe mit , Anna PBentingerin!, in zweiter mit Elifabeth Freherin? verheirathet und läßt fich nun in den ſtädtiſchen Büchern durch eine lange Reihe von Jahren verfolgen. In den Stenerbüchern erfcheint er ebenfalls unter ver Ueber- ſchrift vom Weberhaus”, wurbe, wie fein Vater der Zunft der Kramer angehören, Mitglieb des Rathes? und erfreute fich ebenfalls günftiger Bermögensverhältniffe, im Jahre 1462 ift er zum legten Male in ven Steuerbüdhern erwähnt?. Er hinterließ zwei Söhne, Jörg Mülich ven Jüngeren und Hector Mülich, ven Chroniften. Letzterer erfcheint bereits in dem Steuerbuche des Jahres 1456, boch ift für ihn Fein eigener Stenerfaß eingefegt, fonbern bei feinem Namen auf Jörg Mülich, ven Bater, verwiefen. Daraus dürfte fich ſchließen laffen, daß Hector im Ge⸗ ſchäfte feines Vaters arbeitete und noch fein jelbftänpiges Hausweſen führte. In den nächften Fahren fehlt fein Name wieder in ben Steuerbücdhern, um erft 1460 °wieber aufzutauchen, biesmal mit einer felbftändigen Steuer befaftet. Um dieſe Zeit oder nur kurz nachher fcheint fich Hector auch ver- heirathet zu Haben® und zwar mit Dttilia Könzelmannin®, die einer ber älteften Augsburger Gefchlechterfamilien angehörte. Er erlangte durch diefe Ehe als Mitglied der „Mehreren der Gejellichaft"? Zutritt zu ver Gefchlechterftube. Später finden wir ihn in zweiter Ehe mit Anna Fug⸗ gerin, der Schwefter des berühmten Jakob Fuggers.
Das Geburtsjahr Hector Mülich kennen wir nicht; e8 dürfte zwiſchen bie Sabre 1410 und 1420 fallen. Ebenfo wenig find wir über feinen Bildungsgang unterrichtet, er wirb ber für einen wohlhabenden Kauf- mannsfohn der damaligen Zeit gewöhnliche gewejen fein: Kenntniß ber wälfchen Sprache und etwas Lateinifch, frühzeitige Einführung in ven praktiſchen Gejchäftsbetrieb, Reifen auf die pamaligen Haupthanbelspläge. Durch ven Anblick mannigfaltiger Nebensverhältniffe und den anregenden Umgang mit Berufsgenofjen mag er fich etwas von jener weltmännifchen
1. Mulich ſelbſt fpricht von feiner Mntter als der Schwefter des Münz meifters Jacob Beutinger. .
2. Nach Möhner.
3. Er war 3. B. 1443 Zunftmeifter der Kramer; auch erjcheint er als “frei- ihöpfe und wiſſender der hailigen haim⸗ lichen acht. St.⸗Chron. V, 415, Anm. 3 1 ©. 414. Erwähnt wird er St.-Chron.
IV, 204. 4. Jörig Mülich dat 48 guldin. 5. S. Mulich BI. 132b unter 1463,
we ter Chroniſt vonWeib und Kind fpricht.
6. Möhner 1.°c. Am 14. Aug. 1473 muß fie, wie aus einer Urk. dieſes Datums hervorgeht, bereits todt geweſen ſein.
eitſcht. d. hiſt. Ber. f. Schwaben u. eub. 1878 ©. 234.
7. So naunte man die nicht dem ſtädtiſchen Patriciat Angehörenden, die durch Heirath in Die Geſchlechterfamilien eintraten.
8. Möhner 1.c. S. auch die genea- logiſche Tabelle des Fuggerſchen Ge: ſchlechtes in Birken⸗Fuggers: Ehrenſpie⸗ gel S. 782.
XIV Einleitung.
Bildung und der Weite des Blickes erworben haben, woburdy nicht wenige “ ber hervorragenden Kaufleute jener Zeit unfere Aufmerkſamkeit erregen.
Wie Sohann und Jörg Mülich, fo finden wir auch unferen Hector als - Mitglied des Rathes und zwar zum erften Dale im Jahre 1466, wo er als Zunftmeifter der Cramer aufgeführt ift. Als ſolchen, abwechslungs- weife als neuen ober alten Zunftmeifter, finden wir ihn, nur wenige Jahr⸗ gänge, in denen er nur als Zwölfer ericheint, ausgenommen, bi8 1481 in ben Rathsbecreten genannt. Diejes Amt eines Zunftmeifters verfchaffte ihm Sit und Stimme im Heinen und im alten Rath und öffnete ihm ven Weg zu ven höheren Ehrenämtern ver Stadt; wir finden ihn als Steuer- meifter!, als Siegler, als Einnehmer, als Baumeifter, ſelbſtverſtändlich auch belaftet mit anderen ftäbtifchen Aemtern, wie mit Kirchenpflegen, mit ber Berwaltung des Büchfenftadels zc., wie es eben bei anderen Mät- glievern des inneren Rathes auch ber Ball war. Eine bedeutende Rolle ſcheint er im Nathe nicht gefpielt zu haben. Er wide weder wie z. B. ber von ihm dfter erwähnte Andreas Frickinger oder Hans Vittel, fein Kollege im Zunftmeifteramt der Kramer, als Abgefanbter over Bevoll⸗ mächtigter bei vem Kaifer, bei Bürften, auf Neichs- und Städtetagen ıc. verwendet, noch fcheint er in ben inneren ſtädtiſchen Angelegenheiten eine maßgebende Stimme geführt zu haben?. Jedoch ift bet ver Mangelbaftig- feit des erhaltenen einjchlägigen Materials ein feites Urtheil hierüber ſchwer zu gewinnen.
Ueber einen Konflikt, in den Hector Mülich i im Jahre 1478 mit dem Kaiſer gerieth, gibt nachfolgendes Schriftſtück? Aufſchluß, das auch, zum Theil wenigſtens, das überaus harte Urtheil unſeres Ehroniſten über Kaiſer Friedrich erklären bürfte®.
Wir Friderich von gottes gnaden Römiſcher keyſer zů allenntzeitten merer des reichs zu Hungern, Dalmacien, Croatien ꝛc., kunig, hertzog in
1. Steuermeiſter war er z. B. 1471, Siegler 1472, 1473, 1474, Einnehmer 1470, Baumeifter 1475, 1477, 1478 ac.
2. Im Jahre 1483 wird Hector Mülich einer Commilfion zugetheilt, beftehenb aus den Bürgermeiftern Peter Herwort und Zörg Sulger, aus Leonhard Röchlinger, Hilpolt Rydler und ihm, deren Mitglieber berathen ſollten, wie man mit recht oder ſunſt die päpſtliche Bulle betr. bie Aus— ihließung ber Augsburger Bürgerjühne vom Augsburger Domcapitel Fmalg un machen und eine Bulle ‘ayr, ſchmaltz un annder gemilchets zu verpotten tagen zü
efiem' erlangen möchte Uff fampsta nach Bontfacit. Rathsdeer. 1483. Son ift über Mülich weber in ben Rathsdeer. noch in ven Briefbüchern etwas Erwaͤhnens⸗ werthes zu finden. Im ben Baurechnun⸗ gen wird er oft genannt unter ben Kauf- leuten und Kramern, bei denen ber Rath Einkäufe macht.
3. Im erftien Suppl., Bd. II, ber Herwartſchen Urkunden-Samıml. unter 1478 ©. 1ff.
4. ©. ben über Stanbpuntt und Auf: faflung handelnden Abjchnitt der Einlei- tung.
Einlettung. XV Oſterreich und zü Steyr ꝛc. embieten den erfamen unfer und des reichs lieben getreuen, burgermeifter und ratte der flatt Augspurg uufer guad und alles gut. Erſamen lieben getreuen! Unfer beiliger vatter babft hat: uns vor ergangen zeitten ain indult gegeben und erlaubt, preühundert perfon umb gotzgab aufftiften in dem heiligen reich zit benennen 1, Darauff wir den erfamen unjern lieben andechtigen Beittn von Nidernthor umb ein thumhern pfründ za Ausburg benennet, darinn im aber einer, genant Marx Fuker?, unbillich rung gethan hat, des im wider ſolich unjer feyferlih nomminacion und unjer perjone zü ſmahe und verachtung Durch unfer burger zü Augfburg Hec- torn Mülich und Georigen Fuder 3 mit gellt und verfündung widerwertiger brief und in ander weiſe wider ir pflicht, Damit ſy uns und dem heiligen veich verbunden fein, züfchub, hilf, ratte und beyſtannd befcheen ift und noch teg- liche beſchicht, das wir nit umbilliden zu mercklichem mißvallen annenmen und biefelben unjer burger darumb, als fi) gebüret, zü firaffen vermeinen und empfelhen euch varauff, bey vermeydung unſer und des reichs fweren ſtraffen und ungnade von römischer feyferliher machtvolkomenheit, ernftlich gepiettend und wellen, daz ir von ſtund angeficht diſs unfers keyſerlichen briefs al umd yeclich derfelben unfer burger ligend und varend hab und güt, wo ir die im der ftatt Augsburg ober den gerichten und gepietten barkü gehörig ankumen und betretten, zů unjern und des heiligen reichs henden annemet und hinder euch bebaltet, fo lang biß fich viefelben unjer burger umb folich ir jmelich und ungeburlich verhanndlung mit uns vertragen haben. Daran tüt ir umfer ernftlih maynung. Geben zü Gretz am fechtzehnten tag des monats aprilis. Anno domini etc. 1478 unnſers keyſerthumbs im ſibenundzwaint⸗ zigiſten jare. Ad mandatum proprium dom. imperatoris. Ueber den weiteren Berlauf der Sache mangeln die Nachrichten; auch tie Baurechnung bes Jahres 1478, bie vielleicht über bie von dem Rathe eingefehlagenen Schritte Aufjchluß geben könnte, fehlt. Da jedoch Hector Mũlich im Jahre 1479 im Steuerbuche mit berfelben Summe veranfchlagt ift wie 1478, jo fcheint der Hanbel bald beigelegt worben zu fein; auch in reinem Anfehen bei feinen Mitbürgern ſchadete ihm das Vorgehen bes Kaifers nicht, denn wir fehen ihn im nächften Jahre 1479 wieder als Zunftmeifter der Kramer, noch dazu mit dem Amte eines Einnehmers be- kleidet; auch der Sturz des Bürgermeifters Ulrich Schwarz im Jahre 1478, ver fo viele Mitglieder des Rathes in Mitleidenſchaft zog, feheint die Perfon
1. In ven Mertwürbigleiten ber Zapf: ihen Bibl. Bd. 1, S.271 wirb aus einem dort beſchriebenen Cod. ein Schreiben bes Kaiter® Friebrih III. dd. Graz 5. Sept. 1478 erwähnt, in welcdem er dem Delan und Kapitel des Stiftes zu St. Morit ben Georg Knörringer vorfchlägt und er- nennt unter Beilage ber päpftlichen Bulle Zirtus IV., dergemäß dem Kaiſer bie
Freiheit eingeräumt worben, 300 Per-
ſonen zu Präbenden und andern Stiftern
zu ernennen. 2. Der vierte Sohn bes älteren Jacob
Fugger, der Schwager Hector Mülichs,
Lic. der päpftl. Rechte. Ehrenipiegel ©. 782. 3. Ein Bruder Marz Fuggers.
©. Fuggers
xVvI Einleitung. Mülichs gar nicht berührt zu haben. Wir finden ihn als Mitglied des ·Rathes bis zum Jahre 1483, zuletzt allerdings nur mehr dem großen Rathe angehörend. Im Iahre 1489 ift er im Stenerbuch noch veranjchlagt; im nächften Jahre findet fich an feiner Stelle fein Sohn Jörg Mülich. Er ift alfo zwifchen Mitte Detober 1489 und Mitte Detober 1490 ge- ftorben. Seine Vermögensverhältniffe waren wie bie des Vaters und Großvaters fehr günftige; er zählte zu ben reichiten Männern der Stadt. Im Jahre 1486 bezahlte er über 45 fl. Steuer, der reiche Jakob Fugger, jein Schwager, nur etwas über 30 fl.; 1489 fteuerte er 60 Gulden. Sein Geſchlecht ftand, wie die zahlveichen in ber Herrentrintftube ge- feierten Hochzeiten von Mitgliedern der Familie Mülich beweifen'!, in Augsburg noch lange in Blütbe. mat Wenden wir uns non ber Perfon Mülichs hinweg zu feiner Chronik, weiter fo müffen wir, bevor wir dieſe felbft in die Hand nehmen, einer anderen von ihm berrührenden Arbeit gebenten, vie gewiffermaßen als eine Vor⸗ arbeit feines Werkes erfcheint, einer Abfchrift der von Sigmund Mkeifter- lin, dem befannten Mönche von St. Ulrich und Afra, verfaßten Chrono- graphia Augustensium, bie im J. 1456 in lateinifcher Sprache und im barauffolgenven zů ainem gemainen nut’ in beutfcher Bearbeitung erjchien?. Angeregt durch humaniſtiſche Stubien und jo manche Ueberreſte aus dem Haffiichen Alterthume, die erſt kurz vorher in der Stabt und deren Um⸗ gegend gefunden worben waren ®, Iegte Meifterlin das Hauptgewicht auf bie Behandlung der älteften Geſchichte ver Staht unb fand mit feinem zum größten Theile aus Fabeln und Legenden zufammengewobenen Werke bei ben Zeitgenoffen fo großen Beifall, daß fie e8 als eine Hauptquelle für die Borzeit Augsburgs hänfig excerpirten und abjchrieben. Zu den Ercerpen- ten gehört, wie Fren sdorff dargethan hat*, ver Verfaffer ber III. im I. Band der Augsburger Stäbte-Chroniten abgedrudten Chronik von ber Gründung ver Stadt Augsburg Bis zum Jahre 1469, zu ven Abfchreibern unfer Hector Mülih und zwar, da feine Abjchrift bereits im Jahre 1458 pollendet war, zu den allereriten®.
Der Herren von der burgerfluben
r * hochtzeit regifter, angefangen 4. Es ift in ziemlich vielen Exem⸗ bare vorhanden und leiftet für Die Augs⸗ burger Genealogie treffliche Dienfte. Das von mir benützte Exemplar ge geh ort der Hof: un a Stanteb bliothek in Minden an. m.
2. S bier St.-Chron. In. Ein!. ©. Einl..
XXXVII und St.Chron. II ©. VI.
©. at. Chron. m. Einl. S. IV mit San.
4.8. &t. Chron. IV, ©. 270.
5. Zapf führt in feiner Augsb. Bibl. I, S. 55 eine Abfchrift der Meifterlinichen Ehron. unter »Cizera Vindelicia Genau- nia Augusta Criste tibi gloria In Au- gusta Regia urbe vere Regia«. Fol. auf, bie unter biefem Titel noch folgende mit-tothen lateiniſchen Berfalbuchftaben geichriebenen Worte aufweift: ‘Das büch
. Einleitung. xvn
Run mag Mülich die Luft gekommen fein, dieſe Chronik fortzuſetzen. Meiſterlin endet (in ver deutſchen Bearbeitung) mit ver Regierung Kaiſer endwigs, Mülich beginnt mit Ereigniffen aus der Regierungszeit Kaifer Karls, deſſen Nachfolger. Aus dieſem Verhältnig erklärt fich auch, wie Mülich dazu kommt, die ganze alte Gefchichte Augsburgs mit einem ein- zigen, die Chronik einleitenden Sate abzutbun 1; feine Abfchrift ver Meifter- linſchen Chronik berichtete darüber ja in größter Ausführlichkeit. |
Dieſe Abſchrift bildet alfo gewiffermaßen ven erften Band des Mü⸗ Die lichſchen Ehronikwerkes, die eigentliche Mülichiche Chronik ven zweiten. Freilich wollen dieſe beiven Theile jählecht zu einem Ganzen zuſammen⸗ paſſen, jo verſchiedenartig find fie in der Anlage und Durchführung, in “ ter Form und in der Auswahl des behandelten Stoffes; Meiſterlins Arbeit ift eben ber Typus ber gelehrten geiftlichen Gefchichtfchreibung feiner Zeit, die Mülichs kann als eine der hervorragenpften Leiftungen ber bürger- licheri bezeichnet werben. ®
Mülichs Chronik zerfällt je nach den ihm zu Gebote ſtehenden Quellen Queten. ın mebrere beutlich fich von einander abglievernbe Abjchnitte. ‘Der erſte —8 beginnt (abgeſehen von dem erſten für ſich beſtehenden Satze) mit pem Jahre 1348 und reicht bis zur Einführung der Zunftverfaſſung. Dieſer Abſchnitt enthält nur ganz kurze, in äußerſter Knappheit gehaltene No⸗ tizen. Mülich zog fie aus mehreren Chroniken, von denen ſich die des Erhard Wahraus mit den angehängten chronikaliſchen Notizen des 14. Jahr⸗ hunderts? und die Chronik von der Gründung der Stadt Augsburg bis sum Sabre 14693 erkennen laſſen; für einige Notizen war die Duelle nicht aufzufinden. Schon in dieſem erſten Abfchnitte zeigt fich, daß Mülich ſich nicht auf die Gefchichte der Stabt beſchränken wollte, ſondern auch auswärtige ihm intereffant ericheinende Begebenheiten aus ver Nähe und Ferne in feine Chronik aufzunehmen beabjichtigte.
. Der zweite Abjchnitt umfaßt die Zeit von 1368 bis etwas über 1400 2. ar. hinaus. Neben ben früheren Quellen benüßt von 1368 an Mülich als!" Hanptquelle dieſelbe Chronik von 1368— 1406, die auch Burkard Zint
in gefchriben, gemalt und eingepunben Inerben von Hector Mulich nah Ehrifti
kannt war, erhellt aus bem vasng ans . gepurt MCCCCLVII. Am tag bes
ber HR. des Jahres 1457 in St.-Ehron. IV, Einl. S. 267 Anm. 1.
menat juui.’ Die Handſchr. hat illumi⸗ mierte Zeichnungen und gehörte ber Hal⸗ rien Bibliothel au. Wo fie fich jetzt befindet, ift mir unbelannt; in der Augs⸗ enrger Kreis- und Stabtbibl. konnte kein Auffchluß Darüber ertheilt werben. Daß Rüli andy perjönlich mit Meifterlin be
1. ©. in der Handſchriftenbeſchreibung die Beichreibung der Mülichſchen Chron.
2. Abgedrudt in St.-Ehron. IV, ©. 216 ff., bezw. -245 ff.
3. Ebenda S. 279 ff.
4. Ebd. ©. 21 ff.
xviii | Einleitung. , bem felbftänpigen ‘Theile feiner Chronik vorausſchickte!. Freilich gebraucht Mülich diefe Duelle ganz anders als Zink. Während viefer feine Vorlage „erneute“, indem er die in ihr vorgeführten Ereigniffe im etwas vepfeliger Erweiterung nacherzählt, ift die Thätigkeit Mülichs biefer Quelle gegen- über faft durchaus eine ercerpirenve unb zwar einmal, indem er nicht alle ihm bierin gebotenen Nachrichten feiner Chronik einverleibt, fondern dabei mit Auswahl verfährt, dann auch, indem ex die einzelnen aufgenommenen Stüde zumeift nur im Auszuge wiebergibt. Die unferm Chroniften eigen- thümliche Knappheit des Ausbrudes zeigt fich am prägnanteften in dieſem Abſchnitte, wo man die Duelle und die Zinkſche Bearbeitung mit ihm ver- o gleichen kann. Mülich erfcheint nicht als Abfchreiber feiner Vorlage, fon- bern burchweg als urtheilsfähiger Bearbeiter verfelben. Vielfach finden ' fih Combinirungen mehrerer Quellen; manchmal nimmt er ein Datum ober eine Zahlenangabe aus Wahraus und fügt fie in den aus der Haupt- quelle entnommenen Text ein, over er entlehnt das Datum aus anderer, unbefannter Quelle, läßt ihm unweſentlich Scheinendes weg, erweitert ven Text dann und wann durch Detaillirung der vorgefundenen Angaben, zieht inhaltlich Zufammengehöriges, das in der Vorlage durch Fremd⸗ artiges getrennt ift, zufammen, fucht eine Anzahl aufeinanderfolgenver Abjäge, die dem Zuſammenhange nach ein Ganzes bilden, gleichjam durch Einfchließung in einen Rahmen als folches zu kennzeichnen, orbnet (in ber Regel) die Ereigniffe eines Iahres nach dem Monats⸗ und Tagesdatum, verändert fubjective Urtheile der Vorlage durch Mlilderung oder Ber: fhärfung, läßt fie weg ober fügt nene Hinzu. Auffällig iſt, daß Mülich bei aller Sorgfalt, mit der er im Einzelnen feinen Angaben Richtigteit und Beſtimmtheit zu verleihen fucht, genaue Tagestata abrundet und fich auch fonft kleinere Ungenauigleiten geftattet, die er burch einfaches Ab- ichreiben der Vorlage vermeiden fonnte. Eine befondere Stellung inner: halb des bezeichneten Zeitraumes kommt ber verhältnißmäßig ziemlich aus⸗ „führlihen Darftellung ver Schlacht von Nifopolis-zu, für die er, wie an ber betreffenden Stelle nachgewiefen werben wird, die Erzählung Schilt- bergers als Quelle benützt bat. 3. Abe Der dritte Abfchnitt umfaßt die Jahre von ca. 1400 bis ca, 1440. Rt Die bereits benüsten Quellen bienen, foweit fie noch fortlaufen, auch hier noch als Vorlagen. Neben ihnen müfjen Mülich noch andere zugänglich gewefen fein. Manche Anklänge von Stellen der Frankſchen Annalen an Mülichs Chronik dürften fich am zwanglofeften auf Benütung einer ge-
1. S. die Ein. zu Zink in St. Chron. V, S. XIII.
Einfeitung. xix meinſamen Quelle zurückführen laſſen!, da bie Verſchiedenheit ver in Frage kommenden Parallelen doch wieder zu groß iſt, um auf die direkte Ableitung der einen aus der anderen ſchließen zu laſſen. Anders ſteht es bezüglich der anonymen Chronik des 15. Jahr⸗ Anonyme hunterts, bie ſchon Fren sdorff wegen ihrer ftellenweife zu Tage treten. den Berwandtichaft mit Zink einer Prüfung unterziehen mußte?; es zeigt fih nämlich, daß eine ähnliche Verwandtfchaft auch zwifchen Mülich und tiefer anonymen Chronik befteht. Die erfte in dieſer Beziehung auffällige Rotiz findet fich bereits ımter vem Jahre 1378 (die Reichsſtadt Giengen betreffend). Bon jpäteren Parallelftellen feien ing Nachitehenven einige ver lehrreichften hervorgehoben. Zunächſt eine etwas über unfere Zeit- grenze (1449) binansgehenbe aus dem Jahre 1451:
Anonymus Bl. 84°,
Item da man zalt nach Chrifti ge- burt 1451 jar, als ber biſchof Peter jü Augspurg und carbinal zu Rom mas, da pracht er her gen Augspurg ablaß von pein und don ſchuld ain zgantz jar, aber es müft ainer in ſtock zeben halb als vil gelts, als er gen Rem verzeret het.
1. Bgl. z. B. folgende Stelle 1433. — (in Sieichele, auahe für bie Seid. der Augsb. Diöcefe 8b. II) S. 8 Item Da man de ia33, da ns ain der ſunnen zwiſchen 4 und 5. Item desſelben jars an dem vierten tag vor aller heiligen tag (28. Oct.) ta kam mardgraff Hanne von Pran⸗ denburgs tochter her mit Fin en gülden wegen und * ritter und knecht. Item ip Fri 13 jar alt, un. wurd dem von pe vermaechelt. Item der von Karen * —— pey 200 pferden, due iy bye empfingen.
Mülih BI. 68°. Item als der carbinal, unfer bis ſchof, von Rom kam, da bett er von dem bapft erlangt ain gang jar her zu unfer frawen gnad und ablaß von pein und ſchuld, als wär es in dent gnabenreidhen jar zu Nom geweſen. doch müft der mentſch dreimal umb die firhen gann und gen nacht aineft, acht tag; und folt ainer geben in den ſtock halb als vil er maint, das er gen Rom verzert bett ımd ward vaſt am groß murbeln under dem vold, dann vor langen zeiten brüber Berch⸗ told hie geprediget bett: wenn ainem Kom für die thür käm fo foltman die peutel zu halten, und ward jeinoft ge
Mülich BI. 48h,
Am 17. tag junii zwiſchen wier und fünf ſtund gen nacht warb ain finfternus, das man liechter müßt anzlinden, alfo gar warb die funn vwerbedt.
In Symonis et Jude (28. Oft.) tag kam ber marggraf Hannjen tochter von Brandenburg, bie was bei 13 jarn alt unb was vermechlet dem von Mantaw, bie bett zwen guldin wägen und vil ritter und knecht. ber von Mantaw ſchicket her 200 pferd und empfing fie bie.
2. ©. die Einl. zu Zint in St.-Ehron. V, S. XV fi.
xx Einleitung.
da Fam gar vil volf8 her, da ſchetzet dacht. aber es kam gar vil volcks her man, e8 wurden bei 20 taufent gul- und maint man, es wurde bei 20 din in ſtock gelegt. taufent guldin in den ftod gelegt.
Hier charakterifirt fich die mit Angabe von Einzelheiten ausgeftattete Darftellung Mülichs entfchieven als Duelle, bie des Anonyınus als Ex⸗ cerpt; um fo mehr noch, wenn man die dem Anonymus eigene, an anderer Stelle noch beſonders zu betonende Milde des Urtheils erwägt, bie ihn von ber Wiedergabe ber bei Mülich in die Notiz eingefchobenen Aeußerung Bertholds von Regensburg abhielt.
1401.
Anonymus Bl. 57°. Deſſelben jars hetten die münd von predigern am capitel hie, ver waren wol 200 herkumen; die flat Ihandt in 50 guldin und 10 aimer weins ıc.
. Mülih BL. 32°.
Des jars hetten prediger münich ain capitel bie und waren zwaihun- dert und acht frembder münich hie. die flat ſchanckt in fünftzig guldin und zehen aimer welfchweins.
Auch bier wird wieber bie bei Mülich dem Anonymus gegenüber ge- nauer angegebene Anzahl ver Mönche ven erfteren als Quelle des legteren
ericheinen laſſen.
1445.
Anonymus Bl. 79®,
Item in der jarzal 1445 jar am funtag vor lichtmeß kam herzog Ludwigs dochter von Bayın ber gen Augspurg mit vil edlen frawen und für gen Stätgarten, warn man fie graf Ülrich von Wirtenberg hät geben zü der ee. die hochzeit het man an der herren fasnacht und gab im dar⸗ zu 30 taufent guldin. fie hät 14 hobelwegen als fie durch für und vil volcks.
Mülich BI. 55°. .
Nach Chrifti gepurt 1445 jar an dem fontag vor liehtmeß kam her bergog Hainrichs tochter von Lands⸗ büt von Pairen und bett mit ir 14 bobelwägen und vil edler herrn und frawen, die was vermechelt graf Üls rihen von Wirtenperg und bett an der rechten vasnacht Hochzeit mit ix zu Stütgarten, und man gab ir zü heiratgůt 30 taufent gulbin zc.
Beide Terte geben alles Wefentliche in ganz gleicher Weife; die Ver-
ichiebenheit zwifchen dem Anonymus und Mülich beruht weniger auf ber Wahl anderer Worte, als auf verſchiedener Stellung ver Säge und Worte. Wichtig ift, daß Mülich die richtige Lesart ‘herkog Hainrich’ enthält, mit dem ber Anonymus ben fpäter fo berühmten und ben Augsburgern be- rüchtigt gewordenen Herzog Ludwig verwechjelt hat.
Einleitung. ®
XXI
1442.
Anonymus Bl. 78),
° Item in ver jarzal 1442 jar zü Rerlingen in der meß, dieweil man rant umb den Iharladh, da hät
ſich gerüft Aunshelm von Eyberg mit 700 pferden und wolten alles volf aufgeben und hinweg fueren, was fie möchten. und fam auf die keyrwiſen und kam zu ſpat, das das laffen oder rennen am end hät und das vold was faft vergangen; doch jagten fie vil volcks in die ftat.
Mälich BI. 52°.
In Nordlinger meß rant man da⸗ jelb8 umb ainen ſcharlach, da famen der ftett feind mit fiben hundert pfer- den etwas zů jpät, als die roß herein fomen waren. aber vil volds was dannocht auf der keyrwiß und ward ain groß geſchrai und ihlüg, man der flat tör zu und was vil vold® vor ven toren und in die gärten geflohen und heiten die feind herein gerent, jo hetten fie groß jhaden und mord gethaun. des zeugs hauptman was Onshalm von Eyberg, der ward her⸗ nach vor Neuburg erſchoſſen. ſie ſchüffen nichts, dann das fie ainen von Nördlingen fingen, ver gab in 400 guldin, der was auf dem renn- weg gewejen. darbei bin ich Hector Mülich geweſen.
1452.
Anonymus Bl. 84°,
Item deflelben jars an der rechten jfasnacht hat hergog Ludwig hochzeit zu Yantshüt, was hertzog Hainrichs jun, und am dornſtag in den 4 tagen betten fie ainen durnier und waren
als vil herren da, das man 2 durnier’
haben müft, aim am wor mittag, den andern darnach. es waren da 685 herrn, die durnierten, und 6 herm von Bayrn und 2 margraven von Brandenburg, 2 margraven von Pa- daw, atner von Wirtenberg und junft graven, ritter und knecht on zal; und man gab iederman füter und mal und verzeret niemant nichs.
Mülich BI. 69°,
Item an der rechten vasnacht bett hertzog Ludwig, herkog Hainrichs fun von Landshuͤt hochzeit mit hertzog Fridrichs tochter von Sachſen. und am dounstag in den vier tagen hetten fie zwen tournierhöf, ainen vormit- tag, den "andern nadhmittag, und waren ſechshundert und fünfundacht⸗ zigt ver herrn, die tourrnierten. darinn waren jech8 herren von Bayern, hert- zogen, zwen margraven von Badam, ainer von Wiltemperg und fopil gras ven und herrn on zal und gar köſtlich täng von vil fürftin und edler frawen und ftehen und fcharpf rennen on zal und gab iederman Föftlich eſſen und trinfen umbfunft. darbei bin ich Hector Mulich zů Lanpshät gewefen und han das alles gejehen.
Mülich hat in beiden Stellen wieder vor vem Anonymus Einzelheiten voraus und bat den betreffenden Ereigniffen als Zeuge beigewohnt. Man
x 06 Einleitung h
wird fchon aus inneren Gründen wenig zu der Annahme geneigt fein, daß Mülich hier den Bericht eines Anderen abgefchrieben und ihn lediglich, durch Zuthaten aus eigenen fchriftlichen Aufzeichnungen oder aus ver Er- innerung bereichert habe. Ziehen wir noch einen anderen von Mülich ſelbft gefehenen Vorfall heran, für welchen ihm in der ihm fo häufig als Vorlage dienenden Chronik von ber Gründung der Stabt Augsburg bis zum Sabre 1469 eine Darftellung vorlag, um zu fehen, wie er ſich in dieſem alle verfelben gegenüber verhält.
1434.
Chronik von der Gründ. d. St. ıc. St.Chron. IV, 322, 16. Anno 1434 jar was ain flard
man bie, der viel mit willen auff der gaſſen niver als wär er krand, das man im gelt gebe. er ließ im au alle .gogrecht tün. den handt man bie an galgen um jein püberey.
Mürih DI. 49°.
Acht tag nad ſant Yörigen tag fam ain junger ftarder gefell ber und legt fich niver und tät, als ſam er fterben wölt auf der gaflen und ließ fi mit dem hailigen öl beftrei- hen und nam unfern bern. barbei bin ih jelb gewefen. jo famlet man im dann und er ſprach, er bett nit gelt; das tät er in andern fetten auch. aljo ward er bie gefangen und an galgen gehenckt.
Der Bergleich der beiden Stellen zeigt, daß ſich Mülich feiner Vor⸗ (age gegenüber durchaus felbftändig verhält; fo würbe er fich, darf man annehmen, auch bem Anonymus gegenüber geftellt haben, wenn dieſer ihm
als Quelle vorgelegen wäre.
Freilich wird bie Stcherheit des Urtheils, das man nach Vergleichung ſolcher Stellen gewonnen hat, wieder beeinträchtigt bei ver Berüdfichtigung
anderer.
1445,
Anonymus BI. 79°.
Item als der kaiſer ven reichöfteten Ichrieb, das fie folten über bie Schweiger ziehen, da was herkog Albreht von Oſterreich zů Walshüt am Nein: der kaiſer ſchrib auch allen fürften und herren, das fie zü- gen auf die Schweiger und gebot bei verlierung der lehen und wolt die Schweiter verdilgen. vie ſtet wol- ten nit ziehen, wann es gieng nun
Mülih BI. 55°,
Item zü fant Michelstag ſchreib der römiſch kuͤnig allen fürften und herren und allen reichSftetten bei verliefung aller lehen, feinem bruder bergog Albrechten von Oſterreich zü helfen wider die Sweitzer zü kriegen. das wollten die reichsſtett mit thin und ſprachen, es gieng das haus von Oſterreich an und nit das veid), auch jo wären die eidgenofjen eins
Einleitung.
das hans won Oſterreich an. da kam margrave Albrecht, marggrauf [von hadaw, marggrauf von Rotel, grauf Ürih von Wirtenberg,. 3 graffen von Ditingen, grauf von Helfenflain und ſunſt vil granfen, freien, ritter und tet und überall auf in allem Schwabenland, alſo das 1600 pferb züjamen famen und bei 4000 ze füß. und dieweil fie bei ainander waren, da gewunnen die Schweitzer das ſchloß Reinfelden, was des von Oſterreich, an ſant Mangen tag, und kund in der adel nichts abgewinnen. Die Schweitzer kerent auch zü dem reif am tail als Beren, Bafel, Tucern, Solliter und ander reichsſtet im Schweiß.
xx
tails des reichs, aber die fürften und bern kamen zufammen mit 1600 pferven und 4000 zu füß.
und in derfelben weilen gewunnen die eidgenofien das ſchloß Keinfel- den, was des von Oſterreichs, an fant Mangentag, do fund aller adel nit vor fein.
Diefe Parallele müßte zu dem Schluffe führen, daß der Anonymus
tie Quelle Mülichs gewejen fei. Ein weiteres Beifpiel:
. | 1452.
Anonymus BI. 84°.
Item da man zalt 1452 jar zü jant Katrinen tag da zoch kunig Fri⸗ derich auß. gen Kom, da ſchickten im die reichſtet vil volcks und der züg fam züjammen zü Bern und er rit wol mit 2000 pferven hinein. -
und zü der Hoden Sen kam fein praut zu im, die im vermechlet was, die wos ain künigin yon Portugal und zoch mit im hineingen Rom. und am fontag letare in der faften wei- het in der bapft Ricolaus der fünft zu faifer und die frawen auch und vermechlet fie züfammen. da ritt ver kaiſer gen Napels und het da hochzeit und leget fi) Dazk, dabei was der
kũnig von Arguny. und zoch da wider
berauß gen der Hoden Sen und act tag nach dem aufferttag kam er
Mülich BI. 69°.
An fant Katharinen tag zoch der römiſch künig Fridrich von der Ne: wenftat aus gen Rom und hett bei zwai tauſent pferd mit im, Dann die veichöftett dienten im und kamen zu Ferrer zu im. dievon Augsburg ſchick⸗ ten im 16’ pferd mit Xeonharten Ra- dawer und ainem doctor, der ftarb underwegen zu Trient. zü der Hohen- finn kam die jung fünigin von Porti- gall, die was ihm vermedhlet und zoch mit im gen Rom. und am fontag letare in der faften weit fie babſt Nicolaus der fünft zu faifer und kaiſerin und dermechlets zäfamen. do rait der kaiſer gen Neapeld und die kaiſerin und hett da Hochzeit; Do was der fünig Alfonfus von Arguni und tätt im groß eere. und z0d der kaiſer wider heraus und kam gen Benedig und ward im fo groß zucht
Burlarv int,
xxIv Einleitung.
gen Benebig und lag da 14 tag. da und ere erpoten, darvon vil zu ſchrei⸗ fam die faiferin auf dem mer auh ben wär, an allen enden. und künig dahin und ward in groß er erboten. Laslaw und herkog Albredt von
| fterreidh zogen auch mit dem kaiſer.
Hier hat Mülich als den Ort, wo bie Vertreter ber Reichsftäbte mit ben Raifer zufammentrafen, richtig Yerrara (häufig in Ferrer verfürzt), woraus beim Anonymus durch einen Lefefehler Bern geworten fein mag, und erweift ſich auch fonft diefem gegenüber an Thatſachen reicher. Am Schluß jedoch hat der Anonymus vor Mülich die genaue Zeitbeftimmung für die Ankunft des Kaifers in Venedig und für feinen dortigen Aufent- halt voraus. .
Immerhin dürfte Die Vergleichung ber vorgeführten Stellen, bie noch um viele vermehrt werben könnten, dasſelbe Refultat ergeben, wie e& von Frens dorff für das Verhältniß Zinks zum Anonymus feftgeftellt wurde!: wir werden zu der Annahme kommen, daß nicht Mülich den Anonymus, ſondern dieſer Mülich als Vorlage benützt; die Fälle, in denen ſich, dieſes faſt unwiderleglich ergibt, ſind viel häufiger als die, in denen Zweifel entſtehen könnten; das Plus, das ſich in letzteren beim Anonymus Mülich gegenüber vorfindet, dürfte unſchwer aus dem Umſtande zu erklären ſein, daß der Anonymus ſeine Notizen eben auch gleich andern Chroniſten dann und wann durch Combinirung mehrerer Quellen zu bilden liebte.
Endlich finden ſich in Mülich eine Anzahl von Stellen, die zu der Frage drängen: hat Mülich Zink benützt? Mülich und Zink verkehrten Jahre lang, ver eine als Rathsherr, der andere als Rathsdieper, gleich⸗ zeitig im Rathhauſe, in ihrer fchriftftellerifchen Liebhaberei hatten fie ein gemeinjames Feld, auf dem fie fich öfter begegnen konnten. Ob die auf Zink hinweiſenden Stellen bei Mülich fich daraus erklären, daß beide
- einander einzelne Nachrichten mittheilten, oder vielleicht einfach in der
Weiſe, daß man annimmt, ver jüngere Mülich habe vie Chronik des älteren Zin? dann und wann als Vorlage benügt, läßt fich nur ſchwer entjchei- den?. Mebrigens find die Berührungen zwifchen ven beiden Chroniken fo
1. S. die Einl.zu Zint in St.-Ehron. bei dem galgen’ bei Mülich BI. 7% — bie S.XXX. :
irrige Nennung ber Stadt Weil ſtatt
'
2. Mauchmal find es nur einzelne Wörter, die auf eine Abhängigkeit ber beiden Ehroniften von einander hinweiſen, jo 3. B. der in der gemetufchaftlichen Vor⸗ lage(ber Ehron. von 1368— 1406) fich nicht findende Pafjus “und (fie) hielten aljo ſtill bei dem galgen’ bei Zink ©. 5, 18 entfprechend dem Satze “und (fie) hüben
der Eonjunktion “weil bei Zint S. 9, 1 wie bei Mülich Bl. 88 — das der Ehron. con ber Srindung der St. Augsb. b. 3. %. 1469, die Mülich jo häufig benützt, fehlende Datum für den Brand bes Klo⸗ ters an der Horbrud ‘nah fant Mat: eu tag’ bei Zint 70, 18, bei Mülich
I. 438 nach feiner Gewohnheit umge-
Einleitung. XXV unbedeutend, daß fie bei ver Würbigung verfelben feinen beachtenswertheren dactor bilden. |
Bon ca. 1440 an macht Mülichs Chronik den Eindrud, daß fie Kan. gößtentheils auf jelbftändigen Aufzeichnungen beruht!.
Mülich verkehrte in feinem Berufe als Kaufmann wahrfcheinlich viel Dueten. in fremden Ländern, wo er Gelegenheit hatte, ihn intereffirende Nach- rihten zu fammeln; außerdem war Augsburg einer ver wichtigften Handels⸗ mittelpuntte, wohin Kaufleute aus aller Herren Ländern kamen, fo daß er auch zu Haufe fich über die Ereigniffe in den Welthänbeln unterrichten konnte, theils durch mündlichen Verkehr, theils durch die Zeitungen, bie bier, wie nicht leicht anderswo, zufammenliefen. Mülich war aber auch, wie wir fahen, Rathsherr; er ſaß im Heinen Nathe, öfter mit hoben Rathsämtern befleivet, und hatte in dieſer Stellung Antheil an ven ge- beimften Rathsverhandlungen, hatte Einblid in die ſtädtiſchen Correſpon⸗ denzen, in bie Rechnungsbücher, vie Steuerbücher, die Strafbücher ꝛc., ie daß ihm hier für die Gefchichte der Stadt, bie äußere und die innere, ſowie über bie wichtigeren Vorgänge im eich und im Auslande das vor- züglichfte Quellenmaterial zu Gebote ftand. Viele Stellen in feiner Chro- nik weifen auch darauf bin, daß er nicht verfäumte, aus dieſer Duelle zu ſchöpfen, wenn auch freilich nicht fo viel, als wir wünjchen möchten. Manches ſchildert er: uns auch als Augenzeuge.
Wie es meiftens bei den mittelalterlihen Chroniften der Fall tft, nennt Mülich feine Quelle nicht; will er auf eine fchriftliche Vorlage hin⸗ weiten, jo thut er e8 3. B. in ber Form ‘ich ban auch gelefen, das ditz beicheen fei’2, oder ‘das han ich alfo gejchriben gefunden’®; beruft er fich anf eine mündliche Duelle, fo fagt er 3.8. ‘ich han vernomen für bie maurbait’!; manchmal nennt er fich ausprüdlich als Augenzeuges, einige Male nimmt er auf feine amtliche Stellung Bezug, indem er gleichjam
wandelt ‘an jant Matheis tag’ ıc. Doc) finden ſich auch größere, zi A deutlich aneinander ** ende Stellen, wiez. B. bie Erzählung von der Ueberſchwemmung bei Meran im Jahre 1419 bei Zink S. 68, 1, bei Mälich BI. 41a ober die Notiz von dem kalten Winter bes Jahres 1417 bei Siut 147, 9, bei Mülich BI. 38%.
1. Diele Annahme braucht mit ber oben gemachten Borausfegung, daß Mii- ih feine Chronik erſt nach der Abſchrift ter Meifterlinfchen (alfo nach 1458) je ennen habe, nit in Widerſpru —* Malich trug eben die Raqhri con,
ẽtadiechronilen XXI.
bie er bereit8 vorher gefammelt, erft fpäter in feine Chronik ein. Vgl. auch das unten über die Abfafjungszeit der Chronik Ge
fagte 2. BI. 30b, 3. Bl. 218, 1. Bl. 888 3.8. BI. 498: darbei bin ich Re 1 gen. Mit vollem Namen nennt ülich zum erſten Diale beim Jahre YA 2 81.528: *darbei bin ich Hector Mü- Anl ee außerdem noch BI. 57b, 12, 998, 132b, 1388, 147b und zu⸗ * beim Jahre 1477, BL. 1522. Als
b
xxvi Einleitung.
zur Bekräftigung der von ihm gemachten Angaben hinzufügt das gelt han ich ſelb gezelt, dann ich was ber zeit ber ſtat einnemer'! oder dann ich mas baumeifter und gab follich gelt alles aus'?, oder er beutet darauf hin, daß er in amtliche Bücher Einblid babe, wenn er 3.9. fagt ‘e8 wurden um- gelt hie aufgejegt 1461 .... als das umgeltbüch inn belt’®.
en Bezüglich des von Mülich in ſeine Chronik aufgenommenen Materials Chronik. ſucht man vergeblich nach einem leitenden Geſichtspunkte, und zwar fo- wohl da, wo er ihm vorliegende Chroniken benütt, als auch bei feinen jelbftändigen Aufzeichnungen. Wir können in dem erfteren Falle keinen Grund angeben, warum er das eine Stüd aufnahm, das andere ausließ, und finden in dem letzteren, daß er oft ganz unwichtige Begebenheiten auf- zeichnet, während wir andere gleichzeitige, viel bedeutendere, vermilfen. Vieles hat er entjchieven aus beftimmten, vielleicht perjönlichen Gründen vermieden ober nur ganz kurz abgethan. Wie bürftig ift z. B. feine Er- zählung von dem Proceß und ver Hinrichtung ber beiden Vittel*, von - benen boch ver eine,. Hans, Jahre lang mit ihm das Amt eines Zunft- meifter8 ber Cramer befleibete, mithin im Rathe fein nächfter College war; wie wenig berichtet er über ven Sturz bes Bürgermeifters Ulrich Schwarz >, in beffen Thun und Treiben er als Mitglied des Heinen Rathes doch ge- nauen Einblid haben mußte. Weberhaupt erfahren wir über bie innere Gefchichte ver Stadt, die Vorgänge im Rathe, Bamiliengefchichten und vergleichen verhältnigmäßig nicht viel. Weit lieber berichtet er über vie Kriege, an denen die Stadt betbeiligt war; bier ift er fchon bei Darftellung ber Kriege von 1372—73 und 1387—89 5 reicher als feine Quelle. Mit großer Ausführlichkeit, ftellenweife faft tagebuchartig, erzählt er bie haupt⸗ ſächlich in einer Unzahl einzelner Brand- und Raubzüge fich abfpielenden Kriege von 1449—50 und bie Triegerifchen Creignifjfe von 1458—627. Auch das Verhältniß der Stadt zum Bifchof und feinem Domtcapitel und zu den benachbarten bayerifchen Fürſten, namentlich Herzog Ludwig von Bayern⸗Landshut, kommt häufig zur Sprache; die äußeren Vorgänge bei ben in der Stabt abgehaltenen Neichstagen von 1473 und 14748 werben,
dritte Perfon nennt er fi beim Jahre 1473, Bl. 1406. Bon nahen Verwandten
lichen ober für den Rath der Stadt Augs⸗ burg beftimmten Schriftftüden entnahn,
fprit er BI. 43b, 58b, Abb, . Bl. 138»,
2 Bl. 1478; vgl. BI. 1528.
3. Bl. 118b; j. auch den Anhang. Einige Male hat fa Mülich feltfamer- weiſe begnügt, den officiellen Titel fürſtlicher Berfönlichkeiten, ben er öffent
feiner Chronik einzuverleiben, ohne fonft irgend » enas bel beizufügen; ſ. z. B. Bl. 808.
5 BT. 1528. 6. BI. 60 ff, bezw. Bl. 208 ff: 7. BI. 605 ff, bezw. BI. 846 ff. 8. BI. 1408 ff,, bezw. BI. 1426 ff.
Einleitung. Xxxvii wie ſich erwarten läßt, ebenfalls ausführlich behandelt!. Dazwiſchen finden fich aber fehr zahlreiche Stellen, vie mit der Gefchichte ver Stadt in gar Teinem Zufammenhange ftehen: ja man kann fagen, daß ung in ver Mülichſchen Chronik faft ebenjo häufig Begebenheiten ver Reichs- und Raifergefchichte, Vorgänge in der Schweiz, im Ordensland, in Böhmen, in Ungarn, in Italien, im Orient, in Frankreich und ‚England begegnen wie Ereignifje, vie zu ver ftäbtifchen Gefchichte in näherem ober fernerem Bezuge ftehen. Beſonders ausführlich berichtet unſer Chronift über bie Eroberung von Mainz im Iahre 1462, über pie tragifchen Geſchicke ver Statt Lüttich im Jahre 1468, über die Kämpfe Karls des Kühnen, über vie Raub- und Eroberungszüge ver Türken. Gegen den Schluß ber Chronik werben bie Einträge für die einzelnen Jahre weniger, ohne irgend einen Schlußjat bricht fie ab. i
Was die Zeit der Abfaffung betrifft, jo ift ein Anhaltspunkt für eine Beit dr fichere Annahme nirgends geboten. Das Wahrfcheinlichfte ift, daß bie fung. Chronik allmälig entftand. Mülich hat vielleicht ven Theil ver Chronik, ter hauptſächlich auf Vorlagen fußt (bi8 ca. 1400), auf einmal gejchrieben und dann angefangen, fich Notizen auf Blättchen zu machen und Zeitungen zu fammeln, die er dann, wenn Ruhepauſen eintraten, von Zeit zu Zeit einſchrieb 2. So ift e8 erflärlich, daß wir Einträge finden, bie einen durch mehrere Stabien fich Hinziehenden Vorgang vorausgreifend gleich in einem Zuge erzählen?, während andere darauf hinweiſen, daß der betreffende Borfall zur Zeit des Eintragens noch nicht zum Abfchluffe gelommen *. Gegen ven Schluß ver Chronik finden fich einige Ereigniſſe unter faljchen Sahreszahlen vor, was wohl darin feinen Grund bat, daß zwifchen ber Zeit des Vorfalles und des betreffenden Eintrages in die Chronik eine
1. Nur ausnahmeweije werben andere als die Hier hervorgehobenen Gegenftände ausführlich behandelt, fo vie Leichenfeier- iichleiten fllr den im Jahre 1469 verflor- benen Biſchof Peter von Augsburg, BI. 1176 ff,, die Wahl des Grafen Friedrich son Zollern zum Bifchof von Augsburg im Jahre 1486, Bl. 1576, das große Schießen im Sabre 1470, Bl. 1366,
2. Bgl. oben S. XXV Anm. 1 uud bie Anmerkung zu der unter 1389 auf Bl. 256 fih vorfindenden Aufzählung ber bayrijchen Herzoge.
3. Mulich fpricht 3. B. bei der Erzäh⸗ lung der im Jahre 1452 dem Kaiſer ab- gensthigten Auslieferung des Königs
Ladislaus an Ulrich von Eilly und deſſen Berbünbete bereits von dem erft im Sabre 1457 erfolgten Tode des Labislaus. Bl. 108 — ebenfo bei ber Notiz von der Ein- jegung des Peter von Hagenbah zum Statthalter Karla des Kühnen Über bie vorberöfterreihiihen Lande (im Sahre 1469) von der erft im Sahre 1474 erfolg» ten Hinrichtung Hagenbachs. BL. 117a, Auf andere, ähnlich gelagerte Fälle iſt in ben Anm. zu den betr. Stellen hinge⸗ wiefen.
4. So heißt e8 unter dem Jahre 1458 von Gefangenen bes Derzoge Ludwig, bie erft ſpäter frei wurben ‘und find 100 fein gefangen’.
b*
Stil a. Anlage d.
Ehronif.
XXVI Einleitung.
ziemlich lange Paufe liegt: wenn Mülich 3.9. die Ermordung des Niklas von Abensberg ftatt unter 1485 unter 1484 berichtet!, fo muß dieſes Ereigniß offenbar ſchon mehrere Jahre hinter dem Schreiber gelegen fein, fonft hätte er beim Nieberfchreiben des Fehlers den Irrthum gewahr werben müſſen. So bürften wir denn nicht fehlgehen, wenn wir die Be enbigung ver Chronik wohl in bie allerlete Lebenszeit Mülichs verlegen; ber jähe Abſchluß des Werkes wäre dann durch das Eintreten ver lebten Krankheit ober des Todes des Chroniften? zu erklären.
Trotz der allmäligen Entftehung ber Chronik trägt der Stil und bie Anlage verfelben ein einheitliches Gepräge. Jede Notiz over Erzählung ift in ber Regel ein für ſich abgejchloffenes Ganzes, ohne Bezugnahme auf etwas Vorhergehendes ober Nachfolgentes; auf pragmatiiche Darftellung wird, von wenigen Ausnahmen abgejehen, abfichtlich verzichtet, Die Sprache ift, wie ſchon erwähnt, fnapp, dabei klar, Ternig, ja etwas berb. Die kurzen Notizen erhalten dadurch eine ihnen fehr wohl paffenbe plaftifche Form, bie ausführlicheren Erzählungen allerdings leſen fich etwas troden.
Dann und wann finden fich echt volfsthümliche |prichwortartige Rede⸗ wenbungen, 3.8. in ver Erzählung ver feitens des Herzogs Ludwig der Stadt erwieſenen Unbilden, wo Mülich darauf hinweiſt, daß dies Alles geſchah, trotzdem ver Rath ihm Geld geliehen: “darum fol man ven herren nichts leihen, man lauft veintfchaft darum's, oder bei ber Darftelfung ber unter den Küttichern herrichenden Uneinigfeit und der daraus entfpringen- ben Folgen: aigner fin und übermüt, das tüt nimmer güt und aigner fin macht zwiträcht und zertrennt alle vegiment’*.
Zu der Nüchternheit ver Sprache gefellt ſich auch die des Urtheils. Bon jener lebendigen Theilnahme an den in Rebe ftehenden Menſchen und Dingen, die für Zinks Darftellung jo charakteriftifch, ift in Mülichs Chronik nichts zu finden. Mit welch’ eifiger Ruhe fpricht diefer von ber bie ganze Stadt in die höchſte Aufregung verfegenden Hinrichtung ber beiden Vittel und des Ulrih Schwarz! Man fieht förmlich, wie er mit Bewußtſein fein Urtheil zurüdhält, und wo er feine Objectivität aufgibt, macht e8 den Eindrud, als wenn ihm in einem unbewachten Augenblid ein zorniger oder bitterer Ausruf entfahren wäre.
Auf dieſe nicht eben häufigen Stellen find wir denn bei dem Ber- ſuche, uns ein Urtheil über bie Subjectivitãt unferes Chroniſten zu bil- ben, angewiejen.
1. 81. 156b, 3. Bl. 1158. 2. ca. 1490. ©. oben S. XVL 4. BL. 111,
. Einleitung. XXIX
Mülichs politiſcher Standpunkt war derſelbe wie der Zinks!. Sorge Stand. und Unwille über bie ven Stäbten fo feinpliche und gefährliche Macht des und Auf Adels und der Fürften, von deren Kriegsluft der arme Bauer ebenfo zu " leiden hatte wie der Heine Bürger und ver reiche Kaufmann, kommt an mehreren Stellen zu charateriftiichem Ausdruck. Wir haben in ihm einen echten Reichsbürger vor uns, der von lebhaften Gefühl für die Macht, vie Ehre und Größe feiner Baterftabt, fowie des Stäbtewefens überhaupt erfüllt ift, deſſen Parteinahme für die Städte in ihren Kämpfen gegen ihre Feinde trotz ber feiner Darftellungsweife eigenen Objectivität nirgends zu verfennen iſt. Mit Entrüftung muß er ſehen, wie es Neichsftäbte gibt, die es über fich bringen, fich der fürftlichen Gewalt zu beugen, ohne das Aenßerſte zur Vertheidigung ihrer Freiheit gethan zu haben, fo die Stabt Wörth, die fich an Herzog Ludwig ergab ‘on not’2, und die Stadt Regens⸗ burg, deren Unterwerfung unter Herzog Albrecht er mit den Worten ein- trägt: “die von Regenspurg hond ſich an hertzog Albrecht ergeben on alle not und ift vor ain frei ftat geweſen, nun ift fie ain gefchleff geworben’3. Ueber die Schwäche des Kaiſers den Uebergriffen ver Fürſten gegenüber änßert er fich öfter in bitteren Worten; fo wenn er von bem ben nad» trüdlichften Geboten bes Kaifers zuwider hanbelnben Herzog Ludwig von Bayern-Landshut fagt: ‘er gab aber nicht umb feine (des Kaifers) gepot’‘. Für einen folchen Kaiſer konnten vie Stäbter, die in ihm fo gern ihren Schüger verehrt hätten, überhaupt wenig Achtung und Vertrauen begen, und fo finden wir denn bei Mülich, ver allerdings, wie wir fahen, Grund zu perjönlicher Verftimmung gegen ven Raifer hatte, folgende braftifche Stelle: Es ift zu wiffen, wie oft uns ber kaiſer züfagt, er wolt fich mit hertzog Ludwigen nit verrichten, wir wären dann in der richtung auch be- griffen. doch jo warb er verricht, und wurden wir in bie richtung nit ge⸗ nonmmen, wie wol wir ain groß vertrauen inn kaiſer heiten und er ung groß zügefagt, des vergaß ber kaiſer alles und hetts ain anderer gethaun, je wäre er zü ainem baillofen und treulofen man zu fchäten’>.
Dezeichnend für vie ftreng rechtliche Gefinnung Mülichs tft auch fein Haß gegen vie beiden Ufurpatoren Podiebrad und Hunyad, in denen er nur Mörter und Thronräuber ſieht; was er Schlimmes von ihnen hört, findet fofort bei ihm Glauben, für ihre großen Eigenfchaften fehlt ihm der Sinn®.
1. ©. bie Bu zu Zink in St. 4. Bf. 114b. ren, VS. XXXV 5. 81. 1142. 2. 9. en 6. ©. z. B. Bl Sir, 906.
J. Bl. 158b,
XXX Einleitung.
Aber auch über die Handlungsweiſe des Stadtregimentes oder ein⸗ zelner demſelben angehörender Perſönlichkeiten äußert er ſich, wo er Grund zu Tadel zu haben glaubt, ziemlich ſcharf: dem aus der Chronik von 1368 bis 1406 entnommenen Bericht über die im Jahre 1373 nach Eger und Prag abgeordnete ſtädtiſche Geſandtſchaft, die nach ſeiner Meinung nichts ausrichtete, fügt er folgende Worte bei: es wäre weger geweſen, man het den kaiſer nie geſehen und wär das gelt im Lech hingerunnen, dann ain ſollich köſtlich botſchaft wär wor dem bapſt oder künig von Franckreich genäg geweſen, dann wir uns doch für verderbt fürgaben’!.
Was feine Stellungnahme zu ben inneren ftäbtifchen Angelegenheiten betrifft, jo war er ein Anhänger des Zunftregiments, der jeboch für das, was es an fchlimmen Auswüchien zeitigte, burchaus nicht blind war. Unter feinen Zunftgenofjen erfreute er fich eines beſonderen Anfehens, was feine oft wiederholte Wahl zum Zumnftmeifter ver Kramer beweift. Gegen die von Zeit zu Zeit in Augsburg fich geltend machenven ochlo- kratiſchen Strömungen nimmt er entfchievene Stellung, er äußert ſich 3.2. ſehr beftimmt in einem Falle, in dem der Rath ven ärmeren Claffen nach feiner Anſchauung zu ſehr nachgab, ‘und was ain torhait, das arm volck züfamen zü vorderen und in etwas haim zü feen, dann ver verborben man tert fich zu dem böfen’. Im berartigen Parteiungen fieht er ven Keim des Verderbens der. Städte, bie ven zahlreichen Feinden gegenüber innere Eintracht und verftändige Gemefjenheit fo nöthig hätten. Daher fällt er troß feiner Sympathie für die in Kämpfe mit Fürften und Herren verwidelten Stäbte ein fehr hartes, für feine Gefinnung ungemein be- zeichnendes Urtheil über die im Jahre 1468 Karl dem Kühnen erlegenen Lütticher : “jeglicher wolt fein eigen fin prauchen und hielten kain orpnung, barumb ift in alfen ir gewalt genomen, und hoffart unkeuſch wücher hätt über hand genommen, bie rüffent täglich vor got; darumb’, fährt er, biefen Gedanken veraligemeinernd, fort, ‘jtraft got die criftenhait mit krieg und anderm hertzenleid und ift ain mentfch des andern teufel’?.
Aus der Art und Weife, wie Mülich über das Vorgehen des Rathes gegen bie Ketzer, über bie Huffiten 2c. erzählt, kann man auf eine ftreng Kirchliche Gefinnung fchließen, was ihn aber nicht abhält, über das welt- liche Leben und Treiben des hohen und nieberen Klerus und über bie Hab- fucht Roms, die unter immer neuen Vorwänden von ben Gläubigen Gele zu erpreffen ſuchte, herbe Klagen zu führen. Gelegentlich des zu Gunften ber Rhodiſer im Jahre 1480 vom Papſte bewilligten „Onadenreichen
1. 81. Sb, 2. Bl. 111b,
Einleitung. xxxI
Jahrs“ Heißt es: ‘die Rodiſer kamen her uud namen bie und anderhalb das gelt ein und machten bie allain mit den Taufleuten wechfel umb 28 tauſend gulbin und was übel angelegt, dann bie Robifer und ver bapft wurden unaind und wolt ber bapft bie gnab wider aufgehept haben. es was ain halbe bejcheißeret’ !.
Die Anmaßungen des Biſchofs und bes Domcapitels ber Stabt gegenüber, das verbächtige Verhalten verjelben bei Kriegen, ver von den Domberren erwirkte Ausfchluß der Bürgersföhne vom Domcapitel gaben wilchen ber „PBfaffheit” und ver Bürgerfchaft reichlichen Stoff zu beiber- feitigen Gehäffigfeiten, die fich in mancher Aeußerung Mülichs charafte- riftifch fpiegeln.
Bergleihen wir Mülichs Inbivibualität, wie e8 nahe liegt, mit ber Zinks, jo müfjen wir gejtehen, daß ihm viele der anziehenden Züge, bie tiefer aufweift, fehlen; ftrenger Nechtlichkeitsfinn, Zurückhaltung, ernite Auffaffung der Xebensverhältniffe, Strenge des Urtheils find die Grund- züge feines Weſens, foweit es ſich uns in feiner Chronik zu erkennen gibt; eine etwas ariftofratifch in fich verfchlofiene Natur gegenüber dem in treu⸗ berziger Offenheit fich gebenden Zinf.
Was ben objectiven Werth ver Mülichichen Chronik betrifft, fo ſteht ® Benpber fie, joweit e8 fich um innere ftädtifche Angelegenheiten handelt, an Reich- baltigleit des Materials etwas hinter Zink zurüd, bringt aber auch hier viel Neues und Werthuolles und ift auf alle Fälle eine jehr willfommene Ergänzung Zinks, ver auch in manchen Punkten berichtigt wird, für bie außere Geſchichte ber Stat fteht Mülich zum mindeſten auf ter Höhe Zus, namentlich bie Erzählungen der Friegerifchen Begebenheiten, an tenen bie Stadt theilnahm, bilden eine wichtige Bereicherung der Zink. ihen Kriegsberichte. Was endlich Mülich von Reichs⸗ und ausländischen Begebenheiten bringt, überragt bei weitem das von Zink Mitgetheilte. Wir ftogen bei Mülich auf eine geradezu erjtaunliche Menge folcher Nach- richten, die feinem Eifer im Sammeln von Zeitungen alle Ehre macht und ihn als einen Dann erlennen läßt, der mit regem Intereſſe und mit Ber: ftäntniß die Ereigniffe feiner Zeit, wo fie immer fich abfpielen, verfolgt ; man glaubt manchmal den Großkaufmann zu fehen, wie er feinen Blick rings umhberjchweifen läßt, um die Sonjuncturen ver Zeit für den Handel zu berechnen. Bemerkenswerth ift bie Zuverläffigfeit, bie weitaus den meilten ber von Mülich verzeichneten Nachrichten eigen ift; man fieht ihnen an, daß fie nicht auf das erfte Gerücht hin niedergefchrieben wurden ;
I 8. 1558.
Bearbei⸗ ter und Fortſetzer d. Chro⸗ nik.
Georg Deme
XXXII Einleitung.
Irrthümer finden ſich natürlich auch, aber verhältnißmäßig ſelten. So findet denn die ſtädtiſche, die Reichs- und die allgemeine Geſchichte des 15. Jahrhunderts in Mülich eine reiche, oft werthvolle Quelle!.
Die erſten Abſchreiber bezw. Bearbeiter und Fortſetzer der Mülich⸗ ſchen Chronik find die bereit8 von Frensdorff in feiner Einleitung zu ben Chroniken ver Stadt Augsburg als folche genannten Georg Demer, Matthäus Manlich, Mare Walther und Wilhelm Rem ?. Ihre Chroniken wurden von Xerer, wie bie Hanbjchriftenbefchreibung des Näheren bar: thun wird, bei der Herftellung des Mülichichen Textes herangezogen.
Bezüglich der Perfönlichleit Georg Diemers, Dieners, Demers?,
"wie er feinen Namen felbft fohreibt, möge e8 hier genügen, mit Hilfe der
Steuerbüdher das Tobesjahr feitzuftellen. Er wohnte in feinen legten Lebensjahren in der Cleſattlergaſs' und ift für das Jahr 1512 unter biefer Rubrik eingetragen als Jeorig Diemer unnder käwffel' mit einem Steuerſatz von 30 on. 1 fl. 30 dn. Zwiſchen Herbft 1514 und 1515 muß er gejtorben fein, denn im Steuerbuche des leßtgenannten Jahres findet fich der Eintrag ‘Georigen Diemers underkewffels hab’. Im Uebrigen fei auf das in ver Handjchriftenbejchreibung über ihn Beigebrachte verwiefen.
Als Demer feine Chronik begann, hatte er fich bezüglich der Anlage berfelben und des in fie aufzunehmenben Stoffes keinen beftimmten Plan gemacht. Er ſcheint aus den verjchievenen Chroniken, die ihm in bie Hand kamen, einfach das ihn Intereſſirende ercerpirt zu haben, ohne fich um die chronologifche Folge oder die Art des Stoffes zit fünmern. Die eriten Notizen — fie beginnen mit dem Jahre 991 — entnahm er aus ber uns belannten anonymen Chronik des 15. Jahrhunderts, die ihm auch
ſpäter eine Hauptquelle blieb, dann aus ver Chronik des Wahraus mit
ber als Beil. I zu Wahraus gedruckten Notizenreihe. Erft fpäter fcheint er dann Mülich Tennen gelernt zu haben, den er nun abzufchreiben be- ſchloß. Im Verlauf ver Arbeit wurde ihm dann auch noch die Chronik von 1368—1406 (1447) belannt, und nun trug er, als er ſah, daß dies die Hauptquelle Mülichs für das 14. Jahrhundert fei, eine Reihe von Ab-
1. Die Ehronit Mülichs, bezw. eine
lin in feiner württembergiihen Geſch., feiner Ableitungen wurbe von mehreren |
von Zſchokke im feiner bayriſchen ꝛc.
belannten Geſchichtſchreibern für. biefen Zeitraum als Quelle benützt; fo von Fugger in feinem Chrenfpiegel (anf den Müllers Reichstagstheater an vielen Stel- len zurüdjührt), von Wig. Hund in fet- nem Stammenbud, von Stetten in feiner Geſch. der adel. Geſchl. Augsb. von Stä-
2. St..Chron. IV, S. XLI.
3. Seine Chronik wurde von Lexer mit D bezeichnet und ift unter ben von ihm in der Handichriftenbejchreibung be- ſprochenen Haudſchr. bie zweite.
4, Früher war er ‘der kauffleyt wiertt auf ier ſtuben'. ©. die Handſchriftenbe— ſchreibung.
Einleitung. xxxII
fügen, die Mülich ausgelaffen, oder bie er bei Mülich nur im Auszuge vorfand, daraus nach. Daher kommt es, daß in der Demerſchen Ehronif ver Inhalt vieler Sätze zweimal vorkommt, einmal in der Faſſung Mü⸗ fihs, dann in der der Chronik von 1368—1406; fo ift e8 3.3. mit ver Emählung des Streites zwifchen Jakob Pütrich und Hartmann Obnforg. Die Nachträge find bald wörtlich mit ber Vorlage übereinftimmend,, bald ercerpivend, bald nur in einzelnen Redewendungen und Worten davon abweichend." Bon ven jechziger Jahren des 15. Jahrhunderts an finden fh dann Einträge, die er entweder einer anderen, unbelannten Chronik ver felbftäntigen Aufzeichnungen entnahm.
Nach dem Jahre 1487, womit die Mülichiche Chronik fchließt, zeigt fih außer ver ſchon vorher nur allzu Häufig zu Tage tretenden Sorglofig- feit des Schreibers eine Roheit ber Form, bie faft darauf fchließen läßt, daß wir es von bier an mit einer ganz felbftändigen Arbeit Demers zu thun haben. ‘Der Inhalt der Fortſetzung ift jedoch nicht unintereffant und außerordentlich mannigfaltig; die Stabt-, Reichs- und Kaifergefchichte, vie Kriege in Italien, die Vorgänge auf tem Gebiete des Handels bieten in buntem ‘Durcheinander ven Stoff. Beſonders wichtig find die tagebuch- artigen Aufzeichnungen, welche ven Reichskrieg von 1491 und bie ſich taran anknüpfenden Ereigniffe des folgenden Jahres betreffen; won ftähti- ſchen Angelegenheiten find die Notizen über Vorgänge in einzelnen Hand- werkerzünften (bauptjächlich ver Weber und ber Färber) und im Hand- werferleben überhaupt hervorzuheben.
Wir Haben hier das Wert eines Kleinbürgers vor ung, deſſen Mangel an Bildung fich auf jever Seite verräth. Aber gerate dadurch ift es in- tereſſant; es zeigt uns bei allen formalen Fehlern, wie verhältnifmäßig weit dee Geſichtskreis felbft eines Kleinbürgers des damaligen Augs- burg war.
Von einer Beiprehung der Manlichjchen Chronik, die, wie Lexer Dat ausgeführt Hat!, nur eine hronologifch georbnete Abjchrift der Demerfchen Nanlich. ft mit Fortfegung), kann bier Umgang genommen werden. Der Autor verfelben gehörte einer ver reichiten Augsburger Raufmannsfamilien an, welche jich Häufig im Rathe vertreten finvet. Durch ihre Familienverbin⸗ tungen zählte Manlich wie Mülich zu den „Diehrern der Gefellfchaft“. Matthäus Manlich wohnte, wie die Steuerbücher ausweifen,, in ber Crotenaw' und bezahlte im Jahre 1558 eine Steuer von 30 dn. 600 fl. bin. Im tarauffolgenden Jahre findet fich ver Eintrag Matheus Man⸗
1. Manlichs Chronik wurbe von der im ber Handſchriftenſchreibung be: teren mit d bezeichnet und ift Die britte ſprochenen Hanbjchriften.
Marr Walther.
XXXIV Einleitung.
lichin alt witib dt. 30 d. 600 fl. 6d.“ Darunter ſteht Matheus Man-
lich jung’ ohne Steueranſchlag. Mithin muß Matthäus Manlich zwiſchen Herbſt 1558 und 1559 geſtorben ſein.
Marx Walther war ver ſechſte Sohn des ver Kaufmannszunft angehörenden Ulrich Walther und ver Barbara Niblerin, von welchen außer Marı noch 7 Söhne und 14 Töchter entftammten!. Diefe Eltern erreichten ein hohes Alter und erlebten 153 Kinver, Enkel und Urentel. Ulrich Walther, lange Jahre hindurch Mitglied des Rathes, in welchem er öfter höhere Aemter, Darunter das eines Baumeifters, bekleidete, ftarb im Sabre 1505, feine Gattin überlebte ihn no um ein Jahr. Marx Walther, geboren 1456, ber, troßbem er fo viele Gefchwifter hatte, von feinem jehr reichen Vater ein bedeutendes Vermögen erbte, jah fich in der Zage, ganz feinen Neigungen leben zu lönnen, bie, in feinen jüngeren Fahren wenigftens, fein anderes Ziel als waghalfiges Herumtummeln auf ven Turnierplägen Tannten, Durch Kraft und Geſchicklichkeit erwarb er fih bald den Auf eines vorzüglichen „Stecher“, und eine gewiffe Popu⸗ larität. Ex felbft verherrlichte feine Stechen in einem mit bilblichen Dar- jtellungen verfehenen Zurnierbuch?. Doch z0g er fich fchon verhältniß- mäßig früh von dieſen etwas gefährlichen Vergnügungen zurüd, vielleicht in Folge feiner im Jahre 1484 erfolgten Verbeiratbung mit Afra Meu—⸗ tingin 3, die, wie er felbit, einer ber reichſten Familien ver Stadt ent» ftanımte. Wie er in vem Zurnierbuch feine eigenen Heldenthaten vor- führte, jo wendete er feinen Blick nun auch auf bie Gejchichte feiner Vaterſtadt, über welche ihm die in feine Hände gefommene Chronik Hector Mülichs fo Manches bot. Dieſe abzufchreiben, zu bearbeiten, zu ergänzen und weiterzuführen, mag ihm in feinen legten Lebensjahren eine ange- nehme, anregende Befchäftigung gewefen fein. Er ftarb kinderlos im Jahre 1511.
Die Waltheriche Chronik! iſt auf ähnliche Weiſe entftanven wie die Demers. Jedenfalls wurde auch dieſe von Walther und den nachträglich in beffen Chronik Eintragenden benügt, indem eine jo große Anzahl von Stellen, die bei Demer theils der Abfchrift ver Mülichſchen Chronik vor⸗ ausgeben, theils ihr eingefügt find, fich auch bei Walther finden, daß ein
1. Es fei bier auf Stetten, Lebens⸗· S. JU e. ©. 61. beſchreibungen zur Erwedung und lin- 2. Zett in München &. ©. 1930. terbaltung bürgerlicher Tugend, Augs- 3. ©. das angeführte Hochzeitbuch burg 1782 ©. 53 ff. verwiefen, der die unter dieſem Jahre. diesbez. Familiendata aus Ulrich Wal- 4. Sie wurde von Lerer mit W be- thers eins Bruders unferes Marx, hin- zeichnet und ift in ber Hſ. beſchreibung terlajienen Aufzeichnungen eutnimmt. bie britte Der befprochenen Chroniken.
Einleitung. XIXV zufalliges Uebereinſtimmen ausgeſchloſſen iſt. Daß nicht etwa umgekehrt Demer bie Chronik Walthers zur Vorlage gehabt hat, ergibt ſich daraus,. daß Demer in weitaus ven meiften Fällen vollftändiger und reicher ift als Walther, deſſen Text in der Regel nur als Excerpt aus Demer erfcheint. Bas Walther an eigenen Zufäten bringt, tft außer einigen partetifch er- Ablten Einzelheiten zur Geichichte des Ulrich Schwarz nicht befonders werthooll. Turniergeſchichten, wie fich dies bei ihm, ver ſelbſt als aus- gezeichnneter Turnierheld bekannt war, leicht erklärt, Schießen, Notizen über Raufereien, Morbgejchichten, Xebensmittelpreife, Anekdoten 2c. bilven ten Hauptinhalt verjelben.
Wilhelm Rem ftammte aus einer alten, urfprünglich ben Ge⸗ Bilbelm Ichlechtern angehörenden Augsburger Familie!, als deren erftes in dr Stabtgefchichte deutlicher hervortretendes Mitglied der unter die Zünfte ge» tretene Hans Rem erfcheint?. Wilhelm war ber Urentel dieſes Hans Rem, wie auch Lucas Rem, ver belannte Verfaſſer des von Greiff herausgegebenen Tagebuches?. Er wurbe im Jahre 1462 geboren 5 und verheirathete fich im Jahre 1485 mit Walburga Fuggerin®, einer Schweiter der mit Hector Mülich vermählten Anna Fuggerin, mit dem er auf diefe Weife verwandt wurde. Er gehörte, wie Mülich, Manlich md Walther, dem Kaufmannsftande an, zählte zu ben reicheren Bürgern ter Stabt und zeichnete fich im Jahre 1517 durch feine Wohlthätigfeit aus, indem er bei einer Theuerung auf feine Koften eine fehr beträchtliche Menge Getreide zu Brod verbaden und unter die Armen vertheilen ließ”.
1. Die Familiengeſchichte dieſes Ge- (hlechtes fand durch Mitglieder derſelben reichliche Pflege. Es ſei hier hervorgeho⸗ ben das Stanım-Buch der von Rehmſchen Familie, verfaßt von Karl von Rehm, Oberrichter des Stadtgerichtes allhie Angsburg), fortgefet von B. von Parts
3.
und die Sammlung verſchiedener Urkun⸗ den (das Rehmſche Gefchlecht betr.) von Karl Bine. Iſidor von Rehm, beide Hſſ. dem bift. Ber. f. Schwaben und Neuburg gehörig.
2. ©. St.-Chron.IV,43,6; 68 Anm.2; 82 Anm. 4; 133, 18; 224, 13.
Hans Ren (geb. 1340 + 1411)
Bartholomäus ua Sigmunb eugee Wilhelm (der Chroniſt) Lucas (dev Berfaſſer des Tagebuches).
4. Abgedruckt im 26. Jahresber. des bit. Ber. f. Schwaben und Neub. 1860. Wilhelm Rem wird bier einige Male er- wihnt. So Seite 43 als gegenmärtig kei dem Heirathsbeſchluß“ des Lue. Rem amı 17. Mai 1515 und umter ven Spen- bern ber Hochzeitsgefchente. ©. 50.
5. Rehmſches Stammbud).
6. Hochzeitbuch; Fuggerſcher Ehreu⸗
ſpiegel 782.
7. ©. die in mancher Hiufſicht intereſ⸗ ſante Erzählung ‘Wie Wilhelm Räm etlich korn wolt für arm leut verbachen laffen und die beden eß nit bachen wol- ten, aber e8 warb banocht verbachen' in der Cronika newer geſchichten Bl. 396. (S. iiber dieſe Chronika unten den Ab» ſchnitt „Eronita newer geſchichten“.)
XXXVI Einleitung.
Eine Stellung im Rathe nahm er, da feine Familie daraus für immer
‚verbannt worben war!, nicht ein, hatte aber durch feine fociale Stellung,
als Mitglied einer der bebeutenpften Familien und durch feine Verwandt— Ihaft mit den burch Anfehen und Reichthum hervorragenpften Männern ber Stadt wohl Gelegenheit, fich über alles ihn Intereffirende Kenntniß zu verichaffen. Doch ſcheint fein Verhältniß zu den leitenden Berfönlich- feiten des Rathes Fein gutes geweſen zu fein. Den berühmten Konrad Beutinger befchuldigt er in deſſen Eigenjchaft als Stadtfchreiber ver Be- ftechlichkeit und nennt ihn geradezu einen ‘grofsen büben’ und fügt hinzu ‘er nahm das gelt flux von den leutten’?. Auch fonft Hagt er ‘von ainem befen regiment, das hie was in ainem rat's, bei dem e8 nur. darauf an= fomme, ven Stabtjchreiber und die Bürgermeifter zu guten Freunden zu haben.
Gleichwie Lucas Nem zeigt fich auch Wilhelm Rem * als ein eifriger Freund der Reformation und verleiht an zahlreichen Stellen feiner Chro- nik in Heineren Notizen wie in größeren zuſammenhängenden Daritellun- gen biefer feiner Gefinnung Ausdruck. Im feinen legten Lebensjahren hatte er noch die Freude, einen feit vielen Jahren fich hinziehenden Proceß zu gewinnen, ber ihm wegen des von ver Bauernfchaft in Bergen bean- ſpruchten Rechts des Viehtreibens in feinem Befit erwachlen war. Er hatte dabei als Gegner ven als „Herrichaft” betheiligten Abt von St. Ulrich, das Domtcapitel, das Eapitel von St. Moritz, ven Propft vom heiligen Kreuz, ven von St. Georg, das Klofter St. Katharina, das Spital zum heiligen Geift, das Spital zu St. Jacob, den Bürgermeifter Hieronymus Imbof, den Zunftmeifter Hans Ienifch und, mittelbar we- nigftens, ven Rath ver Stabt. Je mehr ber Feinde, befto größer war bie Genugthuung Rems, als fich der feit 1498 Hinziehente Proceß, der auch por ten ſchwäbiſchen Bund gefommen, am 11. Februar 1516 durch das faiferliche Kammergericht endlich zu feinen Gunften entſchied. Er überlebte dieſen Triumph nicht lange. In ven Stenerbüchern ericheint er unter Unnſer Srawen Brüder’, 1528 finvet er fich noch ſelbſt verzeich- net, das Jahr 1529 weift den Eintrag auf Wilhalm Rem hab dt. 30 d. 105 fl. Al er. 6b.’ Darunter, ohne Anfchlag, ‘Hieronymus Rem, fein
1. Item wie man zalt von ber geburt erkhendt, das man binfliro der Rhemen Chrifti 1462 jar ba ſchichhten die von khainen in ewig zeit nit mer in den rhat Augspurg ainen Rhemen zu dem biſchoff nemen ſolt'. Langenmantelſche Chron. von Düllingen das er dem biſchoff ſolt BI. 172. den zoll bey Wertachbruch abkhauffen. 2. Eronica newer geih. DI. 235. da fhaufft er denfelben zoll für in und 3. 1.c. 81. 288. andere Rhemen. da ward in ainem rhat 4. In der Eronica newer gejchichten.
Einleitung. XXXVII
Sohn'. Da in dieſem Jahre die Steuerbeſchreibung begonnen worden war am ‘afftermontag den 19 tag octobris', muß er vor dieſem Tage ge- ſtorben fein. j
Rems Bearbeitung ver Mülichſchen Chronik ift unftreitig von ben uns erhaltenen bie bedeutendſte!. Er benügte, wie Lexer dargethan bat, vie Waltheriche Chronik als Vorlage, daneben aber auch, pie aus einigen Stellen hervorgeht, die von Demer. Seine Zujäte entnahm er verſchie⸗ tenen Chroniken, unter denen die von der Gründung der Stadt Augsburg bis 1469, die anonyme Chronik des 15. Jahrhunderts und Zink als Quellen kenntlich find, außerdem jcheint er fleißig Urkunden, privaten wie amtlichen, nachgefpürt zu haben, auf die er fich in feiner Chronif tanıl und wann beruft; mehrere hat er dieſer auch eingefügt.
Auch ein Lied über Ulrich Schwarz nahm er in fie auf, wie er über- haupt über biefen einige, wahrſcheinlich auf münblicher Tradition be— ruhende Nachrichten bringt, die gleich ven Waltherſchen parteitiche Färbung haben. Beſonders werthvoll find feine Ausführungen über bie Auges: burger Gefchlechterfamilien und die in ihnen durch den Umfchwung im Jahre 1368 hervorgerufenen Wandlungen (BL. 18° f.). Die fpäteren Zufäke dürften eigenen Aufzeichnungen entnommen fein, viele find von temjelben Schlage wie bie Walthers ; fie gehören, wie er fich einmal aus- trüdt, zn ven ‘clainen gejchichten’ 2.
Aehnlichen Inhalts ift auch, foweit felbftändige Stüde in Betracht kemmen, ver Hauptfache nach die Fortſetzung von 1487 an; unter ben von anderer Hand bort eingetragenen Stüden find befonvers jene hervor. zuheben, die ziemlich ausführlich ven Antheil der Augsburger an dem Feldzug Marimilians gegen die Schweizer im Jahre 1499 barftellen ®.
Über bie im Augsburger Stabtarchiv befindliche Remſche Chro, nit * ift zu bemerken, daß fie der Hauptfache nach nichts anderes ift als eine von unferem Wilhelm Rem berrührende Ueberarbeitung der Stutt- garter Handſchrift; fie endet wie biefe mit vem Jahre 1511. Wo in ben Anmerbingen ober in ven Varianten von der ‘Remfchen Chronik’ vie Rede ift, ift immer auf diefe Augsburger Handſchrift Bezug genommen .
1. Sie ift als Derivante der Chron. 3. ‘Bon dem Schweiter frieg anno (W) von 2erer mit w bgeihnet domini 1499. BL. 236b—241b. werden und ift in der Beſchreibung die 4. In den Schätzen (Beeichnung ber vierte der befprochenen Chroniken. wichtigften Beſtände bes Augsburger 2. In der intereffanten Vorrede zu Stabtarchives) Nr. 22: Ain cronica ter ctonica alter und newer geihichten’. alter und newer geichichten durch Wil- ©. darüber den nächſten Abſatz ber Ein- - beim Remen von Augspurg züfamen lttung unter „Remfche Ehronif“. gebracht.’
Peutin- eriche
Ghronif.
Zufäpe.
Fort» feßung.
xxxvii Einleitung. Die fogenannte Langenmanteljche Chronik! ift nichts als ein Auszug aus ber Remichen.
Die in der Augsburger Stabtbibliothel aufbewahrte Cronica newer gejchichten’ ?, von 1512 —1526 reichend, erwies fich als eine wahrjchein- ich von Wilhelm Rem eigenhändig gefchriebene Fortfegung ber in dem beiprochenen Archivcover enthaltenen Chronik und wird in einem ber folgenden Bände ver Augsburger Chroniken veröffentlicht werben. In der Einleitung hierzu wird auch ber erfte Theil der Nemfchen Chronik — bie Augsburger Handſchrift, fowie ihr Verbältniß zur Stuttgarter — zu ausführlicher Beiprechung kommen.
Die in den Anmerkungen und Varianten öfter angezogene Peu- tingerſche Chronik? enblich ift eine freie, werthuolle Erweiterungen und Zufäge enthaltende Bearbeitung des eriten Theiles des Remſchen Chronikwerkes.
Von den Zuſätzen Demers, Walthers und Rems wurden die bis zum Jahre 1487 (dem Ende der Mülichſchen Chronik) reichenden, ſoweit nicht ihre Quellen in ben bisher erſchienenen beiden Bänden ver Augs⸗ burger Chronilen bereitS gebrudt find, oder die anonyme Chronik des 15. Jahrhunderts als Quelle in Betracht kommt, die in vorliegendem Bande behandelt ift, entweder in die Varianten oder in ven Anhang „Zu: ſätze“ 2c. aufgenommen.
Was die von Demer, Walther und Rem herrührenden Fortjegungen ber Mülichſchen Chronik betrifft, fo bilden dieſe, wie noch des Näheren bargetban werden wird, eine Dauptquelle Senders, deſſen Chronik ebenfalls veröffentlicht werben fol. Es wurde deßhalb Hier von dem Ab- drucke biefer Tortfegungen Umgang genommen, indem die Abftcht befteht, jene Stüde berfelben, die in Senders Bearbeitung nicht. Aufnahme ge- funden, infofern fie von Werth find, dieſer als Anhang beizugeben. Auch
1. Augsb. Stabtbibl., Cod.Aug. 88. Der Codex zerfällt in zwei Theile; bererfte umfaßt ein von einem Rangenmantel ver faßtes Geheimbuch“ (f. den Titel bei
fant: Reichs⸗, Kirchen- und Handelsge⸗ ſchichte werden beſonders ansführlich be: handelt. Deynilgen mengen fich freilich auch viele “cleine gejchichten” anefvoten-
Zapf, Augsb. Bibl. Bd. 1, ©. 77), der
jweik, beginnend mit BI. 2398, enthält
en im Terte erwähnten Auszug aus der Remſchen Chronik.
2. Cod.Aug.128: Ain cronica Newer
gel dichter anfachende anno domini 1512.’
er Inhalt tft außerorbentlich intereſ⸗
baften Charakters.
3. Augsb. Stabtbibl. Cod. Aug. 74. Sie reicht bis 1513. Das letzte Blatt fehlt, ift aber in einer gleichfalle in ber Augsb. Stadtbibl. befindlichen Abichrift
- der Chronik (Cod. Aug. 73) erhalten.
Einleitung. XXXIX Manlichs Fortfegung wird bei dieſer Gelegenheit in geeigneter Weife bei- gezogen werben.
Da eine große Anzahl von Stellen ver Mülichichen Chronik auf @iever-. Quellen fußt, vie im I. Band der Augsburger Stäbte-Chroniten gedruckt Ausgabe. md erläutert find, fo genügte e8 für biefe meiſtens, auf bie betreffende Borlage und die dazu gehörenden Anmerkungen hinzuweiſen; nur wo jeither nene Hilfsmittel fich erjchloffen haben — wie das Augsburger Urkunden- buch!, eine Anzahl von Bänten des Hiftorifchen Vereins für Schwaben und Neuburg 2c. —, wurben bie Anmerkungen erweitert. Werner Tonnte ih mich, da bie Mülichſche Chronik fich ftofflich vielfach mit ver Zinks tedt, auf bie betreffenden Stellen bei Zink nebft ven Erläuterungen biezu beziehen. Dadurch wurde die Herftellung des Commentars zu der Mü- lichſchen Chronik weientlich vereinfacht und erleichtert.
Im Uebrigen war, wie bie in der Sache begrünbet ift, das zu ber Eklarung ver Mülichſchen Chronik zu verwendende Material ganz ber- jelben Art, wie e8 Fren 8dorff für vie Zinffche Chronik benügt hat: die Augsburger Baurechnungen ?, Steuerbücher, Miffiobücher, Nathsbecrete, verfchiedene Copialbücher, bie Sölbnerbücher, das Achtbuch, die Kitteralien- Sommlung 2c.; die aus biefen Materialien entnommenen Stellen find alle am betreffenden Orte fo genau wie möglich — manchmal fehlt die Poginirung — citirt. Außerdem kam eine größere Anzahl von Hand- Ihriften der Münchner k. Hof- unt Staatsbibliothet, der Augsburger Kreis. und Stabtbibliothel, fowie des Augsburger Stabtarchive8 und ber Bibliothek des Hiftorifchen Vereins für Schwaben und Neuburg zur Ver- wentung. Wo Hector Mairs Memory Buch citirt ift, ift auf das dem ge- nannten hiſtoriſchen Verein gehörente Exemplar Bezug genommen. Die öfter citirte Handichrift ‘Borbereitung des E. E. Raths der Stadt Augſ⸗ purg wider bie nichtig auch ungegrünbet und grob Anklag deß Georg Öfterreichere Anno 1555’3 (Copie) ift Eigenthum bes Augsburger Stabtarchives.
Der Kürze halber wurde die I. Chronik bes I. Bandes der Augsburger Städte-Chroniten, die Chronik von 1368—1406 (1447), mit A, bie IL.,
„ 1. Urtundenbud ber Stadt Augsburg. Heransgegeben von Dr. Ehrifl. Meyer. 2. Bd. Angsb. 1874, 1878. Der erfte
ber Zeitichrift des bift. Ber. f. Schwaben und er I abrgan ng 118, S.1ff. Bgl. Stetten, Seid. von Augs⸗
Baud enthält die Urkunden von 1104— 1346, der zweite bie von 1347—1399.
2. ©. über bie Augsburger Baurech⸗ nungen Stadtrechnungen) Hoffmann in
burg J in ber einleitenben „Kurzen Nach⸗
ridt von denen Scriptoribus rerum
Sugnstanarum“ Nr. 18 und 1. c. 512
XL Einleitung.
bie Chronit des Erhard Wahraus von 1126 1445 (1462) mit W, vie hronifaliichen Notizen des 14. Jahrhunderts (Beil. I zu diefer Chronif) mit WB, vie III. Chronif des genannten Bandes, von der Gründung ber Stabt Augsburg bis zum Jahre 1469, mit C bezeichnet.
Wo die Duelle Mülichs in einer diefer Chroniken bereits gebrudt ift, wurbe bie betreffende Stelle wie bei Zink in kleinerem Drud Urkundenſchrift) wiedergegeben. Unwejentliche Erweiterungen ber Vor: lage erfcheinen in geiperrter Schrift, wefentliche wie ganz ſelbſtändige Säge Mülichs in größerer Schrift. Bemerkt muß werben, daß viefe Einrichtung bei Mülich nicht fo genau burchzuführen war wie bei Zink, weil Mülich feine Vorlage viel freier als diefer benügt Hat.
Fr. Roth,
Handſchriften.
1. M (Mülih). Papierhandſchrift aus dem Ende des 15. Ih., Folio; Räulich Augsburger Kreis: und Stadtbibliothek Nr. 287. Starker, mit Schmeins- leder Überzogener und mit Meſſing beichlagener Holzeinband. Die Papier lagen beftehen aus je fünf Bogen (Ouinternen), an deren legtem Blatte immer Cuſtoden angebracht find; vie fünf erften Blätter je einer Quinterne haben eine ſpätere (namentlich in den 90er Jahren des 15. Ih. oft erfchei- nende) Form des Stierktopfes zum Waflerzeihen. Bon der erften, vom Schreiber nicht mitgezählten Quinterne find nur fünf leere Blätter vor. handen, die übrigen find herausgerifien und e8 mag zweifelhaft ſcheinen, ob fie beichrieben waren oder nicht. Vermuthlich waren fie ebenfalls leer, va die Zäh- lung der Bapterlagen mit dem vorhandenen Texte erft beginnt, deſſen Anfang ger nan mit dem Beginn ver Mülich'ſchen Chronikin den Hff. Du. d übereinſtimmt. Für das Mangeln eines vorhergehenden Abſatzes könnte nur der Umſtand iprehen, daß der Tert nicht mit einer rothen Initiale beginnt, die ſonſt beim erften Datum eines jeden Jahres fteht ; das erſte Wort ‘item’ läßt feinen Schluß ziehen auf etwas nothwendig Borhergegangenes, denn ebenfo beginnt auch die Hſ. W, die Chron. aus Kaifer Sigmunds Zeit (St.-Chron. Band I, 344) und Endres Tucher's Memorial (Band II,9). Vielleicht Hat Mülich dieſen erften Abſatz ſpäter (um auch etwas über die ältefte Zeit Augsburgs zu berichten) an die Spige feiner Chronik gefchrieben und diefe urfprünglic mit dem Jahr 1348 begommen!. Der Anfang unferer Handfchrift lautet: “Item Dru- ſus ain Römer was kayſer Octauianus ftuiffun, der ließ dife ftatt Augspurg umbmawren und gab ir Das wappen, die per oder pir. und ligt zu Denk begraben hinter ſant Albans plag und iſt auf jeinem grab ain Augspurger per oder trawb. das fchreibt Birgilius’. Unmittelbar darauf (mit rother Imitiale): “Do man zalt nad Erifti gepurd MOCCCOXLVIN jar do warb die ftnuglogk hie gegofien’ — und damit beginnt auch Die Uebereinftimmung mit den Haudſchriften W w. Bl. 104° folgen auf das Jahr 1460 auf einmal die Jahre 1465—1469 und nad dieſen erft 1461 — 1464, Wahre ſcheinlich entftand bie confufe Anordnung durch ein falſches Zufammenheften der Papierlagen jener Handſchrift, die dem Schreiber von M als Vorlage
1. ©. die Einl. S. XVI. Städtehroniken. XI. r
xtıt Handſchriften. gedient hat!. Auch vie Vorlage von W fcheint dieſe Anordnung gehabt zu haben, denn der Schreiber läßt auf 1460 zunächſt den erften Abſatz von 1465 folgen, fährt aber dann, nachdem er den Irrthum bemerkt haben mag, gleich mit dem richtigen Jahre 1461 fort. — Die Chronik ſchließt BL. 158° mit dem 3. 1487: ‘Man fol willen, das den Venedigern zü dreymaln vil volks erihlagen und ertreunckt ward und ir hauptleut all umbkamen; das tätten die Schwaben, die dem von Ofterreich zu hilff famen’. Die nun fol- genden auch in Dd größtentheild enthaltenen Stüde des „Anhanges“ gehörten jedenfalls ſchon urfprüngli zur Mülich'ſchen Chronik, da in allen Hand- Ichriften an einzelnen Stellen (BI. 101*, 101°, 103*%) darauf verwiefen wird. Mit ihnen fohließt ver Codex BI. 213°: ‘Datum Rome am montag nach letare in der vaften anno x, quinquagesimo secundo 1452’. Es folgen dann noch zwei leere Quinternen.
Wie ſchon aus der obigen faljhen Anordnung nach dem 3.1460, noch mehr aber aus einigen nicht unbedeutenden Schreib» und Lejefehlern? her⸗ vorgeht, ift Cover M zwar nur die Abjchrift einer wenn aud nicht viel älteren Borlage, er verbiente aber doch nach allen Seiten bin, unferer Aus- gabe zu Grunde gelegt zu werden. Wir haben in ihm nicht nur die ältefte der bis jegt bekannt geworbenen Handſchriften, jondern auch einen der ur- ſprünglichen Geſtalt der Chronik am nächſten kommenden Tert, was fi) aus ven zahlreichen Fällen ergibt, in denen M das Richtige enthält gegen alle andern Handfchriften ?, aus deren Beichreibung ſich das noch deutlicher zeigen wird. Endlich tritt in M nur die Perfönlichkeit Hector Mülich's hervor, während fi in DW aud Demer und Walther nennen.
Der Coder ift durchaus von der nämlihen Hand gefchrieben, die ſchönen und gleihmäßigen Schriftzüge haben ganz jenen Charafter, den wir in officielen Codd. des 15. Ihdts. finden; fpäter ſcheint M im Privat- befige Konrad Peutinger's gewefen zu fein, der auch mit jeiner Fräftigen dur kurze Randgloffen den Inhalt einzelner Abſätze angegeben
ati,
Die Orthograpbie ift, wie man aus obigen Proben ſchon erfieht, im Ganzen und gegen die übrigen Hanbfchriften gehalten einfach und auch ziemlich confequent durchgeführt, fo daß beim Abprude nur folgende un- weſentliche Aenderungen vorgenommen wurden: Das faft nur im Auslaute (inlautend manchmal vor m, n und 8) vorlommende y wurde durch i erjegt,
1. Etwas Aehnliches findet man in ber Sant chriftenreihe a, St.-Ehron. Band „S. 114ff.
2. Ich habe folgende angemerkt: Bl. 3b umb für under, 82 gar f. gab, 1le Engenlender f. gellender, 248 Saltzpach f. Sultpad, 26% land⸗ vogt f. landfrid, 36% pilgern f. pur- gen, 147b wücherfteur f. wochenfteur, 1486 niderndennfhemf. niderlenbi- ſchem und 149 ermorgens(!) f. marg- geaf: Außerdem fehlen oft einzelne
orte.
3. Aus vielen nur ein paar Bel- fpiele: BI. A9b Neuburg, bie übrigen Hfſ. Niernberg, 536 Iandfold: land⸗ vogt, 97b käfzen: Töpfen, 1016 Zenn: die (Ww) Item (Dd). Ebenſo weicht M oft in Zahlenangaben gegen alle übrigen ab, 3. B. 863, 1268, 1266; and) in der Conftruction fteht er öfter allein, 3. B. 608, 67b, 82a,
4. Jacob WPeutinger war Hector
Müulich's Oheim von miütterlicher Seite. Bl. 43b,
Handfchriften. XLIN inEigennamen aber beibehalten; unnöthige, aber nicht oft erſcheinende Dop⸗ pelung von I, Fund n (kt, If, rff, fit, n wird inlautend im Verbindung mit andern Sonfonanten gemmirt, 3. B. lanng, lannt, kunnt, aber in der Regel ſteht Doch die einfache Form) wurde befeitigt; auslautendes ß (in- lautend fteht confeguent fi für organtifches ß und wurde auch beibehalten) ift in den feltenen Fällen, wo e8 für 8 ſteht, durch diefe® wiedergegeben wor- den. Alle anderen harakteriftiihen Inconſequenzen (3. B. fie und fi, man und mann, vater und vatter, gepurt und gepurd 2c.) und Eigenthümlichleiten der Handichrift, fo namentlich alle mundartlihen Färbungen, find firenge beibehalten worden.
2. D (Demer, oder Diener?)!. Papierhandfchrift aus dem 15./16. Demer Ihdt., 4%, Augsburger Kreis⸗ und Staptbibliothet, Nr. 397 (nicht im Mez- ger'ſchen Kataloge). Das Papier trägt das Augsburger Stabtwappen als Bafferzeihen. Auf den ferften 20 Blättern ftehen ohne alle hronologifche Reihenfolge Nachrichten bi® zum Fahre 1445, beginnend mit 1252 (obwohl binterher noch Daten aus dem 10. und 11. Shbt.) ! zu ber zeytt des jarß ta daylt hertzog Ludwig und hertzog Hainrich ier land zü Bairen mit ain⸗ ander. BI. 21* heißt es dann: ‘In dem namen unnſer (sic) herren Jefu Chrifti zů (sic) Maria hab ich Jorg Diener, underkeffel, anfahen zü ſchreiben daß biechlin der Fronid auf funtag, waß Katherina abent, da man zalt 1499 jar. und haut dye zemen gefamlett ver alt Hector (urfprüng- lich Kiecher) Miellich, burger zit Augspurg’. Und nun der Anfang ber Chronik wie mM: Druſſuß ain Remer waß kayſers Octauianuß ſteifſun' ꝛc. Bon da ab ſtimmt D faft wörtlich mit M überein, nur daß der ungebildete md flüchtige Abjchreiber (wir haben hier ohne Zweifel das Autograph De- mer's) haufig Worte und einzelne Sätze audgelaffen und eine Unzahl von Fehlern in den Tert gebracht hat, die wohl zum größten Theile nur als Leſe⸗ jehler anzufehen find 2,
D fann aber nicht eine unmittelbare Abſchrift von M fein, da fich ein- seines in M Fehlende bier vorfindet, ja an zwei Stellen fteht D (und mit ihm d) allen anderen Hanbfchriften gegenüber und BI. 83* haben Dd allein ten Ramen Bamgarten (tn M eine Lücke) und 140* ebenfall8 allein das Datum ‘am mentag nad fant Ulrichs tag’. Die fonftige Hebereinftimmung ven M und D ift aber zu groß, als daß nicht beide aus der gleichen Vorlage geflofien fein follten, nur mit dem Unterſchiede, Daß der Schreiber von M viel forgfältiger zu Werke ging al8 jener von D. An etlihen Stellen find
Hff. Dd zeigen bie Namens formen denere Diener: in WBl. 4316 Jerg Diemer.
ie ehe re ec folgenbe
te beziehen ſich auf Hſ. M):
* Slorianus f. Jeronimus, 8% ge: inuhbait f. gewishalt, 112 Gegenlen- der f. Engellender (mo M Egenlenber fie), 208 Kyſchha uſen f. Burdhaufen, Ziahanfrattf. herfart, 36* auf fant Dionify tag () f. in divisione aposto-
lorum, 37b fanteley f. concilt, 74b und 798 felbig f. jälig, 86b am mentag f. am morgen, 88b zu belaiten f. be balten, 912 etlihemf. vn, 1012 $tem f. Zenn, 1276 Aman (!) f. fanen, 118b mannen f. nunnen, — 1 fanen(!) f. Iffan. Oft ſtimmt D aud in Zahlen- angaben nicht mit M überein 5. 8. 13000 f. 1900 (8°), 2000 f. 200 (11a), 2400 f. 24000 (17), 3050 f. 3500 (22), 630 f. 36 (908) u. ſ. w.
ec?’
XLIV Handſchriften. in D (wohl von Demer ſelbſt herrührende) Verſuche gemacht, Einzelnes weiter auszuführen und zu erläutern, z. B. M 20*, 37®, 46°, 109%.
Nah dem Jahre 1487 (Schluß von M) bringt D in bunter Reihen⸗ folge noch weitere Nachrichten bis zum Jahre 1503 und dann erft den „An- bang“, defſen vorlettes Stüd aber nur theilweife, das legte gar nicht mit aufgenommen ft.
Hierauf folgen wieder bunt durcheinander laufende Nachrichten aus dem 15. umd 16. Fhot. bis zum Jahre 1512. Bom Jahre 1499 an (in welchem Jahre Demer angefangen hat, die Mülich'ſche Chronik abzujchreiben) bie zum Schluſſe ſcheint D ganz jelbftändig zu fein. Die undronologifche Reihen» folge ift wohl nur fo zu erflären, daß der Ehronift feine Berichte über die einzelnen Ereignifje nacheinander, wie er fie eben gelejen, gehört over erlebt, eingetragen hat!.
Zur Charakteriſtik des ſelbſtändigen Schreibers dieſer Chronik hebe ich jene Stellen aus, im denen fi) Demer als Augenzeuge nennt ?:
Bl. 293; ‘Dep jarß im 1501 jar werett noch ftard und groß die platteren, das ich gefehen hab, das etlih menſchen das angeficht hin⸗ fraß, das man nit wol weft, obß frauen weren oder mann.” (Bon dem gleichen Ereigniſſe ähnlich BL. 297°.)
Bl. 259: “Item ich hab auf 19 tag pracdhmonats im 1503 jar [ge- ſechen), daß ainem büben zü atm wammaß hemmett groß als zwen zwerch⸗ finger brait und ainer zwerchhant weytt kreitz gefallen waren, grawfarb, und etlich Main. auff 5 tag des brachmonatz fend gefallen rotte kreitzer auff ain ſchlair ainer frauen, haiſt Anna Stempffertn, ain huderin, bet 17; das hab th Jorg Diener’, gefhworen underkeffel, gefehen in Angspurg.
1. Am Scluffe des 3. 1499 (BI. derer, waß — knecht her Jacob 2932) bemerkt er: ‘waß hernach im (sic) von Landaw zu Burgaw und ſchluͤ⸗ 1500 ergett, well mir (sic) aud gen im das habtt ab. da feng der von etwaß (Öreiben. Von nun an beginnt Landaw 2 erber mann und fürtt fy gen ex auch jedes einzelne Jahr mit ven Wor- Gintburg, mit nam Kriſtoff Stapff, ain
ten: Jeſus Maria’ ähnlich wie Lucas Rem die einzelnen Abſchnitte feines Tagebuches. Auch Die Schrift und die vielen meift mit anderer Tinte (alfo wohl bei einer Reviſion des Tertes) eingetragenen Correcturen machen ganz ben Einprud eines nach und nad angefertigte Autographs. 2. Bon 1487—1499 gibt D die meiften aoiäte nach einer Vorlage, bie auch W für die genannten Sabre benugt geben muß. Sogar ein Ereigniß vom . 1492, bei welchem er felhft betheiligt war, erzählt Demer nicht felbftänbig ſon⸗ dern mit den nämlichen Worten wie W und fügt nur am Schlufle bet, daß er der Jorg Demer ſei, von dem bier bie Rebe geweſen. Der Abſatz lautet (Bl. 23380): 1492. Deß jarß da fengen die von Augspurg an reytter, hieß Thomas Kau⸗
ferber, und Jerg Demer (in W Jorg Diemer), der fauffleytt wiertt auf ter ftuben. bie Ingen bei 10 wuchen ge fangen. und bett fich gerren außgejennt. das wollten die von Augspurg nit don und ſchickten zü dem fing und zü dem bunt und machten bie gefangen ledig. bie gefangen müflen ier jerung felb zalen, was 60 fl (16 W) baib, die fy verzerten (fhließt in W mit “verzerten‘). Ich Jorg Demer, der das büäd ge» ſchriben hatt, bin ber gefangen ainer gewefen, und da ih das büch ſchrib, bin ih ain under: tefjel geiweien-
3. Auch in d an biefer Stelle die Na⸗ mensform Diener. In W tft aber biefer Borfall unter dem J. 1502 berichtet, DL. 1386: ‘Des jars fiellend bem leutten
Hanbichriften. xLV
9. 315°: 1508. Auff ven auguft manat waß der Lech fo offt groß, ‚98 fain man in Augspurg gedacht; auch die Schmuber, aud im Bairland, auh (sic) herauf im bürg. fo fyl ſchadens geſchach deß wafler halb, dar⸗ von nit zu fehreiben ift, das ich Jorg Demer geſechen hab.’
DL. 320°: ‘1510. Auff 26. tag marci auff mitwuch gewefen for le- - tare im der faften ift in Augspurg gehertt worden an fyll orten der ftatt am erdbidem zwifchen 3 ftund nach mitag aljo lang, biß ainß 2 pater nofter mecht petten, das fich ettlich heyſſer erfchytt haben. die leytt, die ich ſelb ge— tragt hab, ſend erſchrocken, das ſy haben vermaint alf ſeltzam ſchwindell oder ſunſt züfell. das geſchach in Augspurg ain fiertell ainer fund.’
Der Eoder fchließt dann BI. 321° mit dem Jahre 1512: In dem hornung monatt diß jarß fyll zů Uberlingen der ftatt maur ain güt dayll und zwai heyſſer gellingen in fee, darnach gemefjen mer dann zwaihundertt Klaffter eytell waßer waß dieff und fand man holt von den 2 heyſſern über ain güte zeytt zü halben fee fhwimmen. Laus Deo ꝛc.“ Die noch folgenden 22 Blätter haben Spätere zu verſchiedenen Aufzeihnungen benutzt; DI. 330—339: Ordenliche befchreibung der ehrlichen uhralten burger und ges Ihlehter in di ſer löblichen reichsſtatt Augspurg.“ Bll. 340—344 enthalten Nachrichten aus den Jahren 1542, 1545 und 1546.
3. d. Papierhandſchrift des 16. Ihdt., Folio, Augsburger Kreis u. Manlich. Stadtbibliothet, Nr. 386. Auf dem erften Vorſatzblatte ſteht der Titel Chronica’, auf dem zweiten, wohl von Manlich's Hand!: ‘Raus Deo. 1527, a 25 Inio 1527 jar hab ih Mathis Manlich diſſenn hermach geichrib- uen fronica oder geſchichten mit fleis laſſen ab fchreiben und es auſſ des Jorg Demers felligen büchlin züfamen gezogen. ver allmedhtig got verleich ſein gotlich gnadt unnd nach diſſen leben das ewig 2c.’
Des Jorg Demers ſelligen büchlin' iſt unſere Handſchrift D, denn d enthält eine genaue, ſelbſt die Orthographie derſelben nachahmende Abſchrift derſelben, nur daß hier wegen ber oft undeutlichen Schrift von D noch neue Leiefehler hinzugelommen find. Der Schreiber hat aber eine ſtreng chrono⸗ logiſche Ordnung bergeftellt ? und beginnt demnach nit wie D mit dem Jahre 1252, fondern mit dem älteften Datum: Nah Criftus geburt, allß man zelt 991 jar bey dem bifchoff Leobaldus (sic, aus D verlefen) da bauet a bie in Augspurg unnfer frawen kirchen zü dem dom wider mit dem als mufen’ ıc.
Die Mälih’fche Chronik beginnt hier (ohne Demer's einleitende Worte) Bl.52: Drufſoß ain Remer was katfer Octauianuß fteyffftam’ (sic, aus D _ verlejen ftatt ‘fteyfffun’). Die erfte Hand geht bis Bl. 2070. Die Abfchrift des Demer'ſchen Büchleins ſchließt BI. 260° mit dem 3.1512, dann folgen
creng auf ire claiber, etlih graufarb, 323.
Mich rotſar; es kam am fil leutt, doch 2 &r bat, wie es .oben heißt, bie nun an das leiny gewand.” Chronik ans bes Demer's Büchlein ‘zu- ‚2. Bon ber gleichen Hand find Die ſamen gezogen’ d. h. das Zuſammenge⸗ zielen Rachrichten aus ben Jahren 1535, hobrige aueinander gereiht.
1537 und 1548 eingetragen Bl. 3192 . Der Abſatz ſieht in D Bl. 60.
XLvI Handſchriften.
noch weitere Aufzeichnungen bis zum Jahre 1545. Schluß Bl. 327*:
Der allmechtig erleucht die widerſpenigen, laitte ſie den rechten weg, das
ſie ſich nit alſo ſtoſſen, und verleih uns ewigen frid und ſeligkait, amen. Walther, 4. W (Walther). Papierhandſchrift aus dem Anfange des 16. Ihdts., Folio, Augsburger Kreis⸗ u. Stadtbibliothek, figniert „o. Halver, Nr. 537“ (nicht im Mezger'ſchen Katalog), die Handſchrift trägt jett die Bezeichnung
CCOXCVII 537
Wir haben in diefem Coder ohne Zweifel das Autograph Marı Wal. ther's, der mit Zugrundelegung der Mülich'ſchen Anfzeihnungen eine aus- führliche Chronik der Stadt Augsburg nach und nach anfertigen wollte: zu biefem Zwecke hat er viele Blätter! ganz leer und nach den einzelnen Ab⸗ fäten für etwaige Nachträge ziemlich breite Zwifchenräume offen gelafien, die auch bäuflg von Walther ſelbſt ſpäter ausgefüllt worden ſind; e8 kenn⸗ zeichnen ſich dieſe Nachträge immer durch die dunklere Tinte.
Die Schriftzüge ſind klein und ſorgfältig und zeigen noch ganz den Charakter des 15. Jahrhunderts.
Die erfte Lage von neun Blättern ift fpäter (aber noch von Walther) binzugelommen, da fie urfprünglich nicht mitgezählt tft 2; die folgenden Tagen haben je 16 Blätter. Die urfprünglich erfte Lage (Blatt 10°) beginnt mit dem Jahre 1324: “Anno Domini 1324 im november, daß ift um Martiny, da czohend die von Augspurg für Burgaw, kayſſer Ludwigen, ain her von Bayren, zü hilf’ xc.3 Damit fheint alfo Walther urſprünglich die Chronit begonnen zu haben; beim Zufammenbeften der Bapierlagen fügte er wohl jene neun Borjagblätter hinzu, die er dann auch theilweiſe mit bunt durch⸗ einander laufenden Nachrichten aus dem 10. bis 14. Jahrhundert ausgefüllt hat, von denen die meiften auch in D vor der Mülich'ſchen Chronik ftehen. So beginnt nun der Cover W auf der Kehrfeite des erften Blattes: ‘Item es ift zů wiſſen, das Augspurg ift fomen an das römiſch reich under kayſer DOctautano, den man nant Auguftum, und Auguſta nad) dem kayſſer genent worben, den for hies es Findelica Cysra. und iſt gewinnen worben won Truſo, der was fayfers Octauianus ftieffun, im erften tag des monetz au⸗ guſty, da ießo fant Peters kettenfeir an ift’ ꝛc. — Das zweite Blatt iſt von viel fpäterer Hand beichrieben mit Nachrichten and der römtfhen Geſchichte. Bl. 3°: Anno domini 1055 was Hainricus bifchof zu Augspurg’ ꝛc. — Die Mütih’ihe Chronitj(d. h. die Hebereinftimmung mir der Hanpfchrift M) ber
1. Folgende wohl leer gebliebene, Blät ter find, wie die alte (aber nicht von Wal⸗ ther herrührende) Baginierung'erfichtlich mad berausgefchnitten worben: 95.
124—128. 142—154. 161— 233. 246. Nur auf BU. 124—128 könnten Nad- richten vom J. 1488—1490 geftanden haben, bie im Coder ganz fehlen. Ueber ein Ereigniß von 1490 iſt BI. 154% (nach
bem 3. 1506) berichtet.
2. Walther hat bie Papterlagen ur⸗ ſprünglich am obern Rande je bes erften Blattes einer Lage gezählt; ſpäter hat er am untern Rande eine neue Zählung vorgenommen und dabei iſt jene erſte Lage mitgerechnet.
3. Der Abſatz ſteht in DBl. 112.
4. Bgl. den Anfang unſeres Terxtes.
Sandichriften. XLVII
ginnt BL. 10°: Anno domini 1348 do ward, die ſturmglog hie zü Augs⸗ purg gegoffen.
Ob Walther die gleiche Vorlage der Mülich'ſchen Chronik gehabt wie der Schreiber von M, läßt ſich ſchwer entſcheiden: Dafür ſpricht, daß zwei Abfäge (M 67*, 76°) nur in den Handſchriften MW ftehen und daß W nad dem Jahre 1460 auch mit 1465 fortfahren wollte (f. oben S. XL); da- gegen fpredhen die vielen Abweihungen, die aber wohl nur auf Walther's Rehnung zu fteben kommen: Walther ift durchaus nicht wie ein Abfchreiber zu beuriheilen, er tritt [hon in das Stadium Des Bearbeiter ein, macht bie Conſtruction oft gefügiger, umfchreibt knappe Ausprüde mit mehreren Wor- ten und bat, wie noch weiter unten zu zeigen ift, Vieles aus andern Quellen oder aus eigner Anſchauung hinzugefügt!. Die übrigen Abweihungen find ja durchwegs Fehler der ſchlimmſten Art und beweifen nur die Flüchtigkeit, wit der Walther zu Werke gegangen ift, denn wohl die wenigften können im jemer Borlage geftanden haben, und wenn ed der Fall gewefen wäre, fo hätte er fie berichtigen müſſen, ähnlich wie w viele Irrthümer von W be- rihtigt bat. Es hat keine der übrigen Handſchriften jo viele und ſtarke Fehler aufzumweifen. Die Varianten geben darüber Auskunft: hier will ich num anführen, daß W an fiebzehn Stellen ein falſches Datum?, und gegen fünfzigmal falſche Zahlenangaben bringt, daß nicht nur viele Worte, fondern oft ganze und widtige Säge fehlen, z. B. M 57°, 58b, 59b, 66*, 68, :5°, 121° 2c. Um die Beichaffenhett der übrigen Fehler zu zeigen (meift wohl Lejefehler), will ih in der Anmerkung einige Beifpiele hervorheben.
Meift am Schluffe der Abſätze hat W Einzelnes weiter ausgeführt oder ganz Neues binzugefegt, was in der Regel fpäter und mit dunklerer Tinte geihehen ift. Solche unter die Varianten aufgenommenen Erweiterungen md Zuſätze finden fih: M 1b, 2b, 10b, 116, 12, 23%, 325, 36*, 37°, 420, 46*, A6®, 9180, 149*, 152°, 157b, 158°, Ganz ſelbſtändig tritt Wal- ther in ven Abfägen auf, Die ven ‘vieb’ Ulrih Schwarz betreffen: M 147, 151%, 1516, Oefters macht er den Berfuh, feine eigne Meinung anzu- bringen und etwas zu berichtigen, wie M 306, 34°, 38, 153* (an welcher Stelle er aber von einem Späteren ganz derb zurechtgewiefen wird, f. Die Bar.), oder er fügt hinzu, wie ſich die befprochenen Dinge zu feiner Zeit verhalten: M 43*, 57%,
Die Mülich'ſche Chronik ſchließt hier BL. 124*: das teten die Schwa-
‚ti. Das Berhältniß Walther’ zu Mü⸗ lich ift fomit ähnlich wie jenes von Zink zum Anonymus I, nur daß Zink noch freier zu Werte gegangen ifl.
2. 3.8. (bie Eitate beziehen fih auf M}: 9 october f. 19. october S6b, julit f. junti 91b, 1256; Niclaus tag f. Richels tag 1016, freitag f. feirtag 1248, In mayen f. julii 1046. Oft entflanb der Irrthum dadurch, daß das Datum des borhergegannenen Abſatzes wieberholt wurde A 3b, 64b, 84a,
3, M 16% dem für Otten!, 16b gen
fant Beit f. hieß Beit, 19° Reinfel- den f. Künigsfelden, 222 gen Niern» berg f. auf den von Wirtenperg, 22b mitdesrdömifchen kingß ſöldnern f. mit den reiniſchen ſoöͤldnern, 428 grüb f. glanb, 626 Folds f. viche, 648 dem effen f. den genien, 796 laudtvogt f. lanboold, 81d geſchickt geu Botig- ratt f. Gerfid von Podiprat, 93b Lau⸗ gingen f. Zeiningen, 101= die f. Zenn, 112b daß kundentz nit erleiden(!) f. das kint in müter leib, 1508 Bur⸗ gundif. Pengk u. ſ. w.
Rem.
XLVIII Handſchriften.
ben, bie den von Oſterreich zü hilf famen. Der „Anhang“ fehlt ganz, ob⸗ wohl im Texte darauf wie in M verwiefen wird,
Die Nachrichten laufen dann noch ohne chronologiſche Ordnung weiter bi8 zum Jahre 1540, von 1487— 1499 theilweife mit Dd übereinſtimmend, im Folgenden immer jelbftändiger werdend.
Die auf Hector Mülich bezüglichen Stellen finden fih alle auch in W, daneben ift aber Walther ſchon in der Mülich'ſchen Chronik beftrebt, feinen eigenen Namen oder Die Namen feiner Berwandten anzubringen: M36° Bar. das hab ih Marr Walther alfo gehört‘, 152* Var. nennt er fih als Dritte Perſon, ebenfo 156° Bar. Beim Jahre 1442 (52° Bar.) heißt e8: darbey ift Ulrich Walther! und Hector Mielih geweſen' (m MDd: ‘varbei bin ih Hector Müelich geweſen'). Au zwei Stellen berichtet Walther über feine eigenen Handlungen: W 238°: ‘1506. Def jars gab ih Marx Wal- ther ain filberin monftrang gen fant Stefan zü dem facrament, hettens for nie fain andre gehebt, den ain kupferine, gftund 130’ (sic). — W 240°: ‘1507. Deß jars am dem neften tag nach der hailgen trey fing tag fieng ich Marr Balther ain haſſen in der ftatt Augspurg bey dem Luͤginsland, der was wild und under dem ftattor herein gejchlofen’ 2.
Schluß Bi. 245°: ‘1510. Es begab fih auf ain tag, das am maf pfrillen galt 20 creiger und waß alle ding denr, und ain maß grumblen 40 creiger; Der creiger ainer galt vierthalben pn.’
Die im Coder noch folgenden Blätter find von verſchiedenen fpäteren Händen mit Nachrichten aus dem 16. Jahrhundert (bis 1592) ausgefüllt worden.
Bemerkt mag noch werben, daß W im Ganzen mehr mundartlide Färbung zeigt als M, zwei confequent vorkommende Formen find der Hand- ſchrift W ganz eigen: uͤrlich ſtatt lrich und taringen ſtatt taidingen; taringen iſt auch in die Handſchrift w übergegangen.
5. w. Papierhandſchrift des 16. Jahrhunderts, groß Folio, k. Biblio⸗ thek in Stuttgart, Nr. 161 (Historia). Auf den Vorderdeckel des gleich⸗ zeitigen Einbandes fteht mit Golpbuchftaben eingepreft: OBER . RATH. Nach fieben leeren Borfegblättern? beginnt ver Text mit BI. 1°: ‘Wie Hain vie flat Augspurg vor vil langen jaren gemeft ift (als Ueberſchrift). Die ftat Augspurg iſt vor alltenn zeitten nit weitter gewefen dann von unnfer frawen thor bis zu fannd Anthonius cappel auff dem Hohenweg, vie erft ſeidher gepawen ift worden bey ver ſchmidgaſſen' ꝛc. Die Kehrfeite ift leer. An der Spige des zweiten Blattes fteht der Titel: Cronica von der ftat
1. Bgl.dazu dieStelle beim 3. 1506, 3. Auf der Vorberfeite bes erſten hat W BL. 2366: Deß jars ift Barbara eine fpätere Hand angemerlt: Huldri- Waltherin, Urli Walthbers des cus monachus 8. Afrae scripsit chro- eltren bausfrau. ain 'gugin (Üw nicon ad Petrum cardinalem tit. s. Geo uktet) worben am vierten tag nad Vitalis de rebus gestis Augusta-
acoby.’ norum.
2. Diefe beiden auf Walther bezüg⸗ Sigismundus Gossenbrotus colle-
lichen Abſätze fehlen in w. git annales patriae suse.
Handſchriften. XLIX
Augspurg unnd annderen ortten lauttennd.“ Fängt an: ‘Wie ain weib baſt was. Anno domini 856 da was ain weib babſt, hies Johannes. da er mit dem kreutz gieng, da fiel er nider an der ſtraß und gewan ain kind, und ſturben baide an der ſtatt zü Rom.’ Die erſten acht Blätter enthalten Nach⸗ richten bis zum Jahre 1553, ſtreng hronologifch geordnet wie in d, nur daß bier au ganz neue den Handſchriften DAW fehlende Abſätze hinzukom— men. In einem folhen nennt fih Wilhelm Rem, ven wir als Zu- jammenfteller vorliegender Chronik zu betrachten Haben, e8 heißt da bei dem Jahre 1352, DI. 8°: Damm ih Wilhelm Rem hab den brieff (den Leib⸗ gedingsbrief der Adelhaid Halbherrin) unnd figil gefebenn unnd hab ain copey darvon behalltenn.’
Diefem Wilhelm Rem lünnte wohl auch die erfte Hand unſeres Coder (ihöne Curſivſchrift) angehören, die bi8 zum Jahre 1511 gebt.
Den Grundſtock des Sammelwerkes bildet die Mülich'ſche Chronik in ver Walther'ſchen Faſſung! und zwar muß wegen zu auffallender Ueberein- fimmung (3. B. ‘taringen’ für taidingen') dem Schreiber der Coder W zur Borlage gedient haben. Da er aber viele Irrthümer von W berichtigt, eınzelne Wörter und Sastheile, ja ganze in W fehlende Abſätze bringt?, fo müſſen ihm auch andere Abfchriften der Mülich'ſchen Chronik zu Gebote ge- fanden haben. "
Die Mülih’che Chronik beginnt hier BI. 9°: Sturmglogkh hie. Anno domint 1348 da ward bie fturmglogfh hie zu Augspurg gegoſſen.“ Schluß 100: das thetten die Schwaben, die dem herkog von Oſterreich zü hilff amen.’
Bon der erflen Hand wird dann die Chronik noch weitergeführt bis zum Jahre 1511 (BI. 232°); das in W Enthaltene ift hier vollftändig aufge nommen bis auf bie zwei Abſätze bei 1506 und 1507, in denen M. Walther von fi ſelbſt fpriht (f. S. XLVII). Don da ab haben mehrere Hände geihrieben (BI. 290—294 leer) bis zum BL. 295®, wo der Cover mit dem 23. Juli 1547, dem Eimritte Karls V. in Augsburg, ſchließt. Es folgen dann uoch 19 leere Blätter.
1. An der Spike des erfien Blattes Späterer hat den Namen M. Walther ſteht dann auch vom anderer Hand, ber buschftrichen und Sector Mielich barliber wir ot in ben anbgtofien biefes Coder gefchrieben. degeguen: ‘Mary Walther hatt bie 2. ©. die Bar. zu M 58b, 596; 18b, geihicht zamen zogen umbt in biie ord- 71b; M 376 ftimmt w mit MD d gegen nung, wie bie zue ſehen, gebracht. Ein W überein.
Freiburg i. B. Juli 1864. M. Lexer.
3
| 12] Item Drufus, ain Römer, was kaiſer Octavianus ftuiffunt, ver ließ diſe ftat Augspurg umbmauren und gab ir das wappen, die per ober pir. und ligt zů Meng begraben hinder fant Albans plag?, und ift auf
jemem "grab ain Augspurger per ober traubs. das fchreibt Virgilius t.
gegoflen ®.
An fant Eecilien tag verprant man bie bie jupen®.
5. ‘gie’ fehlt Di. hie sk Augdp. Wu.
7. tag dei jarß D.
"An fant — juden’ in W durd»
ſtrichen und von fpäterer Hand nach dem folgenden Abſ. wieder hineingefchrieben.
1. ©. zu dieſem Satze bie Einleitung an Vo zunb die Handichriftenbefchrei- 6
Kern Dtto von Serifing ID, 3:
ai 1 Yon tiam in Gallis et
u in Retia, quae antea Vın-
—— ex nomine Augusti
voeatam, fundasse vel instaurasse
dieitur. Monstratur adhuc monumen- tum eius Maguntiae in modum pyrae
3. Die in den Chroniken o Y genannte Matpir’ (3.8. St.-Chron. IV, 323, 15) oder “Ratper’ (4.8.1. c. 331, 22). Bat. den etymo Logtihen € Erflärum geverfuch des Wortes ‘pir’ als feuer be Meifterlin, Et.:Ehron. III, 38, 10. Ueber die Deu- tung bes Wortes. al8 Beere ober Traube jagt er iu feinem Chron. August. Ee- elesiastie. bei Struwe, Pistorü rer. Germ. seript. III, ‚663 pöttiih: Au- gustenses, dum sui conditoris memo- nam habere vellent, pyramidis Mo- guntiae formam in armorum si sumpserunt, pietorum tamen aut o- fitate post, dum quilibet politus magis yderi vellet, adjectus est color viri-
8 uvae, Tam, deformis est enim diabolus, quam acuta artificis manus
Etädteronifen. XXI.
pingit, cum m piotoribus atque poetis aequa semper sit potestae.
4. Der Berufung auf Oracius' und
Birgilins begegnet man bei den Auge-
burger Ehroniften, wo fie von ber elteften Stadtgefehichte berichten, öfters. ©. — A 281, 16 und die da gugthorende nm.
5. Bol. Sender Bl. 16b, wo die In⸗ Ihrift der ®lode mit dem Namen bes Gießers und ber Jahrzahl 1348 ange- geben iſt. (Wo Senber citirt if, ift immer auf das in ber Augsburger Stabtbiblio- thek aufbewahrte Exemplar Bezug ge nommen.) 6. Bol. WB 246, 18; C 308, 9 unter bem unvichtigen Sabre 1349; Clo⸗ jener, St.-&hron. VIII, 104, 2; Könige- bofen, St.-Ehron. IX, 760, 6; Stromer, St.⸗Chron. I, 25, 4. Mm Mey er, Ur:
kundenbuch ber Stadt Augsurg ®. 1
beziehen ſich Mr. 452, 453, 454, 455, 456 (Reg.), 458, 463, 466, 467, 469, 474 (Ree), 482, 495 auf diefes Ereig- niß. Die von Frensborff i in ber Beil. I
-zu der Ehron. A ©. 166, Anm. 2 ange:
zogene Urk. vom 8. Dec. 1355, in wel. her Kaiſer Karl IV. den Bürgern Auge: burgs in ben nähen zwölf Jahren
Do man zald nah Criſti gepurd 1348 jar do ward die ſturmglogk hie „Y 20. 2, C 308,8 -
Rov Wanı
WB 246, 15
V. Chronit des Hector Ranq
Des jars was ain groſſer erdpidem an ſant Pauls körtag und verfiel
25. Ian. Billa und vil floß und dörfer darumb!.
Nach Erifti gepurt 1349 jar quinto nonas maji ſchwuͤren ber hieig
bifchof Marquard? und bie burger bie ain puntnus zefamen?®.
Mai [1b] Item 6 tag vor Urbani gewunnen die von Augspurg Mindelberg und 5 26, 10 zerprachen das mit biſchof Marquards Hilft.
Ww 221,7
C 308,12.13
Und des jars famen 400 gaisler her. Nach Erifti gepurd 1351 jar 6 tag im malen zerprachen die von Augs⸗
purg das ſloß Villenbach ®.
Anno 1356 was aim grofſer erdpidem zů Baſel am Rein, das die fat 10
Baſel gar verfiel und darzuů verpran”.
Des jard hüb man an ze pawen den newen chor zu unfer frawen und fant Jacobs capel und fpital in der vorftat®,
1. terftag D. peferungtag d. körttag W. 3. ‘am fünften tag des man’ alle außer M. Ww. In M am Rande von anderer Hand:
imp. Caroli iiii in Italia a quo impetravit potestatem cadende monete ', 9. Fillepach Dd. Der Abfah fehlt w. In a, Bi. 5B4aıded Anon. findet fih am Schluffe diefer Notiz
Mundelberg @, 7. und — ber’ fehlt w.
fiel (aus W verlefen).
beierdtag w.
2. daruon d (aus D verlefen). 4. ſchwor biſchof Marauart ainer von Rande
“Herr Marquard von Randechh ep. Aug. vicarius
5. Mindelburg d. 11. fer
der Zufag nachgetragen: *da feßten die von Stradpurg den kerkgang auf, dad ain rat wullin und parfüß get auf fant Zaur tag.” 12. Bom Bau des Chors ausführlicher in W: Deß jars hüb man an zů pauen den neuen Tore zů unfer lieben frauen zü Augspurg und pauete den aufß reichftraß doch mit der ftatt. gunft und willen, darum flat daran der flatt birr. und wad dafelben ain capel, hieß fant Bertrauden capel. die liefend die tomherren ab gan, darum ward in das reich# firaß fergint. und wolt der pau mit dem for lang nit fir fih gan, bis fi die korherren ains befannen und batten ainen tatt, man folte in von ainem raut leut zü geben als pfleger, das ward gethan,
da gieng der pau auf".
wiederum die Aufnahme von Juden ge hattet, it num anßer bei Lünig, Rei Be
0 XII, S. 95 ff. au im Augsb. u "8. Bp. I Nr. 510 gedruckt.
1. Vgl. Königshofen 1. c. 862, 10; Ann. Enedorfenses in Mon. Germ. script. X ©. 7
, Marfwarb I. von Randeck, von 13481365 Biſchof von Bugaburg,
3. Braun, Geld. Biſch. von Augsb. II, 464. Das Ku 8b. Urk.B.
enthält feine Urkunde über tefes Bünd⸗
ni,
4. Die In WB ©. 246 Anm. 5 citirte Urkunde findet fi$ nun im Augsb. Urk.B. Bd. INr. 468. VBgl. C 308, 6 unter 1348; Brunnemair, Geſch. von Diinbelheim 132 ff. Ueber das in ber Bar. erwähnte ſchofs Markward f. Stälin, Wirtemb. Geſch. III, 256; die Urkunde über das ihm verliehene "Privileg ‚ Münzen zu
eichsvicariat bed Bir
Ebenfo in w mit veränderter Orthographie.
ſchlagen Rt Rn W Sauber u 16b, C3 ; W221, bie belannte® Scilenin, ber Gelfeifaheer Eiojeners, St. Shren. VID, 105,1 (8% nigshofen, St.Chron. IX, 764, 25). Ueber bie — in Bayern j. Riezler, Geſch. Baieruns Bd. III, S. 25 und bie daſelbſt in Anm. 1 an gef. Litteratur.
6. Bgl. C 308, * S. über die Vil⸗ lenbacher Stetten, Geſch. der adeligen Seidl. Br Au Prugeb. ©. A.
B 247, 5; Chron. Mo- guntiae, en Chron. —— 159, 20. Der
e ıumter ben zur Zeit bifes Creigiiffeg t enden Chroniften, ber dieſes Erbbeben erwähnt, ift Cloſener 1. c. 136, 26.
8. Es handelte ih um die Erweite rung ber Kirche gegen Often. Die in Der Bar. genannte Kapelle, vor welcher ſich bie der Stadt gehörende Hauptftraße vom Brauentpor ber binzog, gehörte dem Col⸗
egtatftift von St. Gertraud. Das letztere
1362. 1364, .3
Anno Domini 1362 do ward Zwingenberg gewinmen von bifer flat und
andern ftetten 1,
Des jars verpranten Wiggaw und Ochfenpirg von Fillenpach? die vorftat vor Streffinger thor?, und ir krieg weret ain jar.
s 2] Do man zalt von Erifti gepurt 1364 jar hetten die tämherren ainem W221,12 rat gelihen auf den ſaltzſtadel 1200 und 80 &f ver grofien Augspurger %. tarvon gab man in zů zins alle jar 64 &%. das löſet ain burger hie ab, hieß Urih Aſung, umd nam darvon zu zins 40. darnach fam er mit ainem rat überain, das man für follihen zins geit all unſer frawen tag, das ift zů
viermal im jar, ieglihem armen mentſchen t pn.‘
Ze wiflen, da8 vor dem Rottenthord ain vorftat iſt geſtanden, C 308,25 hat am Wägenhalßẽ gehaiſſen, und ftünd ein turn zu aufferft an ber vor-
2. und for anderen fletten D. Der Abfah fehlt d. Bigaw von Ifenburg und von Fillenpach w.
8. Biglam von Dffenburg Dd. Nach *Fillenp.’ in We: *differ flatt Augspurg
find‘. Beide Abfäge ſtehen in D unter 1357, ebenfo in d, wo nun der 2. Abfap ſteht; am Schluffe iR fpäter von der gleichen Hand hinzugefeßt: "ward durch paffen (sic) verratth und in flat Tagen’.
6. auf den ſaltzſt. auf daB ungelt Wer.
10. 1 dn. umb goßwillen als fli ir kumen We.
verfangte ala Breis der Kapelle eine neue |
im Dom, die Stabt für den von ihr ab» jutgetenden Straßengrunb bie Aufrecht- ehaltung ihrer Grundherrlichkeit. Allioli, Die BroncoThüre des Domes zu Auge burg im 19. Jahresber. des bie Ber. f. Schwaben und Neuburg ©. 44.
1. Bat. W 221, 11; C 308, 19; bie
Beil. Up W. 2. Dieſe Notiz findet fich auch, etwas abweichend, in dem breve Chron. Aug. . auf Diele Fehde un bie Bur Billenba Nr. 536, 537, 538, 539, 553, 556, 559, 563, 565, 567, 571, 575. Nach dieſen Urkunden währte bie de vom Herbſte 1460 bis in ben Früh⸗ ng 1462. Am 16. März diefes Jahres ſchwören die Brüder Klaus, Albrecht und Conrad, die Billibacher, und Hans ber Fühler, die im die Gefangenfchaft ber Angsburger gerathen waren, den Bür⸗ gem von Augsburg Urfehde (l.c. Nr. 567). 20.Sept. 1362 verlaufen Witgaw, ber alte von Bilibach, und feine Söhne Hans, Witgaw und Seit ihren Theil der Burg
und des Berges Bilibach, ber vom Augs⸗
130 und 80 & w. 9. und. fr. abent DA.
burger Bisthum zu Lehen ging, um 300085 Heller an die Bürger von Augs- burg (l. e. Nr. 571). Bon diefen gebt er dann um ben Preis von 1450 Heller an ben Bürger Johann den Langenman- tel über (l. c. Ar. 575).
3. Das Sträfingerthor fland an ber Stelle des fpäteren, nun ebenfalls nieber- gelegten Barfüßerthores, das ben Ein- gang tm die jetzige Iacobervorftabt von
er eigentlihen Stabt aus bildete. ©. hierzu A 45 Anm. 2.
4. ©, die in ber Amerfung E A 221, 15 cttirte Urt. im Augsb. Urk.B. UI Nr. 580 (Reg.) und bie zgängungsur- funde unter demſelben Datum 1. c. Rr. 581. Vgl. C 308,21 und zur Geſch. des Ilſungſchen Seelgeräthes Gerberger in der Zeitſchr. des bit Ber. d Schwaben und Neuburg 1876 ©. 294 fi.
5. Das rothe Thor ober, wie e8 früher dteß, Gaunietterthor im Süboften ber
ta
. 6. Bgl. O 304, 27 und A89 Anm.1.
S. über dieſe Vorſtadt Hoffmaun in der
tler. d. hiſt. Ber. f. Schwaben und euburg 1882 ©. 177 ff.
1*
w®» 247, 13
C 308, 21
"C308, 20
24. Suni
4 V. Chronik des Hector Mülich.
ftat gen Payren! bei ſant Servacien?, und heuſer dazwiſchen hinauf 3. das ift in dem jar abgeprodhen worven!. Es ftünd auch ain Kirch oberhalb des hailigen gaifts5 in ven engern ' neben ven ziegeljtäbeln®, ift abgeprochen worden. . Bor Ödgginger tbor ift auch ain vorftat geweſen und ift die hauptflatts
und das gericht darvor geſtanden.
Und des jar8 ward Conrat Diymner erftohen”. 3. Mai [25] Anno bomini 1365 in die Urbani rait kaiſer Karl gen Avion zu
dem bapft®.
Do galt ver guldin 13 8. Wirkpurger und 4 dnn.?, haber 17 8. dn., 10 rogg 328. dn., fern 2% 51/2 $., vefen 1. item ber Nederwein 7bn.,
welichwein 10 dn. ain maß.
Des jars zwifchen fant Johanns tag und Bartholomei pracht kaiſer 24. Aug. Karl und künig zu Bechem die böfen gejellichaft von Afian herauf zu
teutichen landen gen Straßburg und waich palb wider binber
Mümpelgarten 10,
1. hinauß enzwifchen We.
4. ziegelflädel MW. neben dem ziegelftadel Dad.
fih gen ıs
7. In
Wa > ‘Item des jard ward ain Burger hie, hieß Günrat Miner, der ward erftochen und tod funden und wift niemant, wer es tban bett. doch ſchehet man, ed het in ainer bey feinem weib funden und in tragen auf die ſtraß und in da ligen Ian. man zig es ainen Luidfrid, der folk gethan han’.
11. 7128 W.. 525 Da. Abfah nicht.
1. Ein Thortburm, ber die Straße nach Friedberg abiperrte. Er wurbe nicht im Sahre 1364 abgebrochen, fonbern brannte 1474 ab, worauf er wieber auf: gebaut wurbe. Hoffmann 1. c. 187.
2. Das Siechen- ober Leproſenhaus zu St. Servatius lag nördlich der Frieb- berger Straße in den Wiefen bei dem ſo⸗ genannten Frauzoſenwall 1. c. 185.
3. Die ne der Häufer dieſer Vor⸗ ftabt im Jahre 1364 f. 1. c. 186.
4. Nach den von Hoffmann angeftell- ten Unterfuhungen wurbe der Abbruch der Borftabt Wagenhals erft im Jahre 1375 begonnen und war ber Hauptjache nach im Jahre 1389 beendet.
5. Es wird die Kapelle zum bl. Ar nold gemeint fein, welche wahrfcheinfich jett dem Abbruche ver Borftabt Wagenhals veröbet ſtand und im Jahre 1409 abge- brodden wurde. Hoffmann 1. ce. 185 ff.
„6. Diefe ſtädtiſchen Biegelftadel “or Hüfteter tor üfferhalb bez Wagenhals üf der höhin' werben erwähnt in einer Urk. vom 4. Dec. 1360 im Augsb. Urfb. II
r. 541.
12. *ain maß’ inur in W; w hat diefen und den vorhergehenden 2
7. Bel WB 247, 16 mit Anm. 4.
8. Karl traf am 23. Mat zu Avignon beim PBapftellrban V ein (Belzel, Karl IV. II, 754). gl. Königshofen, St.-Ehron. VOII, 485, 12; Chron. Moguntiac., St.Chron. XVIII, 168, 22.
9. ©. Über die Augsburger Münz- verbältnifie diefer Zeit Beil. VII zu Zint 422 ff. i
10. Ueber die „böfe Gejellihaft“ |. Pel- zel II, 754 ff., über die Ankunft derſelben vor Straßburg und bie fi daran knü⸗ pienben Ereignifie genigsheſe ‚ St.
bron. VIII, 486, 2ff.; on. Mo-
ntiac., St.Chron. XVIII, 168, 28;
ie Jahrbücher des 15. Jahrhunderts, St.Chron. X,127,7; bezüglich des auch bei Mulich fi in den Worten ‘von Afion herauß' bergenben Irrthumes bie zu Die- jer Stelle gehörende Ann. 4. ©. au die Urk. vom 4. Juli 1365 im Urk⸗B. I Nr. 588, in der Karl die Bürger ber Stabt Augsburg aufforbert, ihm bei ſei⸗ nem Kriegeiug ge en die böſe Geſellſchaft nah Selz im Eljaß mit Heeresmacht zu⸗ zuziehen und die Url. vom 18. Juli 1365
1365. 1367. 1368. 5
Am palmtag warb die. glogk zu ſant Morigen gegoflen, die da haißt 9, Apr
Regina!.
Als man zalt 1367 hond die von Augspurg dem von Wirtenperg zů hilf geſchickt 180 pferd und hond das ſloß Eberſtain zerprochen?. s [3°] Nach Criſti gepurt-1368 jar an ſant Severi episcopi, was an ainem ſuntag, und an ſant Severinus abent? im derſelben nacht wapnoten fich hie zů Augspurg alle hantwerck und namen bie nacht alle thor em und beſatzten die mit iren hantwerdern und giengen all die nacht auf ver ſtraß umb. des morgens an ſant Severimus tag famen auf den Perlach 3- PR.
ı»24 paner und ire hantwerd, al gewapnot.
man laut den raut⸗
das füffen die burgermaifter, der Herbart bei fant Martin‘, und Conrat Pitslin. des jars was paumaifter Conrat Ilſung auf dem Stain und Hanns Goſſenprot, figler Heinrich Vogelin der ſchön und Bartholme der Kievrer. da kame auf das haus newer und alter raut in die klainen
1. Am yalmt. — Regina’ nur MW,
Rain Dd, in beiden Hff. unter d. 3. 1357. 8. gieng.M. mad’ nur in se. Sfing DA,
L e. Nr. 589, in welcher bie Stabt mit mehreren Edelleuten wegen Leiftung von ——— gegen die Seielicert tm Elſaß einen Bertrag abichließt. Weber ben Zuzug Angeburgd zu dem kaiſerlichen Heere ſ. die Beilage II und Wirbinger, Kriegsgeihichte von Bayern, Franken, All unb Schwaben von 1347 bis 1506 Br. 1, 74.
1. Bgl. C 308, 14.
2. Burg Nen⸗Eberſtein, den Grafen Eberſtein gehörig, bie & an dem be kaunten Weberfal des Grafen Eberhard von Württemberg im Wilpbabe betpettigt batten. Stälin, Geſch. von Württemb. ILL, soll. S. den Bertrag einiger Ebellente mit der Stadt Augsburg bezüglich Der eeiftung von Kriegsbienflen gegen ben von Eberftein und feine Genoflen vom 23. Inli 1367 im Urk.B. II Nr. 599. Im der von Frensberff: St.-Chron. IV, 250, 21 angeführten Chronik findet ſich S. 187 folgender bieher gehöriger Ein- trag: Item des jars alß man zalt tau- ient drewhundert und ſybendfächtzig an mittwoch vor fant Afrentag ber hatligen martrerin 4. Aug.) find bie von Augs- purg mit fünfftzig hubern uß getzogen jeglichem huber mit ainem ſchützen und knecht über den won Eberſtain dem yon
4. geſchickt' fehlt A. 200 pferd Wio. 5. Seferinus d. in D Severy gprrigiert Severin.
9. famenp W. Tamen ſy w.
Hainrich Herwartt der elter bey fand Martin oo.
Erber⸗
11. herr Pyſtlin Dd.
10. bewappnet Dd. 12. Putſchlin W. Pitſchlin w.
Württemberg zů bulff von frids megen im land zü Swaben.’ führer waren ‘Herbegen von Kabenftain unfer vogt' und anf ber Pfettner'.
3. Mülichs Bericht Über den Aufſtand och 1368 beruht im Wefentlichen auf dem in © 309, 7—310, 15, ben er durch Zu⸗ rückgreifen auf die Chron. A 21, 2—22, 3 und auf enfälägige Urkunden ergänzt. Was er fonft noch h naufügt, find fat nur furze Umſchreihungen, Erläuterungen, Fran ber Borlage, um bie Er—⸗ zählun weiſe ift der Wortlaut der gleiche wie in der berrütsten Quelle, zuweilen nur durch Umfeung von Süßen oder einzelnen Wörtern etwas verändert. Einiges ift durch Mißverftändniß der Stelle cor- rumpirt. Hervorzuheben ift, daß M., wo es in der Duelle beißt „ber Rat“ „wir“ ober „uns“ feßt und daß er Die abfällige Kritit des Borgehens der Zünfte bei C
309, 32 ff. wegläßt. Vgl, ug Gaſſer ee .; Rem BI. 101b folgt ganz
4. Heinrich Herwart bei St. Martin
gum Unterfohiebe von Heinrich Herwart
es Bögelin Tochtermann. DBgl. Stetten, Geſch. v. Augsb. IS. 108.
247, 11 C 309, 1
C 309, 7 22. Dct,
deutlicher zu machen. Stellen: .
6 V. Chronik des Hector Mulich.
ſtuben, da kamen, die des groſſen rats,waren, im die groſſen rats⸗ ſtuben; und warden baid thüren der ſtuben und des rats haus wol be- fett und behlet mit ven hbantwerdern. do fanten zü uns die hant- werder den Wizzen, ven weber und fellermaifter!, Sücenbach? ven beden, Witigen den kürsner, Hannjen Wezzisprunner den felgverger, Sigharten; ven pierjhenden, Haunfen ven Erringer ven flejhhedel. do was redner der Wire undrebt [s?] gar erberlih und züchtigelich, es bedörft im niemant weberleibs noch güts fürdhten?, ſie wölten nach gätemfrid ftellen* und zunft haben® ber ſtat zů eern und zů nutz. des wurden wir ntit in überain mit gütem willen, das fagten fie den hantwerdern. da Tamen fie herwider und fprachen, ſie 10 wölten haben bie ſlüſſel z& dem Berlachthurn, darzü die flüfjel zü dem gewelb, und ber ftat infigel und pas bücdh®. das warb in alles ſchn geantwurt von ° denbaumaiftern und figlern. und gieng Heiner und groffer rat alle, was unfer was, und nufer fün, die angefhriben wurden 87, auf den Perla, da die hantwerd alle famentlich waren, und ſchwüren ba ıs mit aufgeredten vingern, zünfte zü haben und was varzä gehört 100 jar und ainen tag. den aid gab uns der graw Bögelin dem reich und der flat zů eeren und ze uuß”, und das alle alt neid und Haß, die geweſen find un- der reich und arm, ab feient, der nimmer mer zü gedencken, und aim recht
früntſchaft und fün nun fürbaf jein fol.
es wurben auch ander fteur⸗ 20
maifter geſetzt darumb, das die ftenr geenbert warb anders, dann non c 310,11 alter mit güter [a*] gewonbait berlomen was. und die ſteur warb alſo ge- fest: federwaut, Hainat, trinckgeſchierr, hausraut ® belaib ungeftuirt in dem
1. ‘großen’ fehlt W. 5. Wigingen W. Sißprunn d.
fellermaifter — Wizze' fehlt w.
4. Weyſſen WDad. KHainh Weiß w. 6. mößger D. meßger d. 11. den gewelben W.
Sußgenbach W. Sickenbach Da. 7. Weyß WDd. ‘und 12, in allen ſchon M. in ſchon
alles Wu. 13. von dem baumaifter und figier DA, 16. zü halten Da. 18. die ge
.weſen' fehlt A. 19. under: umb A. under reich: unnder Erdrey d. 20. und ſon W. und fayn w. und frid PDd. 22. for alter güter gewonhait Dd. 23. federwatt We. jederwad d.
1. Weiß, der Kellermeifter ver Weber,
woraus M. irrthümlich ‘den weber und
telermaifter gemacht hat. Bgl. A 22,2
2. Sügenbad = Sentenbadh bei c 309, 161 corrumpirt aus Burtenbach, beffen Name bei genen 8. be age öfter genannt wird. Vgl 3, B. Beilage I zu A. 139, 1 unb C 310. 9
3. Aus A 21,5.
4. Aus A 21, 6.
5. Mißverflänblich ftatt ain zunſt ze haben' bei C 309, 26. ©. über dieſe
—— Beil. J zu A 139, 34 mit
6. Das Stabtbuh von Augsburg insbefonbere das Stadtrecht vom Jahre 1276 nach der Originalhandſchrift zum
erfien Dale —* egeben u. erläutert
von Chriſt. Meyer. Augsb. 1872.
T. — für dem reihen unb dem armen ze nutz und ze eren’ in C 309, 27.
2 8. ©. die Urt. in Beil zu A 137,
1368. 1368. 7
alten rechten, und hans !, da ain man jelb mit wejen innen was, e8 wär aigen, zinslehen, leipting, das belaib als vor in dem alten rechten; das ander warb alles verfluirt, als lieb ‘es im wär, 2 Wirkpurger von dem &. die finir ward gelengert bis auf liechtmeß in dem rechten als auf fant * I sRielaus tag 2. 6. Dee. In dem jar ward burgermaifter der graw Bögelin und Hanns Wef- © 310,7 ſisprunner; baumeifter Conrat Ilſung auf dem Stain, Hainrich Pach des Bortners tochterman, Hainrich Burtenpach der beck, Wizzig der kursner; fenmaifter Bartholme Riedrer, uͤlrich Langenmantel, Wizzig ber weber, is der Fideler der Pfetners tochterman, Hawg der ledrer, Wizzig der kürsner?. do ſatzt mar, das ligende güt nun halb ſtuir ſolt geben“, darwider was nie⸗ mant dann metzger, ſchuͤchſter und ledrer. Rad, Criſti gepurt 1369 jar an ſant Franciscen tag ward erſtochen bi⸗ 4.22,5 ſchof lad]) Walther, ain Hochſchlitz, biſchof zü Augspurg, beſchach zu Min⸗ ısdelhaimS in der vorſtat, tett graf Eberhart von Werdenperg vdn Aislingen®, der wolt im Mindelhaim abgewonnen haben. und waren auch darbei grafen von Zoler von Veringen. Des jars an ſant Jeronimus tag warb ber Weyß ber weber und ſein 30. Sept. ſwager der Egker und ber Ungehuir gefangen bei Fridberg', das tett uͤlin uder Pfettner und der Greſinger von Ott von Schwemmingen wegen ®, ber lag zů Augspurg umb den hals gefangen, den wolten ſie darmit ledig ha⸗
6. Hanns Bögelin der graw w. 7. Sainrih: 6. M. 9. Bigig WD. Beyß dee. 10. des Bormerd Dd. außer M. 11. ‘do ward man fehen’ alle außer A. 12. ‘ihäfter' alle außer A. 18. Ylorianustag Dd. 19. Egger Wo. Oder D. Ungebeyr Dad. 20. Bfortner dh Erfinger D. Erfing d. Greffinger We. 21. umb den hals' fehlt Da.
3. alles: alfo Da, alle außer M
8. Wißig Wißig' alle
1. S. die Urk. in Beil. In A137, 27.
2. Der Siam, nn wohl der: die von
Keiis wegen c. „ug 1368
hlige Steuer Fe eh anf Lichtmeß
1369 eingehoben. S. Vorbereitung bes Rates 2c. DL. 200.
3. Die Namen der vier Baumeifter ab richtig; ; Bach und Burtenbach Mt „Einnehmer, Ilſung und Wi
—5 „bie Ausgeber“. ©. Beil. A147, Namen der Siener
meiſter ——— zum Theil von den in C
angegebenen ab. Wizzig der Kürjchner iſt von M als Baumeifter und als Steuer meifter aufgeführt.
4. Die Once jagt genauer halb als vil als parſchaft'. C 310.
5. Dal. W 222, 7; WB 247, 20; C 310, 16; Notae Diessenses bei Berk XIX, "327: Chron. Aug. bei Defele I, ©. Biaff, ie Herzoge von Ted in ben Bi ürttemb, Jahrb. 1845 S. 119.
. ©. A 22 Anm. 4.
4 In der BR des Jahres 1369 fin- den fi mehrere Ausgaben ‘von be Wein in n aanun wegen.
wenningen an ber Donaul! / St. Fr non Höchſtätt. Ein Otto von Schwenningen wirb tm einer Urkunde vom 4. Mai 1366 als Grundherr von Gütern zu Altheim genannt. ©. über birles —* Steichele, Bisth.Augsb.IV,
8 V. Chronik des Hector Mulich.
ben gemacht. do warb Otten von Schwemmingen das haupt abgefchlagen 3. Det. an ber mickten darnach! und den unfern warb tag gegeben und in jechgig meilen fich zu ftellen. vie herrn von Babern machten fie der vändnus lebig. Item hertzog Steffan? verprant Aitingen ? in die Johannis* et 26. Juni Pauli und nam küe und roß und warb niemant nichts wider. und warb s bes tümbrobfts ftabel Otten von Sunthaim> auch verprannt.
[5°] Nach Erifti gepurd 1370 jar nach ſant Agathen abent kampften Die- polt Süß und Seit von Althain ze Münden alſo ploß zü roß und Seit von Althain lag ob und ftach ben Güffen durch ben bauch bei dem nabel, das er von ftunden ftarb®. 10
An dem nechften tag nach fant Jacobs tag ritten unfer ſöldner mit dem bifchof von Worms” bis gen Giengen, was Pranthoch von Pferie, Zolrer, Hanns Dendrich und Vegenknopf, Stadelpach und Walpachs. und an dem berhaim reuten an ber prugk bei Gundelfingen wurten fie angwenb von dreien von Zaimperg, vieren von Stainhaim, zwaien von ı5 ‚Burgam, zwaien von Purtenbach und wurden bie unfern gefangen und Stadelbach erftochen ®.
An fant Barbara tag ward Beter Köntzelman hart gewundet von dem Jacob Pütrich und dreien feiner recht, die all wol geharnaſcht waren; und
gabent die flucht. und bei dem prunnen bei Ödgginger thbor! kam 20
C 310, 20 4. Sebr.
26. Juli
1. Dtt MWwo. dem Dtt Dd. 2. mitwuch Wu. mitwuchen Dd. das ſy fi 60 meil folten flellen Wi. 3. *der vändnus’ fehlt We. 4. Ahtingen D. Etin- gen d. 7. Agentag abent D. Agetenttag abent d, 12. Gegingen d. Pranthaim D. Praudthain d. Pferien Da. 13. Zoller D. zollner d, 14. prugt : Preinz & (ver liefen aus D). 15. wurd. f. angew.’ nur in Wie. Lainperg M. 16. Ind flengen die unfern Wo. ‘und’ fehlt M. 18. Kengelman Dad. 19. Pitterih D. Pietterih d.
ſechzehen meill Dd.
1. BR. 1369, Generalia: ‘it. dem nachrichter 5 8 v. daz er riht uber den von Sweningen. Salus populi. (7.
. DM.) Bol. Gaſſer S. 1504
2. Stejan IL. + 1375, der Sohn Lud⸗ wigs des Bayern.
3. Groß. oder KHlein-Aitingen, beide fübweftl. von Augsburg.
4. Auf diefen Weberiall beziehen ſich mehrere Einträge der BR. von 1369 5.8. Legationes: ‘it. 10 ß d. Hanjen lauffel zů ber ung bi ber ſtrauzz baz er fi warnnotti do di von Ayttingen 'gebrent murben. Omnes gentes.’ !15. Zuli.)
Dtto von untheim, Bomprnf von aa 1307. ©. A 26 Anm. £.
6. Der Kampf fand ſtatt am 5. Fe⸗ bruar auf dem Marftplate in München. ©: bie 5 Albr. Freiherr von Gumppen⸗ er eich. der Familie Gumppenberg.
7. Biſchof von Worms war damals (am 26. Juli) neqh Johaun Schadland. ©. A 24 Anm
8. Smilie werden theils im Söldnerbuch theils in der BR. von 1369 als Stadtſöldner aufgeführt; Stavelpach beißt Dort Stabelfad; Zolner fommen im Söldnerbuch unter der Rubrik ‘cives’ drei vor: Peter, Hans und Jacob. (Söld⸗ nerbuch BR. 1370, Generalia: It. 1653 d. umb welfchen wein geſchenckt dem hehe von Worms. Dominus fortitudo.’ (21 Juli.) — iit. 115 d. minus 4 d. umb
welſchen win gejchentt dem Wichsler dem
von Walkirch do ft ber fomen und reten von der wegen bo Stadelfad ayagen wart. Ecce deus.' (11. Au ngult)
10. Hauptthor auf der eftfeite der Stadt, nad dem ſüdweſtlich von Augs- burg gelegenen Dorf Göggingen benannt.
1370. 1371. 9
an fie Beter Langenmantel und der Grefle, Die wißten nichts umb die tatt und fhlägen den Pütrich erniver. ber warb in ainem [s®] trog auf das rathaus getragen, des Köntzelmans fründ behüten in. bes Kontzel⸗ mans brüber! und ir anfrau bie Mynnerin? begerten gerichts. do pat Pe- ! ster Langenmantel umb fein gefangen und das man im fein ere beforgt. ba geſchach groß pet umb*in von herkog Fridrich, Steffan und Hannfen von Baiern, und er ward am jchmalkigen ſambſtag ledig und kam haim⸗ 2. Seht.
lich darvon zü dem fwibogen aus 2.
An font Marz tag erfchlüg das wetter drei frawen bei den ziegelftäveln, 25. April mb farb ain erber man zu unjer frawen in der kirchen gädhlingen.
Item Sighart, der hie ain ratgeb und flatfigler was, pemc 310,22 ward vie flat ewigclichen verpoten mit weib und finden und 20 meil hindans. er rait mit bem von Helffenftatn gen Praug zu kaiſer Karl und der von Helffenſtain zalt für m, und was aus 7 wochen. do hett er vom Pfettner ıs von Nũrmberg 100 guldin genomen®, darzü nam er hie 97 guldin und ſprach, er hetts verzert, und fagt nit, das der von Helffenftain filr in golten bett.
Nach Erifti gepurt 1371 jar in die Gregorü pape prant Hanns von Swennmingen ? [6*] Oberhauſen umb rantzeit unb Lechhaufen 8 zü mitter- 12, mãn
nacht, was ſelbſchend reutend.
1. Stoffe Dd. Gieſſe w. R. brhder' fehlt Da.
9. den ziegelſtadel Dd. am Rande won C. PBeutinger'd Hand:
Abſaß auch in den Worten:
wiftend nir von der tat W. mwiftend wo. und wift er Da. 8. ſchwigbogen D. Jacob Zriderich von Bairen felb flert gewaptmet und ſchlüg Potten Kennpellman 11. Ip den übrigen Handſchriften flieht nach Sighert ‘der fchreiber‘ Sighart bierfhend". engelten D. (“engolten’ fehlt d). zalt bett W. bezalt bett w. “Dep jarh (1370) an fant Iohanned tag zli ſywenden verbotten
3. 12} In Dar ATo Keißt es: "ZU der zeit kam gar hart‘.
und figler Dd. D = d48b enthält diefen
16. fein
die son Augdpurg ainem zunftmaifter, hieß Schengarr, ain pierfchennd, die flatt mit weyb und
And; der ſücht fortel mit der zerung, fo man in auß ſchicket von ratd wegen’. 19. *reutend’ fehlt Wir (in W von jpäterer Hand:
abentzeit Dd.
1. Ulrich Köntzelmann, ber öfter das Amt eines Bürgermeifters verfab. (Stet- ten, Geſchl. B. &. 114.)
2. Ueber das Geſchiecht ber Mynner (Minner! oder Better |. Stetten 1, e. 75. WB 248,
!. bie Beil. TznA1as, 5. a Urtbeil findet fih im Ks [. 28b: ‘Anno 1370 in decol- latione Johannis Baptistae (29. Aug.) bat ver rat Sygharde ben jchreiber, Chän- rag bes Alpershovers tochterman die flat ewiclih verboten und zweinzig meyl bindan und fol bey diſer tagzeit us faren und im bife flat nimmer mer fomen mit wip und finden die weil er lebt und ſwa man im ergriff innerhalb zweinzig meyl, io fel man hintz im richten als hintz einem
ichedlichen man ꝛc.
18. ratzeit =. Yu roß').
Ge Bverläubi ; es ſollte heißen
su Nürnberg. © Beil. Izu A148, 8. Ausf hrlicher bei Gaſſer S. 1507.
Nah ihm war er ein Bruber des im Jahre 1369 Pingerüßketen Dit von Swen⸗ zingen. 8 auch Steichele,Bisth. Augsb. 1725.— BR.1371 „ Legationes: 1238
* danſen dem Jeuffel zu bem hertzogen von Ted und zü dem von Dttingen mit bruifen do uns ber von Sweningen ben fryd abfait. da loff er biz gen Stutgarten. Circumdederunt me.’ 2. Febru ar.) Am
4. Aug. 1371 ſetzt ber Rath auf die ge
fängliche Einbringung des Hans von Sweningen einen Breis von 600 Gulden, für Die eines jeden feiner zwei genannten guechte 200 Gulden. Augsb. Urt. I
8. Oberhaufen, Dorf norbweftl. von
222, 11.9
10 V. Chronitk des Hecior Mülich.
ID, Der burggraf der Erringer und des münkmaeifters jun ! wurden ent- haupt von der muͤntz wegen.
cas Nach Eriftt gepurt 1372 jar zA fant Beter und Pauls tag fast man
2%. Juni hie fihen man z& dem krieg: Bartholmeen Kiedrer, Conraten Ilſung, Her⸗
man Nörolinger, Hannfen Erringer, Ülrihen Tendrich, die hiefien die folb- s
AB,4 ner?. und die jungen burger raiten aus auf herrn Hainrich von Freyberg gen Schoned, die. pranten 3 dorfer ab und namen was fie funven?.,
AR, 6 Do wolt der von Wirtenberg auf die von Augspurg gezogen fein, des wurden wir gemar und gaben dem von Wirtenberg 4 taufent guloin, das er wider haim zoch?. 10
A28, 10 Do ward hie zu ainem hauptman beftelt herkog Fridrich von Decks.
23,8 Do zugen bie von Augspurg für Landsperg mit halbem ſtatvolck und verpranten das dorf vor ber flat ab und zügen des morgens wiver herhaim 6.
an 1 An fant Katherinen tag zügen wir für Swabegk [eb] und gemunnen das und wurden 16 mann darinn verprent und fünf mann gefangen und gen ı5 Augspurg gefürt, das was Kraftz Waulers”.
9. Der - Am dornftag nah fant Niclaus tag gain tag zügen wir hie aus mit halbem ftatoold, und der hertzog von Ded, unfer hauptman, mit ung®. und waren unfer 1500 geiwaptioter und lagen über nacht zu Menttingen®.
10. Dec. und des morgens frü zugen wir für Schongaw und beranten das und la⸗ 20
}
4. Rieder Da. Hörman M. Nah Ilſung' in A von anderer Hand am Rande nadıge- tragen: Chuonradt Nechlinger, Rüdrer Rapolt. &. Statt uͤlrich' in W durchaus: uͤrlich. 6. den M. 14. Diefer Abfap findet fih in anderer, mehr an A 27, ſich anlehnender Faffung auch in d 3a. 16. Wallers Wu. Weiler Dad. 17. *gein tag’ fehlt Wied. 19. Aus tingen D. Aitingen d. 20. In W 11b lautet der diedbezägliche Eintrag: "Anno 1367 prann⸗ ten die von Augspurg Pairhalb und auch bis gen Schongaw und der herkog von Dedh mas der fett Hauptman. und die Payr pranntten über Lech die ſtraß und die von Augdpurg mueften uff die legt geben 36000 fl.’
Augsburg, Lechhauſen norböftl. von der burg auf zwei Jahre ‘zit einem ſchirmer Stadt. und helffer’ genommen babe und das
1. Vgl. das Chron. Aug. in Oefele 2 &tigungsichreiben des Kaiſers vom I, 615, wo es heißt ‘won bes meins ct. 1372 im Urk⸗B. II Rr.635, 636, wegen”. wo auch noch andere auf dieſes Berhält-
2. Wiein O (und andy bei Zint4, 34: niß des Herzogs zu der Stabt Augsburg werben von M ftatt 7 nur 3 Namen au Bezug nehmende Urkunden zu finden gerührt, während A fümmtlicde 7 nennt. find.
zu biefem Kriege Würbinger, Bay. 6. ®gl. A 27, 10; C 311, . Kriegegeich. I 64 fi. ; Riezler, Geſchichte 1. Sal. w 2323, 11; we "248, Baierns III, 96 ff. C 311, 3. Bol. C 311, 2. 8. Si. W223, 13; WB 248, 10; 4. Bgl. C 311, 3, ©. Beil. UzuA C311, 6. 156,3. 9. Ober- ober Untermeitingen, weftl.
5. ©. bie Urf. vom 14. Aug. 1372 abſeits vom Lech, norbwefl. von Lanbe- in ber ber Herz. Friedrich von Ted dem . berg. Kaiſer Karl IV. meldet, daß ihn Augs⸗
1372. . 11
gen da vier tag umd verpranten ba, was wir erraichen mochten. bo warb in bottſchaft gethaun, die herren von Payren heiten Rietenpurcht aufge brochen und wären an das land komen gen Aichach, gen Fridberg und gen Möringen?. wir wölten funft Liechtenperg 3 gewunnen haben, ee wir " sberein Tomen wären. do verpranten bie Bair Kiffingen, Göggingen, In- zingen®. und legten fich mit groffer ‚macht gen Bobingen und lagen da w 225,17 fünf tags, da pot man menigelich zu feiren und im harnaſch zu fein und
under bie tor und bei ven hauptleuten. bo prachen fie ain tail zü Bobin-
gen auf, was berkog Fridrich? und berkog Steffan von Bayren, bo
wmaint man, fie wolten an die worftat fein. doch fo verpranten fie die ſtrauß A 2. 12 zu baiven feiten®, Exrringen und Merdhingen?. und an fant Thomans obent [7°] verpranten fie Bobingen, Wäringen 19, Inningen und Pferfe 11, 20. Dec- das haus und borf Bergen, Steppach, Kriechshaber, Oberhaufen, Täfer- - dingen, Hirblingen, Gablingen, Gerſthofen 12. beichach alles an fant Tho⸗
i mas tag vor mittag. man laut die fturmgloden für fich an. fie zügen zů 21. Dec: Goggingen über vie Wertach und hüben bei dem galgen!3, bis bie wägen finfomen. fie verpranten vor Gögginger thor die zeun ab, man ſchoß faft za imab ber juden firchhoff. fe zügen bis gen Biberbad 14. es wäre weger w 25,18 geweien, wir hetten Bobingen. felber verprent, fo hetten fie nit nügen als
lang da ligen, dann fie funden ba vil Loft und für.
Die von Augspurg zügen hie aus und wolten zü andern ftetten fein, w 223, 4
2. Riettenpurg wo. Rottenbuch Da. 3. do ward — aufgebrochen: da ward den herren von
Yayıren botfchaft gethan, dann ſy heiten for R. aufgebrochen We. wären: waflend A, waſend w. 9. Ha 2. auf’ fehlt, Dd. 12. Pferffan D. . Bferfen d. Pferſach w. 13. Haus: ſchloß War. Berdan D. Berden d. Stetpach We. Krieſſghaber B. Kriegshaber dee. 14. Syrrlingen Dd. 15. zuů: bey We. 18. wegger W. 20. ligen: pleyben Dad. ‘si’ fehlt Da. .
1. Riebenburg? Welches? S. die fühlich von bem obgenannten Ortfchaften ; Shmabminden, ebenfalle an der Sintel, an 2. Mering an ber Baar, fündfl. von nördlich davo
198 10. Bähringen, sübtoeftlich von Auge 3. Yichtenberg am dſtl. Lechufer ſüdl. bur
von Augsburg. ©. auqh A 26 Anm. 2. u Dferjee, ganz nahe an der Weſt 4. Kiſſing an ber Paar ſüdlich von ſeite von Augsburg. friebberg, Suningen an ber Sintel ſüd⸗ 12. Stablbergen, weft. won Pferfee ; Ih von Augsburg, Gbggingen zwiſchen Steppach, nörblih von Stabtbergen; Juningen unb Augsburg, nahe ar letz⸗ Kriegehaber, AI. von Steppadh; Ober: bauen, norböftl. von Kriegshaber, Täfer- 5, Bobingen fünwetlih von Im _ bin en, norbwefll. davon; Hürblingen, en.
king rdl. von Täferdingen; Gablingen,
s. ‚Bl, C 311,7 —— von Hürblingen; Gerſthofen ſtl. bei der Sohn Zeepun von Hürblingen, am Lech — fänmtlide - l. V 223, 18; Bl. C Dörte anf der seheite son Augsburg.
Mi 13. Wie a 9, Rangenerringen am Sinkelbach, 14, Bgl. 311, Fi
W223, 1
19 V. Chronil des Hector Mülich. da warb die Tonaw als groß, das fie nit hinüber komen mochten. alſo warh das ftettuold ernider gelegt von 9 ftetten, geſchach bei Althain!.
Es ward des jars ainen von Helffenftain ver hals abgefhnitten in des
von Wirtenpergs vändnus?.
3 30, 6 ec. 333
A 3%, 21 5. Jan.
A 30, 16
Anno domini 1373 am kindlins tag zügen 300 man hie aus zů füffens und gewunnen ‘den mardt Fridberg und [7P] verpranten ven3; verpranten auch Stetlingen bie veft*.
Und am aftermäntag in ber nacht giengen fuͤztnecht bie auß> und verpranten zu mitternacht Todtenweis, Obenhanfen und pei Büchel und prachten des morgens ain groffen raub herhaim.
Am obroft abent giengen hie aus, den man erlaupt, auf dreu hundert man, gen Paivellich und prachten mit in 300 haupt groß vichs on Hains.
10
- do giengen vdefjelben nachts wol als vil aus, den man nit erlaupt, gen
6. Ian.
Rechlingen und Effingen bes lands, das was ain unmwerlich und unge- famen gefüegts vold, und des morgens an dem obroft vor frümeRzeit von ı5 Drüfhaufen® herhaim des weges. do rittent.fie Die veind an, Kraft Wanler und fein gefellen, wol mit 70 fpiefien und erftachen der unfern wol 100
und 30 mann, und ‚hielten fich nit züfamen, und was faft paursvold und knecht.
A31,1
Da ward Wertingen prandſchatzt umb 2100 guldin, da Funden bie von 20 Augspurg nit vor fein; das tetten die herren von Pairen.
2. Althaim Dd. dienner und verließ fiben khinder hinder ime.
4. In W no Zuſatz von fpäterer Hand: "in der nacht, der mar der fett 5. zu fielen Dd. 6. Briberg Dad. T. *die vet’ fehlt 10. 9. Dattenwenß Did. Dttenhauferr Da. 10. ‘herein’ alle außer M. 11. Na !aus’ in Wio “Treitnchht‘. 13. den man: *den was' alle aufier M. 14. Röch⸗ lingen W, Enpfengen D. Gmpfingen d. ‘daB’ fehlt M. 15. ungamen Dd. 16. Craff M. Weiller Dd. 17. 70 knechten Dd. 100 und’ fehlt Da.
1. In der Vorlage beißt es flatt
‘von 9 fetten’ ‘von 8 ftetten’; vgl. A
'25, 6;
WB 248, 6, wo als Schlatort Windenftetten (Weidenftetten, ſüdlich von Altheim) angegeben ift; Ulman Stromer in St.⸗Chron. I, 31, 20; die anon. Ulmer Chron. im ber Beitichr. d. Ber. f. Kunf und Altertum in Ulm und Ober- Ihwaben. Jahr Y- 1871, ©.30. ©. aud Beilage II zu A 152, 27 umd Martens, Geſch. der im Königreiche Württemberg orgefallenen friegeriihen Creigniffe, Beil. X, 7
2. Bl. 5, 3. ©. über den Zu- — Ereigniſſes mit dem I netrieg tälin, Würtiemb. Geſch. III, 307
3. In der Vorlage ſteht die Notiz unter 1372. Mülich rechnet bier wie auch an anderen Stellen das neue Jahr von Weihnachten an.
4. Stäsling an der Ad, norböftlich von u sburg
, sent mit dem Zuge bei A
6 Tobtenwais, uörblih von Augs- burg; Edenhaufen und Pichl, beide in nächfter Nähe norböftlich davon.
7. Bol. W 223, 23; WB 248, 12.
8. Rehling an ber Ad, nördlich von
Augsbur . fing fütöffich von Reh⸗ ding ; ülhaufen nörblih von Augs⸗ urg
1373. 13 Do macht der burggraf von Nürmberg ain frib zwiſchen unſer und 6. Miu ber beren von Bairen bis auf den weiffen fontag !. [s*] In dem jar zoch kaiſer Karl mit grofler macht in die mard zü Bran- denburg an ſant Ülrichs tag?. da mas hergog Fridrich von Bayren wider sden laiſer und hertzog Dit mit im. und in berfelben zeit hetten hertzog Hanns und Steffan groſſe jamelung im land zu Bayren und zügen über wald für ain ftettlin hieß Tüſch, und pranten unb namen da was ſie mochten ; in wär fchier zü kurtz geſchehen?. in dem warb dem faifer vie mard getäbingt*, darumb gab er feinem tochterman, marggraf Dtten, 30000 ıoguldin und hergog Frivrihen von Pairen ſechtzig taufent guldin. darumb wolten fie aim gewishnit haben, da gab er feinem todhterman 20 floß vor dem wald und faßt den von Pairen ein Nördlingen, Dindelöpähel, Bopfin- gen und Weyls. Do ſchickten wir unfer botſchaft gen Eger®, da folt der kaiſer Hin komen 438,13 ısjein. ‚und an faut Ratherinen tag raiten hie auß hertzog Fridrich von Dech, Hanns Öoffenprot, Conrat Ilfung auf dem Stain, Seybot Menichinger, Ülrih Horner. und ber kaiſer kam nit gen Eger. da ritten fie gen Prag und fhüffen nichts und verzarten 1900 guldin, dann vie hoffart was groß und wir waren ploß an gelt. es [s?] wär weger geweſen, man bet ven 2 taifer nie gejehen und wär das gelt im Lech hingerunnen, bann ain follich toftlich botjchaft wär von dem bapft.ober künig von Franckreich genůg ge- weien, dann wir uns doch arm und vererbt fürgaben. der hertzog ſchüff
AS5,5 4 Juli
1. Damad do macht Wu. 3. mardh w, die übrigen marckt'. 6. über welden D. für wölden d. 7. Tuſch W. Pyſch D. Piſch d. 9. marck' alle Hſſ. getaͤdingt: getar⸗ ringot W. getarringet w. gab: gar M. 11. gewishaig: gefunhait D. geſunt⸗ hait d. . 12. Dynckelſpiell D. Dinckelſpillen d. 13. Bopfingen: Pregeß Dad. 16. Seibold Dd. Sebold w. "Mendyinger alle außer M 17. gen Jäger d. 18. 10 fi We. 13000 fl Dd. In corumpirter Form iſt von diefer Gefandtichaft noch einmal berichtet in
® D 36, d Ge, W 14b, w Ne. fo groß Dad. 22. wann wir doch arm und verberbt waren Dd (in D “waren' für auögeftrichened “fürgaben').
A 36, 1 nebft Anm. 1. 4. S. A 35 Anm. 4 und Muffat, Ueber die Größe und Schiefale ber Ent-
©. hiezu A 39 Anm, 5. — DR. von ir, Legationes: ‘it: 328 d. dem Wichſler gen Saltzburg mit dem briuef
daz man den fauflenten verkunt daz frieb wer. Esto mihi.’ (27. Febr.
“A, Bgl. auch das Chron. Uoguntiae. in St. n. XVIII, 189, 10. Das ven Mälih an ge egebene Datum bes Ein- rüdens bes Kaiſers in bie Mark tft etwas zu Ipät. ©. A 35 Am
3. Herzog Stephan ber Jüngere fiel von Cham aus in Böhmen ein, um ben Raifer zur Theilung feines in ber Marl Rebenden Heeres zu nöthigen, verbeerte viele Dörfer und verbranunte Tans. Bgl.
—*— un ngen, welche dem Haufe Wittels-
& für 9 btretung der Marl Branden⸗ Bars von Karl IV. verjchrieben worben Ind; garialer, Geſchichte Baierns II S.
5 Bei ſtatt Wörd bei A 35, 15; bafielbe Mißverſtändniß wie bei Zint 9, ©. bie Einl. S. XXIV Ann 6. Vgl. Beilage V zu A 174, 2 C — 19; bie Vorbereitung bes Rathes ꝛe. 40b
28. Ian. 1374
A 36,6 11. Nov.
14 V. Ehronil des Hector Mülich. uff unfer coft fen ding. man ſchickt zü in, das fie herhaim ritten!, und famen wider octava Agnetis.
" Yu fant Martins tag waren Des laifers rät, zwen behmifch herren, einer von Ryſſenburg? und ber von Golbnik 3 und der von Hohenloch bei dem von Wirtenberg. bie fehrieben her, das man aim treffenlich botſchaft zůs in ſchickte gen Kirchen. das dätten bie von Augspurg*. alfo fagten fie, der kaiſer wölt ain ſchatzung von ftetten haben, und warb mit groffer not auf das nächſt getäbingt, das wir dem kaifer folten geben 36 000 guldin und
2 2 tanfent gulbin zů vatfchag. und ver kaiſer wolt beſonder haben 10000 gul-
A 37,1
A 32,8
bin von juden hie5, und warb uns boch-verhaiffen , die juden uns in die 10 täbing zu lan. aber graf Eberhart von Wirtenberg was ain verräter in ven ſachen und gab bie ftett dar, und müßten bie juden die 10 000 guldin dem kaiſer auch geben, oder [9*] die Bairen und der von Wirtenperg wolten über und gezogen fein. da müßten wir 60 burger hie zü pürgen fegen®, ob wir ſollich gelt auf zu nit zalten, fo fölten fie alle mit pfärben laiften zu 15 Kirchain. do zalten wir herrn Kraften von Hohenloch& diener zü Nörb- fingen 18000 gulbin mit guldin und trindgefchterr auf 600 marck, bie mard umb 511, gufpin. die andern 18000 guldin gaben wir den herrn von Bayren zů Bridperg?. do geſchach an ben ftetten des reichs, das nie gehört was worben. got der unverftand alles übel!
Die flat Ulm und etlich flett mit iv müßten geben 52000 guldin, und die juden in venfelben ftetten 12 000 gulbin; mer 8 ftett enhalb der Alb, Nördlingen, Dindelspühel, Bopfingen, ERlingen müßten 70000 guldin geben; die von Memmingen gaben 11000 guldin. das gelt namen die herren von Bayren alles ein®, da müßten wir leibting hingeben 1 guldin 25 umb 5 gulbin 9,
20
4. Niffenberg W. Rofenberg w. Reyſſinburg Da. 6. Kirche M. Kirdyen an der egg Wu. 8. getaringot W. getaringet w. 9, folten — ratfgah : folten geben 1000 fl. (10000 zo.) von den juden und 36000 von der flatt zü rattſchaß Wir. 9. 1000 fl. W. 11. taring We. 12. 1000 fl W. 13. Paire M. 14. birgen W. 16. wir: mir D (und fo öfter in diefer Hſ.). 17. mit gold We. mit guldin trinckſchirt D. mit guldin trindgeidhir d. 20. underfiand fih d. Der ganze Abfay fieht kürzer in D aud) auf BI. 3b.
1. Beil. V zu A 174, 14. burg I S. 120.
2. Zol. W 224,7; 0 311, 12.
3. Der kaiſerliche Kammermeifter Thymo von Koldik. 28 1 Die Namen der Geſandten bei A 5 &. die Beilage IV zu A, insbeſ.
6. Die Namen ber Bürgen find aus ber Vorbereitung bes Rathes ꝛc. BI. 41b
aufgeführt bei Stetten, Geſch. von Augs:
. Zur Aufbringung ber geforberten Summe beburfte es ber äußerten An- frengung. ©. bie vom Rathe hiezu ge» troffenen Dabregein in ber Vorbereitung bes Rathes 2c. DI. A3b ff. Ueber die Zah: lung der vom Kaiſer geforderten Summe f. A 37 Anm. 2.
8. Bgl. Stromer in St.» Chrom. I,
2,5, 9. Wie Zint 8, 2. Bgl. die Bariante
1373. 1374.
15
Des jars zů dem obroften waren zwen grafen von Nötlingen, die ge- AB,6 winnen bem von Oſterreich ain fiat ab mit gewalt. do famlet fi der von Balfe, des von Oſterreichs Iantvogt, ſob] mit groffem vold und belegert bie fat und gewan fie widerumb mit gemalt, und fieng bie zwen grafen und
sanderir helfer, ritter und knecht, und fehlüg in bie köpf ab, nämlich den
waien grafen und 42 eblen,
und 31 knecht wurden erhangen; und den
Inaben ſchlüg man iegelichem zwen vinger ab. Desmals fing fih ain Trieg an! zwifchen dem herrn von Badaw? und ber Venediger. ber künig von Hungern? lich dem von Badaw vil wbolds und der hertzog von Öfterreich? Iegt die ſtraß nider gen Venedig, do gab ber von Badaw dem von Öfterreich Velter 5, Sibitat‘ und Kaltin⸗ eh? und tätten groß ſchaden anainander. Man fat des jarg aim ungelt hie anf wein, torn und ander kaufmanſchaft: vom wein 4 maß vom aimer, auf ein ſchaf korn 8 du., sein ſchaf roggen gen mül 3 du.; von ainem mechliſchen oder ſchweren tüch 60 dm, von ringen tüechern 30 dn. vom loden 2 ß.; von 100 & pfeffer und imber 4 ß., ain ſcheib ſaltz 1 8. 3 du.; aim ſchineiſen 1 du.s waren burgermaifter Peter Egen, Hannd Gofjenbrot. [ie] Rah Criſti gepmt 1374 jar am 13. tag julit warb der krieg verricht A a0, 14 %wilhen den herrn von Bayren und der flat Augspurg. die richtung macht der patriarch Marquard des gotshaus zu Aglay. wir bieltens altzeit, aber
tie Batr hieltens nie kain tagꝰ. 8. wriſchen den’ alle Sf. 9. den von Md. 11. Belterb Di. Federß a. Katniefh De, KRaltmeih Wu. 14. taufmanſchaß Dad. 15. *oder' fehlt Dd. oder anderm ſchwerem tůch m. 16. ringern Ddu. 17. und imber' fehlt Dd. ®
zu A 33,5. — Nach einer in ber Bor: bereitung bes Rathes BI. 436 ff. erhal tenen Anerbnung des Rathes wurbe be finmt ‘das man meniglich, wer befien begere, wie allt ober jung bie von jaren ſeyen gelegenhayt des allte:s Icyb- ins auff aim rath zů fauffen geben ſoll, nämlich auff zwen leyb ain fl umb 7 und
Ich ober he auf ainen Ienb. ainen umb5fl,
ain wiberf wie biefen Prien N, nowsky, u —— 1V, I „52h: —— Herrn. Bob v. Carrara, err adna, 18550— 1388, mit ben Venetianern in tinen Greuzſireit verwidelt. 3. Lubwig I. 1342—1382. 4, %eopolb LIT. 1378—1386.
eltre. ividale.
— Kaltineſch? Die den Herzogen von Oeſterreich angebotenen Gebiete waren Valſugana, eltre und Belluno.
8. Die Einführung biefes 1 Uu en hing mit ber an ven Katfer zu je ben Zahlung zufammen. Unter vn * Beſchaffung der benötbigten Summe er- laſſenen Anordnungen (Borber. ꝛc. J. o.) findet ſich die “das auch ain ungellt auff alle wahren, was ber mennſch im ber flat Augſ⸗ purg niefjen und geprauchen, ſolt ange⸗ ſchlagen, auch durch feine verordnete herrn ein euommen und dem rat überanntwurt werden’. S. dort auch das Genauere über die Ungelbjäße.
9. Zur Sache ſ. Bell. VIzu A. Die
A 31,8
16 V. Ehronif des Hector Mülich
A 38,22 Es ward ain ungelt bie anfgefegt zu oflern: vom wein, den man fchandt umb 6 bn, und darunder, gab man von aimer maß 1 dn., und was man höher fhandt, von der maß 2 du.!, und vom met 1 dn. des mäßten alle Ihenden ſchwören. .
Item kaiſer Karl zoch auf den bifhof von Meng hertzog Rüprechten 5 von Heydelberg zu lieb. der bifchof enpot dem kaiſer zu, er wölt bifchof fein, es wär im lieb oder laid, und wolt den kaiſer gefangen haben. dem gab ver biſchof auf fein beger gelait aus feinem land, alfo zoch der laiſer mit ſchan⸗ den gen Nürmberg.
Do fiengen die von Augspurg ir juden und müßten in 10000 guldin 10 geben.? des warb kaiſer Karl innen und fhüf, man ſolt die 10000 guldin wiber herausgeben ben herren von Bayren. und wir heiten doch vom feifer güt brief, das wir bie juben wol beſchätzen mochten. es half nichts, der kaiſer was nit gerecht.
12 a [10°] Am fontag letare in ber vaften rait biſchof Burckhart von Elerpach is
7 hie zum erſten ein als am biſchof.
Am, 4 Kraft Wanler und fein helfer erſtachen die zwen Hirten unter der obern herd, als fie das vich Über Lech triben, und ließ fie nadent tot ligen.“
2Min An unfer frawen tag annuntistionis famen ber ain Iegat und carbinal 20
von Rom von der Seul und fang das ampt an dem oftertag, da was ain
groß vold bei.
Zwen burger von hinnen, zwen loder, wurden geſtimlet vom Jacob Pütrih bei Schrobenhauſen, wie wol ain frid zwiſchen unſer und im 12. Mai gemacht ward. und am freitag nach ascensionis domini berüft man: 25
wer Jacoben Pütrich precht Lebentig, den wolt man 1500 guldin geben, . oder wer in. tot precht, 1000 guldin, und barzü ewigclich ſtuirfrei figen laſſen.
A42, 11
A42, 20
A 39, 15
4. alle ſchenck Dd. 11. das 20. annunc. das if der verfindung Da. in M. inen Dad. 25. ascens.: efieng Dad.
27. flattfren D. flat frey d. *fihen laſſen' nur in MM.
8. ‘der begert glait do gab im der bifchof glait' alle außer A. ward M. 17. Weyller Dad. Waller w. famen A. 2. unfen We. unß Dad.
“26. ‘precht' fehlt MDd.
Richtungsurkunde ift vom 14. Juli 1384. ©. im Augsb. Urk.B. II Nr. 646, 650, 651, 652, 653, 661.
1. €. auch die Variante zu A 39, 3.
2. Bgl. oben S.14, 9; die Anmert. 4 zu A 42 und Beil. IV zu A 168, 31. Die dafelbft 168, 35 angezogene Urkunde vom 21. Dec. 1374 findet ha gebrudt im
Angeb Urf.:B..II Nr. 657. . gl. A 38, 4
n Bgl. C 311, 31. Nach Gafler &.1514 gefchah biefe That aus Rache für bie Hinrichtung des Wilhelm Wauler (ſ. unten), die laut A 43 Anm. 5 im Sehr. des gahres 1374 crotgte
5. S. A39 Anm. 5
1375. ' 17
Amo domini 1375 an fant Maria Magbalenen tag kam bifer ze. Suti
brief:
Wir Leupold, von gottes gnaden hertzog zü Ofterreich, ze Steir,
zu Kernten, zü Crain, graf zü Tyrol embieten ven erbern und weifen, s[11: unfern befonvern lieben ven burgermaiftern und rant zü Augspurg unfern grüß und alles güt. wann bie welichen herrn in Proving und umb Avian den gefelichaften von Britani und andern landen auf in ge⸗ legen find, follich güt und gelt geben habent, das fie ab im ziebent und mit anderm groffem vold, das zü in gefchlagen bat, in teutfche land durch »» Burgunie komen wöllent gewaltigclich, als wir mit güter kuntſchaft und wanrhait erfaren haben, wöllen wir leib und güt barlegen, das mir das
mit gottes Hilf weren und unberftaun.
darumb bitten wir euch
vieifjiclichen, das ix uns darzů beholfen feient, und das bevendt, ob das vorgenant vold bie burchprech, das man nit wißt, wo das erwünd, und u das die fachen teutſch Iand angat. datum zu Reinfelden. Darnach enpot er uns aber umb Hilf bei heren Dainrichen von Ellerpach 2. fie waren gelegen auf dem von Ment, bie täbingten fie auch
ab in.
34 fant Michels tag kam die gejellichaft an Rein und für Stroßburg, a as, 13
„man hieß fie die Engellenver ober das englifch vold®, und waren 70000 man zu roß und 12000 z& füß. die pauren fhlägen tr wol 400 ze tod im borf zu Ins bei Perent; nnd bie von Peren fchlügen ir ze tod in amem [11] framwenklofter, hieß Sramprunnd, an fant Johanns nacht Baptiften 6
5. bargermaifter M.Ddeo. 7. *umb’ fehlt w. lichen M. 14. erwunden d. auf den von Dieb M.
Zlender M. Gegenlender Dad. Di. Berren W.,
1. ©. biegu A 43, 13 mit Anm. 5. Der Brief iſt auch gedruckt iu der Augsb. Chron. in Hormayrs Taſchenb. 1834 S. 117 mit mehreren, wie es ſcheint, der Nachläffigkeit des Abſchreibers anzurech⸗
enden S.
n auten. nzen eichnowsty IV, 161. *
2. BR. 1375, Generalia: it. 8 Rd. umb welſchen wein Haiurich von Weſter⸗ nach do er uns bracht einen brinef von ven gen Dfterreih. Deus ih adjutorium.’ 9. Sept.)
3. Bgl. W 224, 18; ‚Königshofen in St⸗Chron. IX, 815, A nebſt den dazu geböreuben Anmerkungen; Chron. Mo-
Etädiehroniten. III.
7.8. in’ und *find' fehlt Da.
6 Boving W. zü Povinp (zů' aus ‘in’ corrig.) o. Profenß a.
10. Burgund Da. Burgundia w. 13. vleifl-
15. Reyfelden MW. 17. Elrpach M. Elberpach w. gedingettm D. gedinget d. teringot W. tarringet w. 20. Egen- ‚70000 in 7000 corrig. D und darnach aud in d. 22. Bun
guntiac. in St⸗Chron. XVIIL, 196, 3
4. Die That von Imſt (Ins filböftl. von Erlach in der Nähe bes Bielerfees) ift betätigt durch Juſtingers Berner Ehron. ed. Studer p. 143, wo jedoch bie Zahl der Toten flatt auf 400 nur auf 300 angegeben Fi Bol. Bögelin, Geſch. der Schweizerif en Eidgenofſſenſchaft I, 172.
5. Ueber das Blutbad bei Frauen- brunn (gwifhen Bern und Solothurn) ſ. Königshofen in St.-Chron.IX, 819,8; Chron. Moguntiac. 1. c. 196, 24 mit Anm. Bol. Bögelin I, 172.
6. Das von Mülich angegebene Da- tum ‘an fant Johanns naht Baptiften’
2,
18 V. Chronik des Hector Milich.
wol 800 man, verpranten ire vil; man maint, das ir daumb wol 2000 er- ſchlagen wurben. fie zügen wider haim für Mümpelgart ein.
Wilhelm Wauler und Schabüg wurden auf dem Perlach enthaupt ; hetten uns vil ſchaden gethaun.! .
Und des jars was ain grofjer fhelm umder den wilden thieren, Die fand 5 man tot ligen in welden, als hirß und hind.
2 Des jars am nechſten tag nach Mathie apostoli und was fontag 25. br. und Walpurge virginis deffelben nachts ward Merdiin Hangenor enthaupt auf dem Perlach vor dem ftod, 4 or nad mitternadht, und was vil volcks auf dem Perlach. und geichach darumb, das er ber ftat güt 10 helich und gefärlich an ver fteur abtrüg und in täſchen ftieß®.
Der gulbin galt 80 dn., ain ſchaf roggen 6 &, haber 21/2, gerften 4 @. das was von der burger gepot, ber vogg het funft 8 & golten und haber 4 &, als er auch vor dem gepot geben ward“.
[12°] Es warb ains fchüchfters weib, hieß der Efcher, bei liechtem tag 15 ermürt in irem haus. der morder warb gefangen und gerabprecht.
Nach Erifti gepurd 1376 jar an fant Georigen tag zoch faifer Karl mit feinem fon Wentzlaw gen Frandfurt und macht in zu römiſchen könig, darumh gab er den churfürſten groß gütd. und warn gekrönt zu Aach an fant Mar-
13. 3uii grethen tag. und rait wider gen Nürmberg und kam wiber gen Brag. 20 A 45, 1600 fanten der römiſch künig Wentlam und der kaiſer ir treffenlich botjchaft
her, das die ftat dem newen könig folt ſchwören. do ſprachen die rautgeben zü Augspurg, fie wolten® gern thin, doch vor item herrn den koͤnigk Wentzelao, und ir botfhaft zu im jenden. das wolt die botſchaft nit auf nemen und ſprachen, wir wölten dem könig präd machen gen andern fletten. 25
A43,9
A4,1
A 44, 18 23. April
2. *in’ fehlt We. wilde thier w. heimlich d. Röchlinger und Hank Räm.' So auch in w. feblt d. 15. Ofter Wu. 16. gerederett Dad. WwDäd. 23 zů Augdpurg’ nur in M. 24. finden D. andern fleten: den genanten ftetten Dd.
3, Waller w. 6. binden Dd. hirß und wild W. hirſch und ander 8. Merdie Dd. Marquart We. 11. ballih D (fpäter in haimlich corrig.). Sn W von der erfien Hand noch nachgetragen: “Do waflend burgermaifter Ulrich 13. for der geburger bott D. 4 —8 5 19. befrönt V. 21. ir foftlich 25. prauch Dd. gen
ift in ‘Sant Johanns nacht Evang.’ (27. Dez.) zu verbefiern. ©. zu dem Datum A 44 Anm. 3.
1. Bgl. A 43, 5 mit Anm. 3; Gaſſer 1514,
2. Bgl. C 312, 15.
3. Vgl. W 224, 11. C 312, 16. In dem Zuſatz Walthers (Bar. zu 3.11) follte es ftatt ‘ Ukrich Röchlinger’ beißen “Kon- rab Röchlinger. S. A 43 Anm. 1.
4. gl. W 224, 14; Gafler 1515.
5. Meberdie „Gewinnung“ der Reichs⸗ fände für die Wahl Wenzels f. Died. Neichstagsacten I, 6 ff., Über Die Wahl und die Krönung ebenda, ©. 71 bezw. 1
6. Am 21. Juli 1376 benachrichtigt Kaiſer Karl die Städte Augsburg, Ulf zc. von der Wahl und Krönung feines Sohnes und fordert fie auf, gleich andern Städten bes Heiches vorläufig den von Denzel gejandten Kolmann von Donner:
1376. 1377. 19
do ſchwur diſe fiat Dem newen künig. desgleichen tätten die von Nördlingen, Ehlingen und andere, aber Ulm und Reutlingen fasten fih !, vestameny2,! ſie nub groß güt, Coftnig und ander ftett ir fünfzehen, dann fie forchten, man wurd fie bejhegen als vor. und zü fant Michels tag zogen kaiſer Karl, W 23, — skümig Wentzlaws, vie kaiſerin und der von Wirtenberg und belegerten ſihꝰ Ser. für Ulm?, aud [12] der burggraf von Nürmberg und ander herrn Ingen da 7 tag und pranten, was da umb was. die von Ulm pranten ſich felb atn tal. hertzog Fridrich von Bayren und etlich fett ritten dazwiſchen und machten ain friv bis fant, Martins tag. do zoch der kaiſer wider gen
so Rürmberg. .
Des jars hůb man an ze graben den graben vor dem thor bei parfüfler „512 24 firden, das tätt den in der vorſtat zom, und beſchach vil red gen ainem rat darımb.
Item Hanns Räm, burgermaifter, und ber Hanne Tendrich, wogt®, 4 50, 10
ıs fingen den Bartholome Zoller, und ward int das haupt abgeflagen auf dem Perlach.
In dem jar hett der biſchof von Mentz 800 ſpieß vor Speir. da lamen bie von Speir ze in heraus und ſchanckten in zwai füber weins und zehen malter prot und 4 falmen und fprachen zü dem bifchof, wo er
»hin wolt. da ſprach er: auf den grafen von Pitt. und bo am morgens ver tag bergieng, bo fielen fie ven von Speir in ir vorftat, bo zunten die von Speir ir vorftat felb an, das was ir gelüc und warb nichts ge»
Ihaft 4.
Anno domint 1377 an ſant Pauls kertag lagen vor Kaufbeyrn hertzog un
1. 'mewen’ fehlt Dd. 4. ‘jog’ alle außer M. 5. befegeit Dad. 9. do: doch MW.
14. ‘vogt‘ fehlt M. 2. Eyip Wu. Bitſch Da. 21. *do zunten — vorftat’ febit Da. fein umb Eberharb- von Freiberg die Eilwae., in Mon. Germ. script. X, 41; Die Ben zu an und zu. beurlunden bie anonyıne Ulmer Chrom. ind. verh d.
Mn m je —— Urt.-®, a 665 (Kege), ebenbe Nr. 666, bezw. 668 der Eid von Rath und Bür Fr (haft der Stabt Augsb. (bat. 12.
1376) und die Beftätigun ung ber ftäbti gi Jitgien durch Wenzel (dat. 20.
1.e. über bie Anftände, bie BB au Seite ber Stäbte wegen der für W verlangten Huldigung ergaben, bie Reihbtageacten I, 155 Anm. 1.
2. Bgl. Etromer, St.⸗Chron. I, 35,
10; Chron. Moguntiac. St. Ebron.
XVII, 197, 18; bie Detmar Chron,, St.«Ehron. XIX, 562, 23 ff.; Chron.
Ber. f. Kunft u. Alterth. in Ulm u. Ober- ſchw. 1871, ©. 30.
3. Ueber Hans Rem j. A43 Anm. 1, über „oans Dendrich A 43 Anm. 2,
Es handelt fih um den Zug- des Spckter Biſchofs und Mainzer Erzbiſchofs Adolf von Naffan, der anfangs Mai bes Jahres 1376 vor Speier erſchien, vielleicht um die Stabt ihrer Privile sgien zu be tauben. Die Borftadt Altipeter fiel zwar bald im feine Hände, aber ein Sturm auf die Stadt ſelbſt (am 6. Mai) fcheiterte trog zweimaliger Wieberhofung an ber Tapferfeit ber Bürger, woranf ber Biſchof nad) weiteren Berluften am 10. Mai ab» —— Remling, Biſchöfe v. Speier I, 651 ff;
ehmaun, C —35*— von Speier S. 719 ff.
2*
20 V. Chronik des Hector Mulich.
Fridrich von Ded, der bifhof von Enftett, der berm von Bayren [ı3*] biener und der von Haydeck und tätten brei groß flürm. da warten fi) die _ von Beyrn manlich, alfo müßten die mit ſchanden don bannen ziehen.
An fant Johannis baptiften tag hetten herkog Frivrihd Hanns und Steffan von Bayren ain groffen hof zů Werb an der Thonam 2. 5
3 pfingften 3 kam der Haufer* von Plawpeuren mit 100 fpiefen für Bibrach, waren des von Hohenlochs diener und namen in das vi; da zügen die burger herauß und fachten mit in und lagen in ob mit gewalt und ſchlügen 20 edel ze tod und fürten 7 in die flat,
Am dornstag vor dem hailigen pfingftag wurden die nachgeſchriben 10 herrn erfchlagen von der fett vold vor Reutlingen >:
Graf Friedrich von Zom ritter, der Langherr von Nereshain, graf Ülrich von Tübingen, her Berhtold von Sachſenhaim, graf Hanns von Sworgburg, herr Frivri von Sachſenhaime, her Götz Schover fürts paner, her Hanns der Fend, herr Nenhart von Lindburg, herr Conrat von 15 Tiehtenegt, her Sweyger von Hohengundelfingen, herr Bernhart Kaib zü Hoderftain, herr Hans von Salvdened, herr Burchart Sturmfeder, ber + Wolf von Haufen ein frei, herr Hanns von Rundenperg, Hanns von Luft- naw, Seyfrid von Yelenburg, herr Eonrat von Höffingen, herr Conrat der Kayfer, herr Walther von’ Hodhenfels, Seytz Waler, Swenger von Ge- 20 mungen der fwarg, [1] Schrab von Bernhaufen, Hainrich Kircher ze
W 226.19 24. Juni
A 50, 18
Ww 225,11 14. Mai
Ww 225,13 A51,12
3. von Peurren W. 4. batifla W. pabdiſcht Da. 5. "An fant — Thonamw’ fehlt w. 12. Soren Dd, Zoller Wer. Lanztzher vou Nerishaim Dad. 13. 14. "Graf Hanns — Sachſenh.“ fehlt Dd. 14. der Schober’ Wer. (in oo “Schoderer' aus ESchoder' corrig. u. fürß' durchſtrichen). Schoderer D. Schotterer d. 15. panerherr w. der fenderich Dad. Lenhart (Lien- hard d) von Linburg Dd. 17. Söldel Dad. 18. Bindenberg Dd. Luſtna Dd. 19. Felenberg Mio. Follenburg Dad. Sefingen We. Heffingen D. Hopfingen d. 20. Kaſer d. Seyp: fein Da. Wauler W. Waller Ddw. Sweyer: ſchwager De. 21. Schaub von Benkhauſen Dd. Kirchher Dd.
der —F gleit des Abſchreibers zuzu⸗ ſchreiben Von den Entſtellungen der —* felen nur bie ärgften hervor⸗ gehoben. rang Son Grolghain (in A 52, 6), bei 225, 16 ein „Laug von
35, 1, * Bgl. Stromer, St.⸗Chron. I, z3 Chron. Aug. bei Öfele I, 16. Bol. Stromer, St.-Ehron. J, 36,13. ißverftänblich aus charfch wie
au Zind 18,1 diefen ehrt der alten ehromit, —F mehr verſteht. Konigshofen in St.-Chron. IX, {ri 2 ; Nik. Stulmanns Thron. im 31. Jahresber des hiſt. Ver. f. Schwaben und Neubur 78 19ff.; die Conſtanzer Chron. bei Moue J, 3216ff. Ueber die Verzeichnifſe ber bei Reutlingen Gefalle⸗ nen ſ. A51 Anm. 1; St.-&hron. IX, 834 Anm. 2. Das Berge eichniß Mülichs ſtimmt am meiften mit W 225, 13 ff. Die meiften Abweichungen hiervon dürften
Ereshatm“, wurde bei Mürih zu einem „ber Langherr von Nereshain“; Welfflin von Weingarten bei W 226, 2 zu einem Wolf von Umbgaigen ; der Sperberögt bei W 225, 27 zu ben zwei Namen —2 eder Einige bei W vor: kommende Namen find von Mülich aus- gelafien. FR bem Ganzen |. Jacobſen, Die Aa t bei an den Diſſ.
2 6. Friedrich von Sachſenheim aus A
1377. 1378. 21
Gerkingen, ber Haimich Waler ritter, Conrat von Liehtenaw, Conrat Druchſäß!, Albrecht von Biler, her Eberhart von Stöffel aim frei, Hainrich von Liechtenegt, Diepold von Neydlingen, Conrat von Stainhaim, Wolf Hanenſchilt von Pfaenhaufen, Wolf von Umbgaigen, Walther Spet von sEftetten, ber Hainrich Mager ritter, Seyfrid von Grabingen, ver Minich von Hochſtain, Senfrid Bafel von Orbachaim ain Brand, Herman von Or⸗ bichaim, Hanns von Grönenbach, Conrat von Haidenhaim, Raff von Liechten- fan, Leupold von Wintzhaim, Wolf von Fronhoffen?, Frick von Kirchaim, Wilhalm Schodrer, Wilhalm Turen von Kreshaim, Conrat Pilgrin, Herman von Bollenftain, Endris Zobel von Kagenftal, Rüprecht Gebfatel, Hanns von Tagental, Wolf Hochfchlig 3, Sperber, Zeder. Der eveln waren erjchlagen 86 man, drei ligent noch da, die man nit 453. 17. ertennen Tan, die hetten güte paingewand an. fo find vil ſchintfeſſel in unfer fat z& Reutlingen, die ſůchen ir herrn, der fie nit finden, wann wir wolten ısteinen von ung füeren laſſen, dann ir aigen knecht, die nomen ire herren und hetten geleit zü uns, und wurden all tot von uns ausgefüert. beſchach zwi- Ası, s hen ver flat und fant Lienharts kirchen. graf Ülrich von Wirtemperg, der w28,16 hernach zü Wen! erfchlagen ward, der was auch darbei und kam darvon ges flohen auf Das ſchloß Achalm. a] Do man galt 1378 jar do ward bie reichitatt Giengen vom reich getrungen, tett der von Wirtenperg. er müßts beifelben jars wider ledig ſagen, das fchüff kaiſer Karl zu’ Prag‘. Die von Bopfingen zerprachen ein floß, ſtünd ay irem flatgraben, Ass, 4 ind fingen darinn ain von Stainperg und fein knecht und ſchlůgen in ire 1s heupter ab.
1. Bauller W. Baller Ddw. 2. 'Biller’ alle außer M. Stepfel d. 3. Neydingen Dd, 4. Hannenſchilt WD. Bangenfilt d, in w von fpäterer Hand durchſtrichen und Hahſchlitz' da für geichrieben. Umgager D. Emgager d; in w von fpäterer Hand in Jüngingen' corrig. 5. Mager' in D aus ‘Magen’ corrig. Gabringen D. Gabingen d. 6. Eberbachaim W. in so *Bafel’ durchfrichen und *Eberb.’ Th “Eberbach” corrig. Erbichaim Wer. 7. Grempach D. Grumbad; so (päter corig. aus Gronenbach). Maff: graf D. 8. Senhoffen A. 9. Durn D, in» Duͤr' über audgeftrichenem "Zum". Krößhaim D. 10. Gobfatel M. 11. Tape» dell D. Rapental Wo. Wolf Hochſch.' in so durchſtrichen (ſ. Bar. zu 3.4). Zöder D; Wio haben beide Ramen zufammengefchrieben: Sperberzeder; daraus hat ein Späterer in so gemacht: Hans v. Eperberied. 13. ‘güte’ fehlt D. 14. zů R. tumen Wu. ſuchten D. füchtend Wu. fanden We. "der — finden’ fehlt D. 20. Gengen D. 25. beppter D.
1. Eonrat Druchſäß der kün ber 4. ©. Belzel, Kaiſer Karl IV. II, 938. vadieg, fm A 52, 15. Bol. Zink 22, 2; A 58 Anm. 3, Die 2. Wolf von, Fronhoffen der ‘Wolff Urk. dd. Nürnberg 31. Aug. 1378, Durch ton Fronhofen' in A 53, 5. welche Karl IV. die Stadt Giengen wie- 3. Wolf Hochſchlitz ift mit dem ſchon der zum Reich nimmt, in D. Reichstags: vorher genannten Wolf Hanenfchilt von acten I, 215 Nr. 120, Pſaenhauſen identiſch A 52, 21; W 226, 1.
22 V. Chronil des Hector Mülich. A55,7 Die von Scaünshaim und ander edel namen ven von NRotenpurg ir vi, das warb von in abereilt und etlich erſchlagen und gefangen ver eveln, und triben ir vich wider haim.
Die reichftett zügen zü. Ulm aus und gewunnen Arnegg und Bran⸗ venburg, Premenperg ven ſtain und zerpradhen die alle. befchach züs pfingften !.
Do zügen die reichftett zit veld mit gewalt in des von Wirtenpergs land und tätten groß ſchaden mit prand und raub, darbei waren wir von Augs⸗ Ass, 1 purg mit macht. fie gewunnen auch Achsperg und Münſingen, Harneck und
Pollenperg, das ward alls zerprochen, und Hochdorf ob Ehingen und Mar⸗ 10
gersheim und Roffenftain bei Geyslingen, und pradten mit in gen Ulm 456, 14 hei 800 haupt vichs. fie zerpradhen auch Stogingen?, auch lehen die ftett am See [147] 500 fpieß dem fetten und des von Oſterreichs lantvogt 300 ſpieß, und der ſteit zeug aller zoch in des von Wirtenbergs land gen Eßlingen, gen Reutlingen und zogen für Stäggarten und wüften die wein« 15 reben ain gangen tag und ſchuͤſſen gegen ainander und zügen in des von Wirtenpergs land oben und unden und neben, hinder ſich und für fih, alle um Stüggarten und pranten alle dörfer ab und tetten groß ſchäden, und waren da 14 tag und famen wir und ander flett/all wol haim.
A5s, 14
A 5, 18
A 59, 6 Des jars ftarb kaiſer Karl zů Prag, der ward alſo Herrlich 20 befungen in 17 tagen anainander ob erb umbegraben umbge- tragen . |
Es geſchach an dem antlaftag zü Reichenweil vor der flat im der nacht
A 63,8 des teufeld gewalt mit groffer ungeftüm alfo, das ieverman ze wach und
1. Sanshain W. Sanßhaim w. Eonfihaim D. edlin D. 8. mit prennen und rauben D. 9. Aſchperg D. Hornõgg D. 10. Mau garftain D. Margerflain d, 15. Stüttgart DWw. 16. 17. und zügen — für fi: und jügen dem v. W. allenthalben durchs fand Wi. 19. 9 tag W. und kamen all ftett darnach wol haim Wi. 21. in 17 tagen was er ob erd anainander Wer. - und getragen d. 23. antliftag Da. 24. groſſen ungeflem Dd. das grofe ungeftiem warb gehört alfo Wo.
2. und ettllich erichlügen und fengen die
1. Bgl. A 56, 1. S. Stälin IIL
am 16. beendet waren ; Somit wurde Karl 325 unb ben nächften Abfatz bei Mürkd.
thatſächlich erſt am 17. Tage nach feinem
2. Achsberg ſcheint für Arnegg, Har- Heben für Herniugen (A 56, 3; 56, 4) zu
3. Vgl. A 59, 6 und 63, 5. Der geihnam. bes Kaifers wurbe 11 Tage lang öffentlich ausgeftellt, worauf am 12. bie Beifegungsfeierlichkeiten begannen, die
Seth e beigefett. Bell IH, 942 ff.) Die Bel reibung der Leichenfeierlichkeiten ausführlid nah einem wahrſcheinlich aus Prag ggelemmenen Beriht in A 59, 9 ff. ©. auch den Anhang I Nr. 10, BL. 178 ff.
1378. 1379. 23
warnung kam big an den tag. vil lait wurden unfinnig. darnach verpäten fe gotsſchwören und wüchren und auber fünd und hoffart. es was ain firh in der ftat in Marie eeren geweiht, wann man bie unfinnigen dahin pracht, jo wurden fie geſund umd erledigt von dem pöfen gaift. s.ıs] Nach Chriſti gepurt 1379 jar an fant Jaçobs tag famen die von As, 13 Augepurg in punt zu den andern reichöftetten und d müßten haben bun- dert fpieß. Darnach zü fant Thomas tag fast .man bie, das alle pfaffen undAseı, ıs clöfter müßten fteuren alles, das fie betten auf dem land und bie von 1sehenben und andermi, aufgenommen ire heufer, da fie mit wejen inn maren. Des jars kriegt der kunig von Hungern und der Patriarch in Frigaul ?, A 65, 1 der was ain herkog von Ded3, und der von Badaw und die Genuer mit ven Benebigern. do heiten Die Benebiger 14 galie, die fingen die Ge- ssuuer, und wurben erflagen und gefangen der Venediger 8000 man. dar⸗ nach kamen die Venediger für Glotz mit 400 galee und mit 300 Heiner fhifflen * und fachten mit ainander 4 tag und nacht und wurben dem künig von Öungern 2000 man erflagen und ven von Glog 4000 man. darnach lamen aber die Venediger haimlich für Slot, des wurden die Genuer innen „und erflügen den Venedigern 200 man ze tod. do wurden die Venediger mit ganger macht und ir hertzog mit in auf fein und füren für Glog und lagen 11 wochen darvor. [1?] da famen die Genuer und namen den Bes nedigern 7 galee und leib und güt, dannoch beliben die Benediger vor Glotz. und zü fant Johanns Baptiften tag da ergaben fi die von Glos, dam fie >; hetten nimmer zu eſſen; und fiengen 4063 man und fürten fie gen Venedig
1. das ied. wacht und wamung kam Wi. das fl leut wardend unfinig Wu. 23. wüder V. wuecher w. 4. Diefer Abſaß findet fi unter 1379 in W 196 «ww 378 in einem etwas anderen Audzug aus A nachgetragen. 6. Bor *bundert' in M eine Lüde gelaffen, ald wenn noch eine Zahl hätte eingetragen werden follen. 10. *mit wefen" fehlt We. - 12 Prigal d. 14. galee Wi. - gallie D. gallea de In W ‘Genuer’ durch⸗ ſtrichen und *Ungern" darübergefchrieben. lingern s. 20. 2000 man Dad. 23. gallen D. galleen d.
1. Scheint ans einem Mifverfichen 3. Der damalige Patriarh von ou ine der Borlage, A 64, 21 fiehenden Aquileja war Marguart von Randegg bem zechenden entflanben zu fein. 13651381, vorher Biſchof von Auge 5. u dieſer Stelle gehörende Anın. burg. —8 die Detmar⸗Chron. in St. 4. Eine Entfiellung der Borlage A IX, 567, 22. 65, 7—10,
24 V. Chronik des Hector Mülich.
in prefan. de zugen die herren und die Genuer aus und gewinnen Gaffens, Pareus. die von Geuu heiten 35 galie, .
A 66, 12 Anno 1380 was aber ain grofier fterb hie, da8 man imit dem hail- tumb umb die flat gieng, jung und alt und alle priefterfchaft, dann bie leut vaft unfinnig wurden und beſeſſen mit dem böfen gaift 1. 5
he Des jars 1381 nad) Erifli gepurt an fant Martins tag zog man hie aus, 38 fpieß und mer 30 zů füͤß, ſchützen, in das Rieß und gen Francken
469,4 und kam von allen ftetten vold 1400 fpieß und 500 füßknecht. und was folt. und zügen gen Rotenpurg an die Tauber und verpranten 6 meil da- rumb alles, das ber eveln was, und gewannen das jloß Habeshaim, was 10 Burdharts Lechſen, und ertodten, was im floß was, und zugen wiber haim. v
a 69, 10 Darnach widerfagt die gejelihaft mit dem leo den veichöftetten und tetten an ainander groß ſcheden mit dem prand. und unfer bifchof Burdhart von Elerpadh was aud in der gefellihaft und was auch wider und. da ıs prachen wir den chorherren ab ire heuſer und alles, das an der flat maur ſtünd 14 fhüch von der maur; aber dem thümbrobft Otten von Sunthaim prach man fen haus gar ab und namen im alle, das er bett. und darzü nam man allen pfaffen, abt und bröpften, was man fand: püecher, veder⸗ waüt, gewand; und welcher hie wolt jein, dem name man nichts, fie müßten 20 aber fteuren.
A, 5 Bor dem obroſten zoch man bie aus mit 100 fpieflen und verprent Dberborf mit dreu dörfern.
470,7 Die von Ulm verpfanten dem vom Helffenftein 25 Dörfer.
A710, 8 Die von Hal erpradhen zwai floß den von Rechberg und bauten in ain 25 wald ab. geihad alles in weihennedhten.
A 70, 17 Do ward frid gemacht durch den herrn von Ofterreich, der folt bis
16 Ag oflern weren. in dem prant uns ber biſchof 10 dörfer ab, und in dem frib
472, fieng Ott von Sunthaim, der tbämbrobft und ainer [teP] von Schellen- berg drei burger von Augspurg: Cünrat Ilſung, Rüger Rappolt und Joſen so
1. preflen Da. prefun W. prefonn w. die herren und’ fehlt We. ‘aus’ nur in w. 2. Nah Bareud’ in M eine Lücke für noch einen Namen. Bien Wo. Genua D. Gena d. 3, groß flerben Dd. flerbend Wow. 7. mit 38 fp. und 30 füßfchipen Wi. 8. alten fletten a. 10. Sabeflain W. Habenſtain w. 11. Leſchin w. 13. leon Da. 17. Dtten: dem Wi. 19. *abt? fehlt Wio. 21. Das folgende bis zum 3. 1382 fehlt in d. 25. dennen von Wu. bauten: hingen W. buyenw. im MD. 28. der biſch. Burkhart von Ellerpach Wis. 30, Rieger Wu.
t. Bgl. C 313, 15; W 226, 22.
1381, 1382. 25
Balshofer, Die von Ulm eilten nad) und machten die unfern ledig und er⸗ griffen zwen, die enthaupten fie zü Ulm, und warb ber frib darnach ge- halten, den herkog Leupolt gemacht bett zů Speir!. Des jars beiten ‚vie Benebiger jo groß frieg mit dem künig von A 67,16 Hungern, das fieir land nitvermaintenzubebalten. und in ber wengwoden gaben fte hertzog Lenpolden von Oſterreich Dervis, Sperval, 11-2: Künglan, Gwer, Shybitat? und was darzü gehört. do ward ver frieg ver- ht zwifchen den Benedigern und dem fünig von Hungern und mit ven Gennern und dem von Badaw, und folten dem Einig von Hungern bie to Benediger ainen ewigen zins geben. Des jars kam herkog Steffan von Barren ber und bett gleit mitA 67,23 allen feinen dienern. do fiengen Hartnan und Rüger Langenmantel femer diener ainen, hieß der Weichfer, und gaben im tag. da rait der hertzog aus der ftat und verzech den Langenmanteln alle irelehen, Wertungen 15 und andere. Es kam ain ftülbrüber ber gen fant Beit und prach in das gicht, das A 68, 9 m am burgermaifter [17*) bie verfchließen hieß?. do nam die tolhait ain end. aljo was derſelb Brüder, ‚hieß Eberhart, hie bei ſant Lienhart ain kloſner, tiefelben zwen brüder und ain paur mit in, waren leer, und wurben hie
»yerprent am aftermäntag nach Margretbe. 16. Juli Do wurden die juden hie aber geihegt nmb 5000 guldin, die fiederA cs, 19 fat gaben.
Do man zalt von Erifti gepurt 1382 jar do fieng Erdinger marfchald c 313, 27 ven Biberbach ainen burger von Augspurg. do zügen die von Augspurg Ster Biberbach. do was des marſchalcks weib groß ſwanger, da begert der marihald, Das man fein ſwangere fraw herab ließ, fo wolt er den gefangen ledig lafſen. das geſchach, man ließ fie baide zü ainem venfter heraus an
1. Belpenhofer Wer. Baltenhofer D. 3. zů Speier fehlt Wi. 5. Sunger M. 6. Der fit WD. Tervis w. Sperfal Wi. Sperfall D. 7. Kinglaw D. SKinglan Wu. “Bwer' fehlt Wi. 9. Gender MD. Genumern We. und ben WD. und denen w. 12, Riegger W. 14. verzoch D, in M von einem Spätern in verzich' corrig. 15. ‘Des jard — andere‘ fehlt w. 16. kam — Beit — kam ain bräder her hieß Veit Wo. prach im M. 16. 17. und prach — hieß: und het das gidht und erlangt, dad man ie hie ließ We. derhaytt D. 18. ain M.: claufner Ww. 24. "von Biberbadh’ fehlt ADd. ain kurgı M.Dd. 27. baiden Dd. finfterD. herab Wi.
1. ©. bigu A 71 Anm. 2. ee die Bebeutung von Sobomit. B t
2. Cividale. affer 1521; C 313, 18. Weber bie
3. Der Hergang ber Sache iſt in ber beutung bes Wortes Rülbrüber’f, Braun. Borlage veutlicher erkenubar als bei Mi Die Domlirche und der habe un niebere ih. Das Wort „Heer hat bier, wie Clerus az berfelben ©. 261
26 V. Chronik des Hector Mülich. ainem fail. zi band gewan die fram zwat find. und warb das floß gendt aber nit zerprochen!. gejchach in dem Wilhelmer krieg?. 472,9 In dent Kar kamen von 27 reihsftetten botſchaft gen Auspurg an fant 2. Sept. Michels tag und ander herren und verhorten die zwiträcht zwifchen ver flat und irer pfaffhait. darnach macht man ain tag gen Ulm, und kamen de3 5 baid tail auf gemain ftet, das was von der [17°] müntz und auch ander 472,21 fahen wegen, dann die von Augspurg gewunnen recht und bie pfaffen unrecht 3.
Des jars kriegten der biſchof von Salgburg und die herren von Bayren mit amander und tetten groß ſcheden an ainander, und warb ver« 10 richt ſchad gen jhad.
Des mals hett die flat Prugg und Ient groß aufläf und zügen ze veld und warden 24000 man erichlagen 5.
Des mals beſchach ain fechten in Püllen. hertzog Karl von Hungern fam den von Neapels zü hilf. darwider. was ber graf von Saffoy und ain 15 hertzog von Anſey und etlich teutfd herren: herr Eberhart von Landaw und herr Wilhelm von Fillenpad. und wurben auf baiben tailen funftzig taufent man erflagen; die von Neapels gewunnen den fig®.
Des jard ward nie fein winter in teutſchen landen und ward tom gar wolfail”, 20
Nah Criſti gepurt 1384 do fhlügen die von Münichen iv burger ainem fein haupt ab, ver hieß Hanns Ymler. man maint, man tätt im unrecht 8. das [1s*] tätt dem hertzogen von München zorn und wolt die von
A7T2,3
A73, 6
A 73, 11
474,1
A 75, 2
2. in der Dd. 3. reichſt. Da. Niclaustag' alle außer M. 5. famen des: Tamenp W. famend w. 6. das mas von’ fehlt Da. 8. Diefer und die folgenden Abfähe bis zum 3. 1384 ſtehen in We unter um 3 1383. 12, Gent Wu. groß krieg und auflauf Wo. Des — auflüf: Des jars hett die flatt krieg und bett groß aufflauff (anlauff d) Dd, 13. 2400 man Dd. 14. Bulia wo. Pulica d. 15. Nabel D. Raplaß w. 14. 15. Des male — hilf: Deß jard het herzog Karl von Ungern groß krieg in Püllen und kam dennen von Napels zü Hilf Wo. Eoffran Da. 16. Anfee Ww. Eſſei Da. 20. wolfell D. wol fel d.
1. Diefe Notiz fehlt in A, finbet ſich aber, in Einzelnbeiten abweichenb, i in ber ugsb. — ziel Defele I, 616a. Bol. * Gaſſer 162 So Genen Milich den Krieg nach ber ilbeimen ejellihaft, Die, bem St, Dr enbunde —52 jih nach dem helm nannte. Stälin III, 334; Sein er I, 92. 91 3. das Reg. im Augsb. Urk.B. II r.
5, ©. hiezu Riezler III, 124 ff. Die Notiz ſteht in der worlage Kitsiie unter 1383; f. dort die Anm. 1
zu {. Chron. Moguntiac., St.Chron. XVII, 207, 26.
6. In ber Borlage ebenfalle unter 1383 fiehenb
7. Bgl. C 313, 32 und bie Witte rungsngdri Sien in Chron. ‚ Moguntiac., St.Chron. XVIII, 207,
8. Dieſe Nachrichten Geben bezüglich